Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenzielebegründung der eigennamengrossschreibung → radikale kleinschreibung?
nachgeführt 2002-8-5

Radikale kleinschreibung oder eigennamengrossschreibung?

christian melsa, 2001

warum, wenn schon, nicht die großen buchstaben gleich komplett abschaffen? […] wenn es ein verschmerz­bares zugeständnis sein soll, die groß­schreibung von substantiven (oder, wie ickler es etwas treffender beschreibt: der rede­gegenstände) zu verwerfen, dann können doch wohl keine ernsthaften skrupel bestehen, gleich die anderen fälle von großschreibung ebenfalls abzuschaffen. verloren­gehende unterscheidungs­merkmale im schriftbild scheinen ja hin­genommen zu werden, weil dem kontext anvertraut wird, ggf. unklare bedeutungen zu klären […]. die gemäßigte klein­schreibung benötigt immer noch eine beträchtliche regelhafte beschreibung. […] erklären sie mir doch z.b. mal, warum nach regel 2.4 "die firma Opel" geschrieben werden soll, nach 5.2 aber "ein opel corsa". […] mir ist klar, daß derlei feinheiten auch in der normalen orthographie eine rolle spielen, […] aber genau diese feinheiten halten sie doch offenbar im schrift­bild für über­flüssig. sonst würden sie sicher auch nicht die bisher übliche groß­schreibung im deutschen für entbehrlich halten. wieso also aus­gerechnet bei satz­anfang und eigen­namen halt­machen?

Wenn die schrift jetzt erfunden würde, käme man kaum auf die idee, grosse und kleine buchstaben einzuführen. Es gibt ja buchstaben­schriften, die das nicht haben, und auch von der deutschen sprache weiss man dank stenografie, blindenschrift, früherem fernschreiber, versalsatz usw., dass die kommunikation mit einer sorte buchstaben funktioniert. Es gab immer wieder (auch innerhalb des Bundes für vereinfachte recht­schreibung BVR) bestrebungen in diese richtung, vor allem in den dreissiger jahren. Als ziel des BVR wurde es aber nie definiert.

Es gibt zwei gründe, hier und heute die eigennamen­gross­schreibung anzustreben, einen «politischen» und einen inhaltlichen. Der erste betrifft die realisierungschancen; den zweiten kann man so umschreiben: Wenn wir schon gross­buchstaben haben, sollten wir sie optimal einsetzen. Daraus folgt, dass doch etwas mehr dahinter steckt als eine negative begründung und willkür («hinnehmen», «überflüssig», «verschmerz­bares zugeständnis», «ausgerechnet bei satzanfang und eigennamen»). Und daraus folgt dann eben, dass das ziel gerade nicht eine mechanisch anwendbare, rein formal begründete regelung ist. «Sinnvolle statt grammatikalische gross­schreibung!» Logischer­weise entstehen daraus abgrenzungsprobleme, die sich aber qualitativ und quantitativ von denen der substantiv­gross­schreibung unterscheiden. Das resultat ist ein optimum sowohl für den leser als auch für den schreiber.

Aus dieser positiven begründung heraus ist «gemässigte klein­schreibung» als systematischer begriff ungeeignet, da er nur diachron verstanden werden kann und eine wertung enthält.

Was ist ein eigenname?

Stichwort nomen proprium in Dietrich Homberger, Sachwörterbuch zur Sprachwissenschaft, Stuttgart 2000:

Mit Nomen proprium werden Lebewesen, Dinge und dgl. bezeichnet, die so, wie sie sind, nur einmal vorkommen. Dies können bestimmte Menschen sein, Länder, Städte, Gebirge, Flüsse, Sterne, menschliche Einrichtungen oder künstlerische Schöpfungen. Hierzu gehören auch Pluraliatantum (die Niederlande) oder Personen­gruppen als kollektive Gesamt­bezeichnungen (die Deutschen). Tier-, Pflanzen-, Monats-, Krankheits- und Verwandtschafts­bezeichnungen sind dagegen Appellativa.

