Nachgeführt 15. 4. 2010
wol: Schneller suchen mit dem neuen Duden. Was immer man von der Rechtschreibreform halten mag — in ersten Praxistests hat sich das Wörterbuch aus Mannheim als benutzerfreundlich erwiesen. Frankfurter Neue Presse, 31. 8. 2000, Kultur
Kompliziert wird es bei den Rücknahmen und Änderungen der bisherigen Reform-Ansätze. Wenn die Duden-Redaktion sich korrigiert, dann meist so, dass sie nun mehrere Schreibungen erlaubt. Das scheint überhaupt die Hauptfolge der Rechtschreibreform zu sein: Dass in vielen Zweifelsfällen künftig jeder schreiben kann, wie er will.
Schiffner, Alfred: An den Korrekturen der Schülerarbeiten abzulesen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. 8. 2000, s. 12, Briefe an die Herausgeber (337 wörter)
Natürlich ist es kein Problem, den Abc-Schützen die Schreibweise "Gämse" statt "Gemse" zu vermitteln. In den gymnasialen Jahrgangsstufen 5 bis 7 aber, in denen die wesentlichen Regeln der Rechtschreibung als Förderung von Sprachsicherheit und Ausdrucksfähigkeit behandelt werden, ist es sehr viel schwerer geworden, Einsicht in die neuen Regeln der Getrennt- und Zusammenschreibung sowie der Groß- und Kleinschreibung zu vermitteln. Die einzige Neuerung, die wirklich angenommen wird, ist die Neuregelung der "s"-Schreibung.
Müller, Markus: Zu alt, um sich umzustellen. Süddeutsche Zeitung, 30. 8. 2000, s. 12, Briefe an die SZ
Man darf sich reaktionär und borniert verhalten, wie die FAZ-Redaktion dies tut ein jeder blamiert sich, so gut er kann. Der eigentliche Skandal liegt in meinen Augen aber anderswo: Durch die massive Kampagne, die die FAZ momentan fährt und deren vorläufiger Höhepunkt die unangenehme Selbstbeweihräucherung auf der Titelseite war, verliert sie ihren Tag für Tag ebenfalls auf dem Titelblatt postulierten Anspruch auf Überparteilichkeit.
Künzel, Ulrich: Viele Fehler sind die Regel (I). Süddeutsche Zeitung, 30. 8. 2000, s. 12, Briefe an die SZ
Es verwundert, dass eine Bevölkerung, die offensichtlich in weiten Teilen mit der alten Rechtschreibung Probleme hat, die neue ablehnt, obwohl diese eine ganze Anzahl an Vereinfachungen bietet.
Gebauer, Ernst: Viele Fehler sind die Regel (II). Süddeutsche Zeitung, 30. 8. 2000, s. 12, Briefe an die SZ
Als jemand, der sich keineswegs auf die Reform gefreut hat […], habe ich mich schneller als gedacht an die neue Ästhetik gewöhnt.
Baur, Wolfgang: Es lebe der preußische Kasernenhofton! I. Süddeutsche Zeitung, 30. 8. 2000, s. 12, Briefe an die SZ
Einerseits wird das Thema heruntergespielt […], andererseits werden die wirklichen Probleme verschwiegen. Zum Beispiel: Die Festlegung, dass nach langem Vokal das „ß" erhalten bleibt, während nach kurzem Vokal „ss" zu stehen hat, bedeutet in der Praxis, dass die norddeutsche Sprechweise zum Maßstab für die allgemeindeutsche Schreibweise gemacht wird.
Schmitt, Ingo: Es lebe der preußische Kasernenhofton! II. Süddeutsche Zeitung, 30. 8. 2000, s. 12, Briefe an die SZ
Ich hätte mir eigentlich gewünscht, dass die Süddeutsche wenn sie schon der Frankfurter Allgemeinen nicht zuvorgekommen ist sich ihr spontan anschließt und ebenfalls zur alten Rechtschreibung zurückkehrt.
