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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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Der aktuelle widerspruch

Klaus Reichert, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Je näher …, 2007, s. 9

Die Rechtschreibreform lief auf eine Zerstörung von Semantik und Gram­matik hinaus und hatte eine totale Ver­unsicherung der deutsch Schreibenden zur Folge.

Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS, Eingabe, 20. 8. 2009

Nach dreizehn Jahren versuchter Verbesserung gibt die neue Recht­schreibung unseren Texten noch immer keine feste Gestalt.

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Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 27. 7. 2018

Im Grunde aber kann uns gar nichts Besseres passieren als eine Zunahme der Ver­unsicherung. Das ist die eine gute Nachricht. Natürlich wird das Leben dadurch etwas komplizierter, es wird auch weniger bequem und erscheint schliesslich so komplex, wie es in der Tat auch ist. […] Das Denken wird dadurch schärfer und präziser, die Vernunft wacher, und die Selbst­widersprüche, in denen wir es uns so schön ein­gerichtet haben, treten deutlicher hervor. Als Folge davon nehmen die Dispute eher zu als ab. Aber auch das kann nur zur Klärung von lange und grosszügig ignorierten Konflikten beitragen. Mit solchem Gewinn sollte sich doch durchaus leben lassen, auch wenn einiges an Ungemach damit verbunden ist. […] die Kunst […] muss dann erst recht und umso mehr auf ihren Prämissen bestehen: Einübung in die Freiheit des Denkens. Das wäre die andere gute Nachricht. In Zeiten, da alles unsicher wird, da alle wahren Ab­sichten verwischt werden und kaum ein Wort mehr meint, was es gemeinhin bedeutet, da kann das künstleri­sche Remedium nicht heissen: noch mehr vermeintlicher Klartext im Brustton der Über­zeugung. Dann gilt es erst recht, alles infrage zu stellen, sämtliche verbliebenen Gewiss­heiten zu prüfen und allen Wider­sprüchen auf den Grund zu gehen, indem sie zu Ende gedacht und also verschärft werden. Die Kunst könnte dann wieder werden, was sie ihrem eigenen Selbst­verständnis nach sein sollte: Ein Labor für eine grosse Ver­unsicherung, die uns freilich heraus­fordert, da sie den Möglichkeits­raum öffnet ins Un­absehbare, da sie Denk- wie Atemwege freimacht, da sie angeblich Ein­deutigem das Privileg der Mehr­deutigkeit und Offenheit zurückgibt. Ver­unsicherung müsste unter solchen Auspizien auch als Form einer anspruchs­vollen Befreiung verstanden werden können. Sie stösst dann Denk­gewohn­heiten um und schafft also Freiräume, die das Vorstellungs­vermögen ebenso in Schwingung bringen, wie sie eine kreative Unruhe zu stiften vermögen.

Geändert: 3. 8. personen, presse und internet, 29. 7. stellungnahmen, stichworte, 26. 7. institutionen, 22. 7. chronik, berichte, 15. 7. fundsachen, starten statt warten, 17. 6. ziele des BVR
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