königin
königin

wörter
bedeuten

Elisabeth
Elisabeth

namen
bezeichnen

Diese definition können wir fast übernehmen – mit der einzigen ausnahme der völker­bezeichnungen und mit einer engen auslegung der menschlichen einrichtungen. Generell wird man die grenzen bei einer neuregelung enger ziehen, als sie sich bei einer bestehenden regelung ergeben haben. Die «beweislast» bei der einzelentscheidung liegt selbst­verständlich beim markierten fall, also bei der gross­schreibung. Ein eigenname muss bestimmte kriterien erfüllen. Die folgenden semantischen und formalen kriterien sind nicht vollständig; sie sind nicht hinreichend und (mit ausnahme des ersten) nicht notwendig. Sie sollten aber für die praxis ausreichen.

Abgrenzung gegen andere wortarten

Ob eine abgrenzung der eigennamen für das text­verständnis nötig ist, soll hier offen bleiben. Sicher ist, dass sie einen beitrag leisten kann und dass sie auch ausserhalb der ortografie­problematik sowie bei der regelung der substantiv­gross­schreibung nicht zu vermeiden ist.

Sinnvolle statt grammatikalische grossschreibung!

Die grenze zwischen substantiven und den übrigen wortarten ist künstlich, die zwischen den eigennamen und den wörtern einer sprache ist natürlich. Aus der sicht des lesers ist das ein entscheidendes argument. Für den schreiber kann es in vielen fällen eine er­leichterung bedeuten, in anderen fällen eine erschwerung (gegenüber der substantiv­grossschreibung). Eine grammati­kalische grenze ist (teoretisch) klar zu ziehen, eine natürliche dagegen nicht. Daraus und aus der tatsache, dass die eigennamengrenze durch die substantiv­grossschreibung teilweise zugedeckt wird, wird oft ein argument gegen die eigennamen­gross­schreibung abgeleitet, aber es ist eben ein vordergründiges, sekundäres argument.

Nicht akzeptabel ist eine argument­kombination, die einerseits den verlust an homografenauflösung bei den substantiven beklagt (ich habe liebe genossen) und anderseits den ent­sprechenden gewinn bei den eigen­namen nicht sieht (Hilfe für Ungarn und Polen; zeitungsüberschrift, flüchtlinge in der Schweiz betreffend). Irritationen erklären sich aus der gewohnheit und durch eine isolierte betrachtung der wortebene (Polen / polen, firma Opel / ein opel corsa, Mond / mond). Dass ein wort sowohl zur einen wie auch zur andern klasse gehören kann, wird je nach argumentations­zusammenhang als differenzierungsmöglichkeit (disambiguierung) oder als schreib­erschwernis gedeutet. Sicher ist, dass es bei jeder abgrenzung unvermeidlich ist; das ist so selbstverständlich wie die existenz von homonymen. Abgrenzungs­probleme treten bei jeder regelung auf, die nicht rein mechanisch und damit irgendwie sinnvoll sein soll. Die frage ist nur, wo sie auftreten und – als sekundäre, aber auch be­rechtigte frage aus der sicht des schreibers – wie häufig. Die verschiebung der grenze von den substantiven zu den eigennamen bringt sowohl einen qualitativen wie auch einen quantitativen gewinn. Vergisst man ersteres und verabsolutiert man letzteres, entsteht der eindruck, man gebe differenzierungs­möglichkeit ohne «gegen­leistung» auf. Das ist natürlich nicht der fall.

Wer dauernd mit Sprachen zu tun hat, die keine Gross­buch­staben ken­nen, weiss es zu schätzen, wenn Namen durch dieses einfache Mittel, viel­leicht auch inkon­sequent, hervor­gehoben werden. Ja gerade das Ver­langen, Namen von Nicht­namen besser zu unter­scheiden, kann ein Grund sein, von der Substantiv­gross­schreibung zur gemässigten Klein­schreibung über­zugehen.