Büst, Reinhard: Rechtschreibung eine falsche Priorität. [Zu:] Der aggressive Lockruf / SZ vom 19./20. August. Süddeutsche Zeitung, 30. 8. 2000, s. 12, Briefe an die SZ
Hier eine jener Situationsbeschreibungen der rechten Szene, die es uns kalt den Rücken runter laufen lassen, dort das unerhört beeindruckende Engagement deutscher Geistesgrößen gegen die neue Rechtschreibung […]. Von einem ähnlichen geschlossenen Engagement gegen den rechten Unrat hat man noch nicht so viel gehört.
sda: Die Tage der Gemsenstrasse sind gezählt. Neue Rechtschreibung für Strassennamen. Neue Zürcher Zeitung, 29. 8. 2000, nr. 200, s. 48, Zürich und Region
Da eine Strassentafel aber eine ziemlich lange Lebensdauer hat, kann es noch Jahrzehnte dauern, bis in den Strassen Zürichs orthographisch alles seine Richtigkeit hat.
Und die unzähligen strassennamen, die jeden tag auf papier (und in html) geschrieben werden?
Guyton, Patrick: Der Kanzler, der die Königinnen küsst. Gerhard Schröder versucht sich bei seiner Sommerreise durch den unbekannten Osten auch als Betriebsretter. Südwest Presse, 29. 8. 2000, Im Brennpunkt
Wurstbrote und Wein wurden auf der Terrasse gereicht, und im Dunst von Pfeifen- und Zigarrenrauch ging es bei der intellektuellen Tafelrunde um den Kulturverfall durch den Rechtsextremismus, um die Rechtschreibreform, um Visionen vom "Dritten Weg" und um die "Phrasen der Macht".
Müller-Ullrich, Burkhard: Zwischen Bachmann-Preis und Buchmesse. "Sehen Sie sich doch in Ihrem Alltagsleben um": Das Erlanger Poetenfest ist zum Familienfest des Literaturbetriebs geworden. Die Welt, 29. 8. 2000, Feuilleton
Schoeller (seines Zeichens Literaturchef beim Hessischen Fernsehen) brachte es auch fertig, die politische Diskussion am Sonntagvormittag als Gesprächsleiter so aus dem Ruder laufen zu lassen, dass nach einer halben Stunde statt vom angekündigten Thema "Deutschland, ein Lügenmärchen - wie käuflich ist die Republik?" nur noch von der Globalisierung der Wirtschaft, der Versteigerung der UMTS-Frequenzen, der Rentendebatte und der Rechtschreibreform die Rede war.
Kraus, Josef:
Verlierer in Schulbänken. Die schulischen Argumente der Schreibreformer tragen nicht.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. 8. 2000, s. 51, Feuilleton
Dabei hätte es eine andere Möglichkeit gegeben: die Rechtschreibung in den Schulen konsequent zu üben […]. Jedenfalls sei die These gewagt, daß mit einem ernsteren Orthographieunterricht bessere Rechtschreibergebnisse erzielt worden wären als mit der "Reform". Wundersam sind deshalb die "pädagogischen" Argumente, mit denen sie verteidigt wird. […] Die Reformer haben hauptsächlich an den schreibenden Schüler gedacht […]. Aber das Schreiben bleibt […] kein Selbstzweck, sondern ist auf einen Leser angelegt.
Wundersam sind spekulationen, an wen die reformer hauptsächlich gedacht haben. Nachdem es der ortografieunterricht in 100 jahren nicht geschafft hat, ernster zu werden, könnte man sich immerhin fragen, ob es nicht doch am unterrichtsgegenstand liegt.
Streit ums scharfe "s" am Straßenrand. Focus, 28. 8. 2000, nr. 35, s. 12, Periskop
Allein für die Schloßstraße im Bezirk Steglitz wären für neue Schilder 12000 Mark fällig. Selbst beim Austausch beschädigter Namensträger solle, so bekräftigt die Bezirksverwaltung, "das Schloss sein ß behalten".
Ein echter Schnitzer Focus, 28. 8. 2000, nr. 35, s. 66, Profile
[…] ein "h" zu viel im Willy-Brandt-Zitat "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehö(h)rt". Der Rasdorfer Bürgermeister Körbel blieb cool: "Völlig wurscht. Bei der heutigen Rechtschreibung weiß eh keiner mehr Bescheid." Der Lapsus wurde dennoch ausgebessert.
Aus-gelehrt. Focus, 28. 8. 2000, nr. 35, s. 100, Galerie
Das
Hamburger Schulmeisterblatt hat prominente Rechtschreibreform-Gegner wie Günter Grass oder Martin Walser zum Diktat nach den alten Schreibregeln aufgefordert. Doch keiner will mitmachen.
