[…] werfen Sie uns eine hohe Fehlerquote vor. […] Doch die beiden Beispiele, die Sie anführen, sind wirklich keine Fehler. […] Das sieht die neue deutsche Rechtschreibung so vor.
Dass die ss-Schreibung für ß in der Schreibreform „übergeneralisiert" wird, kann ich nur bestätigen.
Die Schreibreform macht Schülern das Leben kaum leichter. Rechtschreiben ist sowieso Glückssache!
Zabel, Hermann:
In Massen schadet es nicht. Rechtschreibreform: Doppel-s oder ß, das ist die Frage (III).
Süddeutsche Zeitung,
30. 3. 2000, s. 14,
Briefe an die Süddeutsche Zeitung
Das Geschrei nach einer „Reform der Reform" ist unbegründet.
Trotz Rechtschreibreform sah Neubauer als Vorsitzender des Ausschusses keine Notwendigkeit, sofort Schulbücher zum Preis von 24 629,61 Mark zu beschaffen.
Die Rechtschreibreform geht ganz schön ins Geld. Neue Bücher und zahllose Kopien verschlingen Unsummen. Daher will der Förderverein der Grundschule Rüggeberg einen Teil der Kosten auffangen.
Gefordert wird von den Liberalen eine Aufstockung des Etats für die Anschaffung von Schulbüchern nach der Rechtschreibreform, […].
Der Versuch, einen neuen ehrenamtlichen Leiter für die Bücherei zu finden, scheiterte. So winkte eine Kandidatin für den Posten mit folgender Begründung ab: Die Bücher seien alle veraltet und würden nicht der Rechtschreibreform entsprechen.
Vor der Reform schrieb man Kuß, nach ihr schreibt man Kuss, und dazwischen ist offenkundig viel Platz für Fehler. Das lehrt eine Studie des Erziehungswissenschaftlers Harald Marx (vormals Universität Bielefeld, jetzt Leipzig).
Zuvor hatten den ganzen Samstag über 12 000 Besucher das Maximilianeum gestürmt, wo sie in einem fein ausgeklügelten Rundkurs durch die Fraktionssäle, das Präsidentenbüro und den Plenarsaal geschleust wurden. […] Ständig umlagert waren auch die Abgeordneten in ihren Fraktionen. […] Wissenschaftsminister Hans Zehetmair wurde zur Rechtschreibreform gelöchert.
Erwähnung der kleinschreibung, praktiziert von Ernst Pfenniger Trisa ag, CH-6234 Triengen, www.trisa.ch.Erstens sind wir bürstenmacher besondere leute, zweitens herrscht bei uns ein pioniergeist, der uns veranlasst, immer wieder ungewöhnliches auszuprobieren.
[…] neuerdings Gämsberg. Zumindest ist das dortige Strassenschild orthographisch entsprechend umgerüstet. […] Oder waren es Fasnächtler, die das Strassenschild umgeschrieben haben?
Es begann in der Pause damit, so viel hat uns Oliver Bierhoff bereits verraten, dass Olli Kahn das böse Wort geschrien habe, das mit Schei beginnt und — auch nach der Rechtschreibreform — mit ße endet.
Otto ist wieder da: Der Komik-Titan meldet sich zurück mit seinem "Katastrofenfilm", Special-Effects und Anregungen für die nächste Rechtschreibreform.
[…] durchgehende Kleinschreibung als typographisches Konzept und die Entwicklung eigener Schriften ("Universal") kennzeichnen Bayers "Bauhausjahre".
Grund für diese Spende ist die Rechtschreibreform, die einen Großteil der Bücher für das erste Lesealter "veralten" ließ.
Schuld an der ganzen Sprachverhunzung kann nur die neue Rechtschreibung sein mit ihren tausend irren und aberwitzigen Ausnahmen, dass es mir im Schädel summt und brummt wie in einem Bienenstock.
Ich bin sehr froh, dass endlich auch einmal ein moderat positiver Kommentar zur neuen Rechtschreibung von der Presse veröffentlicht wurde.
Entgegen den Duden-Regeln schreibt Wolfgang Rohner-Radegast in seinen Büchern das erste Wort am Anfang eines Satz immer klein. So wird die Schreibgrenze, die der vorangehende Punkt markiert, schmaler, der Lesefluss eine Spur weniger aufgehalten.