(Fritz Meier, 1979)

Falls die grossschreibung überhaupt einen praktischen beitrag zur homografen­auflösung leisten kann, ist er an der natürlichen eigennamen­grenze sicher wirkungs­voller. «Eine automatische Identifi­zierung von Eigen­namen, die für die Informations­verarbeitung und z. B. auch für die Bibliotheks­wissenschaft von großem Nutzen wäre, ist […] vor allem auf graphemische Eigenheiten von Eigennamen als Kriterium der Identifi­zierung an­gewiesen.» (Rainer Wimmer, 1973) Den publikums­wirksamen beispielen an der substantiv­grenze (der gefangene floh) stehen logischerweise solche an der eigennamen­grenze gegenüber: Deutschland braucht Bayern (das bundesland) / bayern (personen), Öland ist nicht nur für Schweden eine Traum­insel (NZZ). Geradezu ein spiel mit der ab­grenzung treiben das restaurant Restaurant in CH-8037 Zürich und die stadt Siegen (Mit Siegen gewinnen).

In der reform­diskussion gibt es auch wider­stand gegen den wechsel an sich: «Ich hätte die Groß­schreibung nicht erfunden; nachdem sie aber jetzt 250 Jahre gegolten hat, will ich sie nicht mehr beseitigen.» (Gerhard Storz, 1974) – «Würde die Groß­schreibung der Hauptwörter abgeschafft, so würden Be­weglichkeit und Ausdrucks­vielfalt unserer Schrift­sprache gemindert; Schrift­steller, Wissen­schaftler und Journalisten müßten auf wertvolle Stil­mittel verzichten, die die neu­zeitliche deutsche Syntax entwickelt hat, weil sie sich auf die Großschreibung der Substantive und Substanti­vierungen verlassen konnte.» (Arndt Ruprecht, 1974) Das dilemma der bestehenden substantiv- und der wünsch­barkeit einer eigennamen­grossschreibung veranlasste den reformgegner Jean-Marie Zemb vor etwa zwanzig jahren zum (nicht eingelösten) versprechen, eine regelung zu entwickeln, die beides leistet.

Generell führt der drohende verlust einer homografenauflösung (aber inkonsequenterweise nicht die aussicht auf eine andere) zu einer überbewertung dieser funktion der ortografie in der reform­diskussion. (Das ist auch im fall der neuregelung von 1996 so, z. b. bei schwerfallen / Stillleben.) Dagegen Horst Sitta (2000): «Es waren vielleicht 5 Prozent der Menschheit, die aus dem Unterschied zwischen ‹stehen geblieben› und ‹stehengeblieben› eine zusätzliche Information erhielten. Die Frage ist doch, ob die Recht­schreibung insgesamt die Fähigkeit hat, solche Differenzie­rungen aus­zudrücken. Zwischen ‹Lärche› und ‹Lerche› wird zwar unterschieden, aber ‹Kiefer› hat in ein und derselben Schreib­weise zwei völlig verschiedene Bedeutungen. Dass sich dies in der Recht­schreibung aus­drücken soll, hat noch niemand verlangt.» – «Bedeutung – und Bedeutungs­differenz – stiftet der Kontext, nicht die Schreibung.» (NZZ, 1998) «Zwar dürften Sprachstil und Recht­schreibung – in dieser Reihenfolge! – etwas mit­einander zu tun haben, aber wer denkt denn beim gedanklichen oder mündlichen Formulieren gleich an das Schriftbild? (. . .) Die Leichtigkeit, mit der das Deutsche substantivieren kann, besteht auch ohne Groß­schreibung.» (Arndt Ruprecht, 1974) Der verweis auf den kontext darf nicht nur als be­schwichtigung verstanden werden. Betrachtet man das system der sprache als ganzes und berück­sichtigt man das ganze ausmass potenzieller ambiguität auf lexikalischer und syntaktische ebene (star als vogel, person, krankheit bzw. Frau mit Messer bedroht), verhalten sich kontext und rechtschreibliche differenzierungen (mögliche und tat­sächliche) in ihrer wirkung etwa so wie ein bulldozer und ein spachtel. Dies schon deshalb, weil es den kontext immer und überall gibt, auch dann, wenn ein wort scheinbar allein steht. Ein spachtel ist gewiss hin und wieder nötig, aber sein nutzen ist im einzelfall umstritten und es gibt keinen anhalts­punkt dafür, dass eine ortografie­variante ihn besser handhaben kann als eine andere.