Unterstöger, Hermann: Lesezirkel. Bleib in Shape! Süddeutsche Zeitung, 28. 8. 2000, s. 17, Feuilleton
Von der Rechtschreibreform sind Einige richtiggehend paralysiert worden, so dass sie ihren naturgegebenen Sprachsinn oft vorsichtshalber ausschalten, um ja nichts verkehrt zu machen. Drei besonders markante Beispiele: „Blut überströmt" fand die Abendzeitung jemanden auf dem Asphalt, einen „Bein amputierten Kranich" suchte laut dpa ganz Israel, und die evangelische Nachrichtenagentur idea befragte zum Desaster auf der „Kursk" den „See erfahrenen" Landesbischof Lohse. Der erwies sich bei dieser Gelegenheit als äußerst Bibel fest.
Wüest, Markus: Wie Trisa der Konkurrenz die Zähne zeigt. Basler Zeitung, 26. 8. 2000, Journal
Seit 1961 ist sein Enkel Ernst Pfenninger am Ruder. […] Er hatte immer schon den Mut, zu seinen Ideen zu stehen. So etwa zur gemässigten Kleinschreibung, die im Geschäftsverkehr der Trisa 1974 eingeführt wurde.
sda: Wenn die «Str.» zur Strasse wird. Der Landbote, 26. 8. 2000, nr. 198, 164. jg., s. 27, Kanton Zürich
Die Strassenbenennungskommission der Stadt Zürich hat sich dazu durchgerungen, die Strassen künftig nach der neuen Rechtschreibung zu benennen. […] Verzichtet werde in Zukunft auch auf die Abkürzungen «Str.» und «str.». Sie seien vor allem für ausländische Gäste schwer verständlich, heisst es in der Mitteilung.
Fischer, Karl: Sprechen Sie auch denglisch? Der neue Duden. Neue Luzerner Zeitung, 26. 8. 2000, Seite 2
Schliesslich zeigt ja die im deutschen Sommertheater entbrannte hitzige Diskussion über die immer noch nicht verdaute Rechtschreibreform, dass keiner mehr so recht weiss, wo es sprachlich langgeht. Soll doch gestern in Frankfurt am Main tatsächlich einer in einer grossen Buchhandlung allen Ernstes den Kauf mit den Worten verweigert haben: «Ich kaufe den neuen Duden nicht, bei dem permanenten Wechsel in den Rechtschreibregeln weiss man ja nicht, ob sich die Investition überhaupt lohnt.»
jr: Ein "Duden" im Amt. Tages-Anzeiger, 26. 8. 2000, s. 15, Stadt Zürich
Das Polizeidepartement, genauer die Strassenbenennungskommission, hat trotz anhaltender Finanzkrise einen "Duden" angeschafft und will sich ab sofort bei der Beschriftung der Zürcher Strassen an die deutsche Rechtschreibung halten. […] Bis aber ganz Zürich korrekt beschriftet ist, hat der "Duden" gewiss schon wieder andere Regeln.
Kaum; in dieser beziehung hat sich nichts geändert.
Behrbalk, Erhard: Das Problem wird sich ganz von selbst erledigen. Zu Minister bleiben bei neuen Regeln und Times mager "Reformatoren" (FR vom 28. Juli 2000). Frankfurter Rundschau, 25. 8. 2000, Leserbriefe
Wie lange kann man gegen ein Regelwerk ankämpfen, es ignorieren? Ein Jahr, drei Jahre, ein Jahrzehnt? Wenn die Schülerinnen und Schüler von heute in die Redaktionsstuben der
FAZ eingezogen sein werden, wird sich dieses Problem ganz von selbst erledigen.
dpa/AP: Die Moorhuhnjagd ist dabei. Dicker, teurer und mit 5000 neuen Wörtern. Südwest Presse, 25. 8. 2000, Feuilleton
Die Diskussionen um die Reform bezeichnete
Wermke als "normal": "Das ist ein langfristiger Prozess und der wird auch noch länger als fünf Jahre dauern." Zudem seien die besonders umstrittenen Fragen der Getrennt- und Zusammenschreibung bereits vor der Reform ein "kritischer Bereich" gewesen: "Hier ist vielleicht die Grenze der Regulierbarkeit erreicht", sagt Wermke.