Die Reformer wollten Ordnung in die deutsche Rechtschreibung bringen, die in Wirklichkeit ein Kinderspiel war und ist, verglichen mit der französischen — ganz zu schweigen von der englischen Rechtschreibung, die der Erlernbarkeit und Verbreitung der englischen Sprache offensichtlich nicht im Wege ist. Angesichts des Umfangs der deutschen Rechtschreibereform mag man den Widerstand dagegen unverhältnismässig finden, aber die Art und Weise, wie sie betrieben und durchgesetzt wurde, war es auch.
Wenn gewisse zeitungsschreiber wenigstens ihre eigene zeitung (
9. 2. 2000) lesen würden! — Das ungünstige verhältnis von umfang und aufwand der reform beklagen wir auch, aber bezüglich der «art und weise» ist die sonst seriöse NZZ leider mehr an feuilletonistischem geschwätz (z. b.
8. 4. 1998) als an tatsachen und ernsthaften politischen erwägungen interessiert (
damalige stellungnahme).
Er kritisierte, dass sich das Land sowohl aus der Schul-Sanierung als auch aus der Schulbuch-Neuanschaffung zurückziehe — gerade dann, wenn aufgrund der Rechtschreibreform verstärkt investiert werden müsse.
Das, was die eingesetzte Kommission für die neue deutsche Rechtschreibung herausbrachte, war am Schluss — entschuldigen Sie den Ausdruck — eine Missgeburt. Es musste ganz einfach ein Ergebnis gefunden werden, weil es einer Kommission schlecht ansteht, nach fast zehnjähriger Arbeit eingestehen zu müssen, man stehe mit leeren Händen da. Ehrlich, ich hätte «Zürich 2» gerne einmal in der Kleinschreibung herausgegeben, das wäre ein Genuss geworden.
Jirgl verwendet ein spezielles Zeichensystem für Konjunktionen, folgt eigenen Regeln bei Interpunktion und Orthografie. Tatsächlich aber ist das nur eine scheinbare Hürde. Nach wenigen schon findet man sich in dem System zurecht, erkennt die Unterschiede zwischen "u" und "&", "oder" und "od", versteht, warum Ausrufezeichen vor Wörtern kleben[,] und entziffert ohne Mühe manche den Lauten folgende Schreibung. Man gewöhnt sich daran wie an die Zeitung nach der Rechtschreibreform. Die Lautmalerei ist oft von einleuchtender Logik, so, wenn von der "Fiesiognomie" Berlins die Rede ist und "Rotstift-Mülljöh" die Senatspolitik charakterisiert.
Peter Bichsels Kolumnen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung,
21. 3. 2000, nr. 68, s. L15,
Literaturbeilage
Manchmal sind es Beiläufigkeiten wie etwa die Zankereien um die Rechtschreibreform in den deutschsprachigen Ländern. "Es heißt Rechtschreibung", erläutert Bichsel hintersinnig, "weil jene, die sie können, im Recht sind, und jene, die sie nicht können, im Unrecht."
"Wir haben die wichtigsten Änderungen in einem etwas umfangreicheren Rundschreiben an unsere Mitarbeiter gegeben in der Hoffnung, dass sie sich daran gewöhnen", sagte Manfred Letzelter, der Pressebeauftragte der Kreisverwaltung Bad Dürkheim. Manche Änderung hält er für sinnvoll, einige aber für "nicht nachvollziehbaren Unfug".
Die Rechtschreibreform macht ja selbst manchem Deutschen Probleme. Wurden denn jetzt erst mal die VHS-Dozenten einem schriftlichen Test unterzogen? Steinfelder: Natürlich nicht. In dem schriftlichen Test zur Einbürgerung wird auch nicht jeder Rechtschreibfehler bewertet.
Die Bemerkung in dem Artikel: "Im privaten Bereich ist niemand an die Regeln gebunden. " ist an Verlogenheit und Zynismus nicht zu überbieten.
Eine Neuorientierung forderte Pfister in der Bildungspolitik: "Es ist typisch deutsch, fünf Jahre über Rechtschreibreform zu diskutieren und zugleich die Ausstattung unserer Schulen mit Computern zu verschlafen."
Natürlich trifft es zu, daß Sprachen sich ständig verändern, was aber nichts mit dem Verfahren der Rechtschreibreformer zu tun hat, am grünen Linguistentisch eine in Jahrhunderten gewachsene Orthographie willkürlich zurechtzustutzen.
's wird wohl noch einige Zeit dauern bis die "Presse" auf die neue Rechtschreibung, die durchaus ihre Haken und Ösen hat, umsteigt.
Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim.
Rheinpfalz online,
17. 3. 2000,
Kultur
Das Elitäre der Wörter aus dem Lateinischen und Griechischen hat sich bis heute gehalten, so dass bei der Rechtschreibreform die Eindeutschung der Orthographie härtesten Widerstand hervorrief.