Was ist ein deutscher eigenname?

Von erstrangiger bedeutung ist die tatsache, dass alle sprachen, die unsere (die lateinische) oder eine ähnliche schrift (griechisch, kyrillisch usw.) verwenden, satzanfang und eigennamen gross schreiben, während es die substantiv­gross­schreibung nur noch im deutschen gibt. Das ist auch ohne nähere begründung ein argument; daraus und aus der tatsache, dass auch das deutsche die eigen­namen gross schreibt, ergeben sich aber auch praktische probleme. Dabei ist zu beachten, dass es für die abschaffung der substantiv­grossschreibung präzedenzfälle gibt, für die abschaffung der eigennamen­grossschreibung dagegen nicht.

Bei familien-, firmen- und ortsnamen (nur bei diesen drei gruppen) könnten sich durch eine umstellung auf eigennamen­kleinschreibung juristische schwierigkeiten ergeben. Der standpunkt, Landolt und landolt seien dasselbe, ist sehr plausibel, aber seine akzeptanz ist keineswegs gesichert. Dafür gibt es in der deutsch­sprachigen Schweiz ein beispiel und ein gegenbeispiel. Die abschaffung des ß und damit der wechsel von Schießer zu Schiesser hat niemanden gestört. Es stört auch nicht, dass von Deutschland zuziehende Heß und Hess zu Hess eingeebnet werden. Dagegen hat sich die durch die schreib­maschine ver­ursachte praktische ausrottung der grossen umlaute in den amtlichen namen fest­gesetzt. Das führt zur ver­kehrten situation, dass ss/ß als typografische variante, dagegen Ä/Ae als ortografie­relevant behandelt werden. Aus dieser sicht ist die juristische bewertung der eigennamen­kleinschreibung schwierig.

Praktische schwierigkeiten ergeben sich aus der frage, wie man mit fremd­sprachigen namen umgeht bzw. wie deutsche namen in einem fremd­sprachigen umfeld behandelt werden. Hier gibt es bekanntlich zwei strategien: schreibung gemäss herkunft und anpassung an den zieltext. Beide kommen in der praxis zur anwendung, was schon genug probleme gibt. Wenn noch das der gross­schreibung dazu kommt, sind entscheidungen nötig, die sowohl den ersteller von regeln als auch den anwender überfordern dürften.

Herkunftsschreibung gibt es bei familiennamen (mit typografischen einschränkungen bei diakritischen zeichen und ß) sowie in den vielen fällen ohne sprach­zusammenhang. Beispiele: telefon­bücher (besonders von städten wie Fribourg/Freiburg, Biel/Bienne), fahrpläne der bahn usw.; sie sind weder deutsch noch französisch. In solchen fällen werden namen nicht übersetzt; bei ortsnamen gibt es eine amtliche hauptform oder einen doppel­namen. (Einen um­strittenen grenzfall stellt die strassen­signalisation dar.)

In fliesstexten bei «normalen», nichtwissenschaftlichen textsorten gilt jedoch die anpassung an den zieltext. Übersetzbare namen erscheinen in der textsprache: Genf, papst Johannes Paul, Eugen (nicht Jewgeni) Onegin, Alexander (nicht Aleksandr) Borodin, Warschau. Fremde schriften werden transskribiert, nicht transliteriert. Diakritische zeichen nichtvertrauter sprachen wie polnisch werden oft weggelassen. Demgemäss werden im deutschen fremd­wörter gross geschrieben; rein fremd­sprachige wörter werden zwar klein geschrieben, aber typografisch abgegrenzt (kursiv, antiqua innerhalb eines fraktur­texts).