Hauschild, Joachim: Die Tradition des deutschen Dokumentarfilms endet in der Gegenwart. In der ARD nehmen belanglose Reportagen und Features zunehmend den Platz von kritischen Berichten über brisante Themen ein. Frankfurter Rundschau, 24. 8. 2000, Medien
Den großen Themen dieses Sommers etwa dem Rechtsradikalismus und seinen Opfern und Tätern und der Rechtschreibreform, womöglich auch dem unangemessenen Ausschlag des Erregungspendels zu beiden Themen hat sich, bisher jedenfalls, noch kein Dokumentarist (wo sind sie geblieben?) gewidmet.
Züfle, Winfried: Ein Sommertheater, das die Welt verändert. Augsburger Allgemeine, 23. 8. 2000
Zu Ferienbeginn war nicht so recht klar, welches Thema die Sommerpause 2000 beherrschen würde. […] Dann kochte die Rechtschreibreform wieder hoch. Ausgelöst durch die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), die zur alten Orthografie zurückkehrte, schien plötzlich die Rolle rückwärts bevorzustehen. Aber das Thema erwies sich dann doch nicht als stark genug, um die Gemüter auf Dauer zu erregen.
Engert, Ernst-Moritz: Notiert. Sprache. Frankfurter Neue Presse, Nassauische Neue Presse, 23. 8. 2000, Lokales
Da streiten sich die großen und kleinen Geister um die deutsche Rechtschreibreform, und ob es nicht sinnvoll sei, sie wieder zu kassieren. Gemach, denn eigentlich sind solche Überlegungen überflüssig, wo doch die deutsche Sprache mehr und mehr von der englischen überwuchert wird und sich bald darin auflösen dürfte.
Gräbner, Dorothea: Für leicht erlernbare und logische Rechtschreibregeln. Zu Minister bleiben bei neuen Regeln (FR vom 28. Juli 2000). Frankfurter Rundschau, 23. 8. 2000, Leserbriefe
War es Zufall, dass keiner der jetzt so empörten Honoratioren sich während der langen, keinesfalls geheimen Entstehungszeit der Reform sich dafür interessierte, sich einmischte und rechtzeitig auf Ungereimtheiten hinwies ? War das nicht ein angeekeltes Wegschauen in der stillen Hoffnung, daraus würde nichts werden?
sda: Maschendrahtzaun und Warmduscher. Der neue Duden enthält insgesamt 120 000 Stichwörter auf 1153 Seiten. Schaffhauser Nachrichten, 22. 8. 2000, nr. 195, s. 13, Feuilleton
Ein eigener kurzer Abschnitt behandelt anschliessend die Schreibweise der Nachrichtenagenturen. Noch vor dem eigentlichen Wörterverzeichnis nimmt der Duden als Überblick eine Gegenüberstellung alter und neuer Schreibungen bei häufig gebrauchten Wörtern vor.
Arnet, Martin: Die Krux mit dem «h». Von den Namen der Weiher und ihrer Schreibweise. St. Galler Tagblatt, 22. 8. 2000, nr. 195, s. 47, Stadt St. Gallen
Für die Sachbezeichnung als solche ist die hochdeutsche Schreibweise — «der Weiher» — massgebend. […] Unsere Vorfahren neigten dazu, alles und jedes zu verhochdeutschen — auch mit unsinnigen Neubildungen. Degersheim (aus Tägerschen, wie heute noch gesagt wird) ist diesbezüglich wohl die gröbste Verballhornung eines Dorfnamens in der Ostschweiz. […] Und deshalb macht es Sinn, nicht «Männerweiher» oder «Knabenweiher» zu schreiben, sondern «Mannenweier» und «Buebenweier».
Wolf, Herbert Richard: Intimfeinde verunglimpft (I). Süddeutsche Zeitung, 22. 8. 2000, s. 11, Briefe an die SZ
Über die so genannte neue Rechtschreibregelung kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein […]. Gleichwohl sollte man, wenn man will, über die Sache streiten und nicht Personen, die man zu seinen Intimfeinden erkoren hat, verunglimpfen und schmähen.