Lustigerweise kam der widerstand innerhalb der sprachwissenschafter vor allem aus der proletarischen DDR.
Spechtler, Franz Viktor:
Warum eine neue Rechtschreibung?
Die Presse,
17. 3. 2000, nr. 15.623, s. 2,
Meinung, Gastkommentar
Das Regelwerk 1996 ist eine "sanfte" Reform geworden — zum Wohl aller Schreibenden. Die Schulen setzen sie seit 1998 ohne große Probleme um.
Sehr geehrter Herr Viktor Spechtler! Sie haben freilich recht, wenn Sie in Ihrem Beitrag in der Presse am 17. 3. schreiben, daß sich die Sprache ändert, aber es fragt sich, ob der Staat solche Änderungen gegen die natürliche Entwicklung erzwingen soll.
Was immer die Motive für die neue Rechtschreibung waren, in der Ideologie können wir nicht fündig werden.
Instituts für deutsche Sprache zu Neuem und Fremdem.
Frankfurter Allgemeine Zeitung,
16. 3. 2000, nr. 64, s. 15,
Deutschland und die Welt
Die überwiegende Mündlichkeit der Empfängersprache und das Fehlen fester Schriftnormen waren schon zu Zeiten des Mittelhochdeutschen Gründe für Übernahmen aus dem Mittellateinischen, wie der Erlanger SprachwissenschaftlerHorst-Haider Munske nachwies. Solche Übernahmegesetze könnten auch heute gelten, wo Schriftnormen wegen der Rechtschreibreform und der Dominanz des Visuellen an Gültigkeit verlieren.
Die annahme, dass schriftnormen an gültigkeit verlieren, erscheint uns so oder so gewagt — auch wenn man offen lässt, ob das gut oder schlecht wäre. Dass auch eine rechtschreibreform dazu beiträgt, kann natürlich kurzfristig sein, wenn man so darüber diskutiert, wie es in Deutschland zeitweise geschieht. Aber grundsätzlich dürfen wir wohl behaupten: Eine gute
norm wird anerkannt, eine schlechte nicht, und deshalb streben wir eine gute an.
Was haben wir doch für Probleme. Da ist in Moçambique ein Gebiet von der Grösse der Schweiz überschwemmt, und wir diskutieren über die korrekte Schreibweise von Strassennamen.
Ich meine, Kurt Guggenheim hat seinen Namen doch nie mit Bindestrich zwischen Vor- und Familiennamen geschrieben, weshalb sollte er denn nun auf Strassenschildern so geschrieben werden?
Sorgen scheinen die Zürcher zu haben.
Alles nach dem motto: Es interessiert mich nicht und ich verstehe nichts davon, aber ich schreibe auch mal was.
Humorvoll führte Kranz weiter aus: "Fotografen hießen sie von Anfang an oder so hießen sie sich. Phonetisch in die Nähe des Grafen gerückt, durch die Schreibweise aus dieser wieder verstoßen, indem man ihnen ein ph statt des f an das Wort hängte (vor der Rechtschreibreform), waren sie nicht tonangebend in der Gesellschaft, wohl aber bildschaffend."
[…] stellte Struwe die Wichtigkeit fachlicher Weiterbildung heraus. Und im Vorfeld sei "keine Rechtschreibreform gefragt, sondern eine Schulausbildung, bei der unser Nachwuchs wieder rechnen und schreiben lernen kann".
Eine Initiativgruppe in Bremen sagte gestern ein bereits zugelassenes Volksbegehren ab.
Die Gegner der Rechtschreibreform in Bremen haben aufgegeben.
Die Initiative "Wir gegen die Rechtschreibreform in Bremen" hat ihr geplantes Volksbegehren gegen die neuen Schreibregeln am Montag endgültig abgesagt.
Nachdem der Bremer Staatsgerichtshof am 14. Februar das Volksbegehren für zulässig erklärt hatte, hätte die Initiative bis Juni Zeit gehabt, 50 000 Unterschriften zu sammeln.
Die"ss"-Schreibung widerstrebt mir derart, dass ich nur noch selten eine Zeitung erstehe, und wenn ich mal eine kaufe, dann lese ich die mit Widerwillen. Der Lesegenuss ist erstorben. Und darin sehe ich eine Verletzung der Grundrechte.
Sollte sie überhaupt je in betracht ziehen, eine schweizerische zeitung zu lesen, könnte sie etwas erfreuliches feststellen: Die "ss"-schreibung hat sich nicht geändert! Nur: Das ß gibt es da schon länger nicht mehr.