Werden in einer sprache eigennamen klein geschrieben, muss der schreiber entscheiden, welche der beiden strategien in einer bestimmten situation in frage kommt. Diese entscheidung ist zwar, wie die obigen beispiele zeigen, nicht neu; neu wird sie aber zur alltags­situation für den normalen schreiber.

Die anpassung an die textsprache ist in der handhabung einfacher. Dafür ist bekanntlich keine rückübersetzung möglich, was bei russischen namen zu verschmerzen ist, aber neu wegen der gross­schreibung auch für täglich verwendete nachbar­sprachen gelten würde.

Die herkunftsschreibung setzt spezialistenwissen voraus. Das ist zwar a priori kein argument dagegen, weil das bei eigennamen immer der fall ist; es ist ja ein unterscheidungs­merkmal gegenüber gattungs­begriffen. Die umstellung auf eigennamen­kleinschreibung würde aber u. u. eine nach­trägliche beschaffung der information bedingen: Für die telefon­bücher müsste man in jedem einzelfall abklären, welche sprache eine person wünscht. In einer mehrsprachigen stadt bilden das aussehen des namens und die adresse keinen anhaltspunkt. Bei ortsnamen kommt die komplizierte exonym­problematik ins spiel. Einfach sind Praha/prag, Milano/mailand, aber oft ist es schwer zu entscheiden, zu welcher sprache ein name gehört und, wenn er nicht deutsch ist, ob es eine deutsche form gibt und ob diese allgemein, lokal oder gar nicht gebräuchlich ist. Manchester hat keinen deutschen namen, wäre also im deutschen klein zu schreiben. Raron (mit dem grab Rilkes) ist entgegen einer weit verbreiteten meinung deutsch (frz. Rarogne). Martigny (Wallis) ist natürlich französisch, aber ist es auch deutsch? Nein, es heisst martinach, aber das ist nur lokal gebräuchlich, also eben doch. Der deutsche name von Lugano ist lauis, aber das ist nicht mehr gebräuchlich. Und wie wäre Kołobrzeg (häufig eingedeutscht durch weglassung der diakritischen zeichen, aber daneben kolberg) zu behandeln?

Mehrteilige namen

Namen können aus mehreren wörtern bestehen, man denke etwa an juristische personen und werktitel. In der früheren duden­regelung und im BVR-vorschlag wird das prinzip, dass der erste buchstabe gross ist, ohne umschweife auf die wortgruppe angewandt: Institut für deutsche Sprache (bei substantiv­gross­schreibung), Bund für vereinfachte rechtschreibung, Arbeitsgemeinschaft der rundfunkanstalten Deutschlands (bei eigennamen­grossschreibung). Eine eigene regel ist nicht nötig. Das gilt prinzipiell auch in anderen sprachen, wird jedoch sehr oft durch die gross­schreibung zusätzlicher bestandteile verkompliziert. Am ehesten kann das italienische als vorbild dienen.

Die schöpfer der 1996er regelung hielten es für nötig, eine neue regel ein­zuführen, und zwar sowohl für die variante mit substantiv­grossschreibung (§ 60; jetzt in kraft) als auch für die nicht verwirklichte mit substantiv­kleinschreibung. Danach schreibt man «alle weiteren wörter ausser artikel, präpositionen und konjunktionen gross», also z. b. Institut für Deutsche Sprache. Der BVR ist gegen eine zusätzliche regel. Man gewinnt (fast) nichts (eine mechanisch anwendbare regel ist nicht besser als gar keine), verliert aber die substantiv- bzw. eigennamen­grossschreibung innerhalb des mehr­teiligen namens. Wenn diese zu schwierig ist (das «fast» im vorherigen satz bezieht sich auf fälle wie Gelber fluss / Kleines Matterhorn), dann ist sie auch sonst zu schwierig.

Die praktischen probleme lassen sich gerade in diesem bereich reduzieren, wenn man die grenzen der eigennamen­definition eng zieht, also beispielsweise behörden, ministerien, historische ereignisse usw. nicht einbezieht. (Vgl. BVR-regeln.)