Theodor Ickler aber geht in seinem Kulturkampf noch ein Stück weiter: Da es ihm, wie allen Zeloten, um die „geistige und moralische Hygiene" geht, kriminalisiert er alle, die anderer Meinung sind als er.
Bausch, Karl-Heinz, und Hoffmann, Claus, und Kolvenbach, Monika, und Rathke, Wolfgang: Intimfeinde verunglimpft (II). Süddeutsche Zeitung, 22. 8. 2000, s. 11, Briefe an die SZ
Mit äußerstem Befremden haben die Mitarbeiter des
Instituts für Deutsche Sprache
Theodor Icklers Leserbrief zur Kenntnis genommen. Wie er sich äußert und andere diffamiert, ist bemerkenswert. […] Es ist doch erstaunlich, wie viel Zeit ein Universitätsprofessor hat.
Pohl, Heinz Dieter: Man kann nicht alles bis ins Detail regeln (I). Süddeutsche Zeitung, 22. 8. 2000, s. 11, Briefe an die SZ
Vor allem sollten sich aber die Kritiker im Klaren sein, dass es wohl zu einer Neuauflage des Streits um die Großschreibung kommen dürfte, die den Experten und den Pädagogen, denen die Reform ohnehin schon immer zu wenig weit gegangen ist, sehr gelegen käme und was die am wenigsten erfreuliche Folge der jetzigen Auseinandersetzungen wäre, womit ein typisches Merkmal der deutschen Sprache – vergleichbar den slawischen Hatscheks oder der griechischen/russischen Schrift – wieder einmal bedroht sein könnte.
Lippert, Peter: Man kann nicht alles bis ins Detail regeln (II). Süddeutsche Zeitung, 22. 8. 2000, s. 11, Briefe an die SZ
Von keinem einzigen habe ich auch nur einziges Mal auch nur ein einziges positives Wort über diese so genannte Reform gehört.
Wasmuth, Johannes:
Einzig richtige Reaktion: Ziviler Ungehorsam. [Zu:] „Das Streiflicht" zur Rechtschreibung vom 27. Juli und vom 19./20. August.
Süddeutsche Zeitung, 22. 8. 2000, s. 11, Briefe an die SZ
All dies geschieht nicht aus besserer Einsicht oder sachlicher Notwendigkeit, sondern allein deshalb, weil einige hoch bezahlte Mannheimer Institutssenioren über Jahrzehnte hinweg Frust geschoben haben und nun endlich einmal einen Erfolg sehen wollen, der sich zufällig mit den Wirtschaftsinteressen eines Konzerns deckt. Die einzig richtige Reaktion eines freien Volkes darauf ist ein gerütteltes Maß an Zivilcourage und der offene zivile Ungehorsam. Dass dabei die SZ ausgerechnet der sonst bisweilen schmerzhaft konservativ indoktrinierten FAZ die Vorreiterrolle überlassen hat, tut schon mächtig weh.
sda: Der «Duden» kennt SMS. Bieler Tagblatt, (21. 8. 2000)
Mit nahezu perfektem Timing meldet sich in der Diskussion um die Rechtschreibreform ab der kommenden Woche eine der höchsten Instanzen in Sachen Orthografie zu Wort, nämlich der «Duden».
Krämer, Marcus:
Der Herr Professor und die 10 000-Mark-Frage. Wer dem Heidelberger Germanisten
Dieter Borchmeyer überzeugende Argumente für die Rechtschreibreform liefert, kann viel Geld verdienen.
Rhein-Neckar-Zeitung, rnz-online, 21. 8. 2000, Heidelberg
"Ich kenne keinen renommierten Sprachwissenschaftler, der diese Reform wirklich billigt", sagt Borchmeyer. Die Linguisten in der Reformkommission seien entweder "zweit- und drittklassig" oder "geschäftlich mit der Sache verbunden".
Isenberg, Michael: Angst vor dem NPD-Verbot? Die neue harte Linie schweißt die rechten Aktivisten zusammen. Sindelfinger, Böblinger Zeitung, 21. 8. 2000, Hintergrund
Sein politisches Denken lebt von der Negation. […] Die Steuerreform? Nein! Frauen zum Bund? Nein! Tempo 100? Nein! Doppelte Staatsbürgerschaft? Nein! Green Card? Nein! Rechtschreibreform? Nein!