In den Redaktionen der Nachrichtenagenturen und der Zeitungen ist man dem Vernehmen über den jetzigen Zustand alles andere als glücklich, und wenn nicht alle Anzeichen trügen, werden wir bald eine Reparatur der nur teilweise reformierten Presseorthografie erleben. Das wäre wenigstens ein Signal, dass auch die staatlichen Stellen die Dinge nicht weiter treiben lassen können.
Die Argumentation, Kinder könnten wegen der unvollkommenen Rechtschreibreform kein stimmiges Sprachgefühl mehr aufbauen, muss ich widersprechen.
Für die Abschaffung von Hunderten von zusammengesetzten Wörtern lassen sich leider auch bei der Lektüre der SZ betrübliche Beispiele finden.
Ich jeden Falls führe ein Gott wohl gefälliges Leben, obwohl ich im wohl verstandenen Interesse aller Recht Habenden und Rechtschaffenen keinerlei Wohltaten verteile.
Hans Krieger hat in seinem Titel versucht, die dritte Auflage des "Großen Wörterbuchs der deutschen Sprache" als Beleg für das von ihm so dringend gewünschte Scheitern der Rechtschreibreform darzustellen. Das ist sein gutes Recht, und ob es ihm gelungen ist, mag jeder, der sich für das Thema noch erwärmen kann, selbst beurteilen.
Jetzt treten die Aktivisten freiwillig den Rückzug an. Warum? Am 25. Februar hatte die Initiative mehrere Briefe an SPD, CDU und Grüne geschrieben. Ahrens und ihre Mitstreiter forderten eine "Demokratieerklärung" von den Parteichefs […]. Die Parteien sollten sich zu dem Verfassungsgrundsatz "Die Staatsgewalt geht vom Volk aus" bekennen. Zudem sollten die Parteien das Versprechen abgeben, "zukünftige Volksentscheide in Bremen zu respektieren und unangetastet zu lassen".
Wer in einem Brief die Entscheider ultimativ und mit Fristsetzung auffordert, Dinge zu versprechen, die ein Parlamentarier nicht versprechen kann (nämlich, seine Kritikfähigkeit gegenüber dem Volk in die Tasche zu stecken), der darf sich nicht wundern, wenn Politiker verschnupft reagieren. Wer dazu noch droht, wenn keine Antwort komme, werde das Volksbegehren zurückgezogen, darf sich über ausbleibende Antwort wirklich nicht wundern — einfacher konnten SPD und CDU der Initiative nicht den Garaus machen.
Die Gegner der Rechtschreibreform in Bremen sagten ihr geplantes Volksbegehren ab.
Nachdem Bremen das bereits zugelassene Volksbegehren gegen die Reform abgesagt hat, erklärte der Initiator des bayerischen Widerstands, der Weilheimer GymnasiallehrerFriedrich Denk, der politische Kampf gegen die Reform sei "sinnlos" geworden.
«Mit Widerwillen» habe er jetzt die Namensänderung beantragt, sagte Ludwig Feßler, der Chef der Chiemsee-Schifffahrt, die jetzt offiziell mit drei «f» firmiert.
In diesem Zusammenhang von "Lüge", "Fälschung" und "Betrug" zu sprechen, ist absurd.
Wir Redakteure bevorzugen nach der Rechtschreibreform sogar den Samstag, weil sich Sonnabendabend wirklich furchtbar schreibt und liest.
Maria Schinnen spricht von zeitaufwendigen Fach- und Jahrgangskonferenzen, von der anspruchsvollen Referendarausbildung, von veraltetem Lehrmaterial, das — etwa in Sachen Rechtschreibreform — überarbeitet werden muss.
Originalton Duden: »Sie ist zurzeit krank, aber sie lebte zur Zeit Karls des Großen«.Was lernen wir daraus? Es ist wirklich nicht verwunderlich, dass sie zurzeit krank ist — wenn sie schon zur Zeit Karls des Großen gelebt hat. Vermutlich leidet sie, bedingt durch wiederholte mittelhochdeutsche Lautverschiebungen und neuhochdeutsche Rechtschreibreformen, an einer orthographischen Immunschwäche.
Eine Kurt-Guggenheim-Strasse wäre zwar korrekt gewesen, aber falsch, weil sie aus der Reihe tanzte. Die Kurt Guggenheim-Strasse ist zwar falsch, aber korrekt, weil sie sich in die einheitliche Schreibweise fügt.
Wenn die schreibweise wenigstens jetzt einheitlich wäre! Aber auch dann reicht die begründung «Ich mache es immer so» im allgemeinen nicht.
Die Behauptung, die sogenannte Rechtschreibreform erleichtere das Schreiben, wird zwar immer wieder vorgebracht, nach- und wiedergekäut, konnte allerdings bis heute nicht bewiesen werden.
Eine sachliche Berichterstattung über die Rechtschreibreform hat ja in Westdeutschland praktisch nicht stattgefunden […]. Verschwiegen wurden die gravierenden technischen Mängel, angefangen bei der SS-Regel, die eine Fehlerquelle ersten Ranges ist, die immensen volkswirtschaftlichen Kosten im Millardenbereich, die undurchsichtigen Entscheidungsfindungen, die Interessenskonflikte […].
Wackersdorf, Schneller Brüter, Transrapid — der Sieg der Vernunft kommt manchmal spät. Auch für die ungeliebte Rechtschreibreform sollte er möglich sein.
Das krasse Duo mit den edlen Trainingsanzügen führt die Rechtschreibreform ins Absurde.
Hans Krieger war von Anfang an einer der schärfsten Kritiker der Rechtschreibreform und hat dazu sogar ein Buch veröffentlicht. Ihn zu fragen, ob die Rechtschreibreform gescheitert sei ist ungefähr so, als ob man Karl Marx fragte, ob die freie Marktwirtschaft gescheitert sei.
Einen Abbruch der Reform fordert eine prominente Stimme aus München: Das Unterfangen sei rettungslos gescheitert, heißt es in der "Süddeutschen Zeitung".
[…] gelogen wird auch im Duden. Jedenfalls im „Großen Duden", dem neuen zehnbändigen. Mit manipuliertem Quellenmaterial wird der Eindruck erweckt, deutsche Schriftsteller wie Thomas Mann, Stefan Heym oder Edgar Hilsenrath hätten schon vor Jahrzehnten so geschrieben, wie es jetzt die Reformwillkür befiehlt.
Viele schriftsteller schrieben in fraktur, einige sogar mit einer überzeugung, die der von Krieger nicht nachsteht. Warum werden ihre zitate in den wörterbüchern nicht originalgetreu wiedergegeben? Und warum hat Krieger diese «manipulation» bisher nicht gestört?
Getreu dem Motto der Sitzung „Trotz Schreibreform ist Dialekt im Jahr 2000 noch perfekt" bot Engelbert Senn einen Streifzug speziell durch die „Hepprumer Sprooch".
"Was ist eine Giebelin-Schrift?". So fragte ich mich beim Lesen der Kulturseite. […] Nun, die neue Rechtsch-Reibung erlaubt es in der Tat, zusammengesetzte Wörter durch einen Bind-Estrich lesbarer zu machen. So haben es die Kultusmi-Nister beschlossen und bestätigt — mit ihrer höchsteigenen Un-Terschrift.
In dem ersten Verfahren billigte der Verfassungsgerichtshof die Auffassung des Landeswahlausschusses, dass eine Gruppierung, die sich nicht allgemein an der politischen Willensbildung beteiligen will, sondern vornehmlich Ziele der Rechtschreibung und Sprachpflege verfolgt, nicht den Status einer politische Partei besitzt. Sie kann sich daher nicht mit einer Landesliste an den Wahlen beteiligen.
Im letzten Jahr vor der Jahrhundertwende erlebte die Entwicklung unsere Muttersprache durch das Inkrafttreten der Rechtschreibreform eine einschneidende Zäsur. Vieles, was sich in der natürlichen Sprachentwicklung über viele Jahrzehnte hinweg allmählich verändert hat, wurde festgeschrieben. Einige Entwicklungstendenzen wurden gestoppt, andere dagegen toleriert, sodaß es weiterhin einen gewissen Freiraum für eine individuelle Zeichensetzung und Sprachgestaltung gibt.
Als Vertreterin Österreichs hatMaria Hornung auch bei der Herausgabe der "Modifizierten Großschreibung" (Vorschläge zur Neuregelung der Groß- und Kleinschreibung) der Gesellschaft für deutsche Sprache (Wiesbaden 1982) mitgewirkt.
Das Gesamturteil über die Neuauflage fällt nicht schwer. In den traditionellen Bereichen der grammatischen und semantischen Darstellung hat die erfahrene Redaktion gute Arbeit geleistet […]. Die von den Kultusministern angeordnete Verwahrlosung der Orthographie hat jedoch zu einer bisher undenkbaren Verrohung der lexikographischen Sitten und des wissenschaftlichen Ethos geführt.