Krieger, Hans: Von der Steigerbarkeit der Willkür. Süddeutsche Zeitung, 21. 8. 2000, s. 15, Feuilleton
Zwar handelt es sich nicht einmal ansatzweise um eine Reform der Reform rein quantitativ sind die Änderungen geringfügig. In der Substanz aber sind sie so folgenschwer, dass sie die Legitimationsgrundlage des gesamten Reformwerks in Frage stellen.
dpa/me.: ZDF stellt sich der Geschichte. Sechsteilige Dokumentation über die Ermordung der Juden. Berliner Zeitung, 19. 8. 2000, s. 18, Medien
Für die Schreibweise "Holokaust" habe sich der Sender entschlossen, weil der Mord an den Juden ein von Deutschen verübtes Menschheitsverbrechen sei, sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender […]. "Die aus dem Englischen stammende Schreibweise drückt sprachliche Distanz aus. Sprache darf aber nicht verschleiern. Die k-Schreibung soll verdeutlichen, dass wir Deutschen uns der eigenen Geschichte stellen." […] Das Auge des Lesers wird sich an diese Schreibweise indes nicht gewöhnen müssen. Der Stuttgarter Historiker Eberhard Jäckel, Mitglied des Fachberater-Gremiums der neuen Reihe, berichtet in der Freitag-Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zwar davon, dass im Zuge der Rechtschreibreform ein entsprechender Vorschlag vorgelegen habe. Mit dem Hinweis darauf, dass der Begriff emotional sehr aufgeladen sei, habe man aber von einer Änderung abgesehen.
Wermke, Matthias:
In der neuesten Duden-Auflage noch konsequenter.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. 8. 2000, nr. 192, s. 49, Briefe an die Herausgeber
Ickler erweckt in seinem Artikel den Eindruck, als würden in der neuesten Auflage des Rechtschreibdudens amtliche Regeln stillschweigend revidiert. Das ist nicht der Fall.
Glauber, Ulrich: Schluss mit Demi Mooreova! Ein Brief aus Prag. Frankfurter Rundschau, 19. 8. 2000
Dass die Diskussion über die Rechtschreibreform in den deutschsprachigen Ländern den Blick für weniger zentrale Themen der Weltgeschichte verstellt, ist leicht nachzuvollziehen. Insbesondere die deutschen Dichter und Denker müssen sich in ihrer Tiefsinnigkeit der Rettung der Kinder vor sprachlicher Verwahrlosung naturgemäß aufgewühlter widmen als solchen Nebensächlichkeiten wie dem "Negerklatschen" rechtsradikaler Skins und ähnlicher inhumaner Kinkerlitzchen. […] Zwei Kammern des Parlaments in Prag haben sich nach lebhaften Debatten dazu durchgerungen, unter den Tschechen zehn Jahre nach der "Samtrevolution" einen zweiten tiefgreifenden Umsturz zuzulassen. Sie stellten einen Jahrtausende alten Brauch in Frage: Es geht um die Nachsilbe "-ova" bei weiblichen Nachnamen — vergleichbar dem "-in" für die Namenskennzeichnung von Hofeigentümerinnen in ländlichen Gegenden deutscher Zunge (siehe: "Die Bernauerin"). […] Auch in Tschechien hat also der Berg eine Maus geboren. Aber […] in Prag wird nicht so viel palavert.
SZ: Das Streiflicht. Süddeutsche Zeitung, 19. 8. 2000, s. 1
Walsers Verweigerung in allen Ehren. Trotzdem wäre es schön, wenn ein nationales Rechtschreibdiktat der Dichter zustande käme. Man muss sich das einmal bildlich vorstellen! Da sitzt zum Beispiel Walter Kempowski auf dem Affenbänkchen, schreibt Stängel in altgewohnter Manier mit e, also Stengel, und Jens Jessen vom Zeit-Feuilleton streicht ihm das rot an, nicht ohne ihm launig zuzuraunen: „Mit ä schreib Stängel, sonst bist du ein Rechtschreibbengel!" Übrigens fällt uns bei dieser Gelegenheit auf, dass die nämlich-Eselsbrücke schon mit der Gämse nicht mehr funktioniert. „Wer Gämse mit e schreibt, ist . . ." – ja was eigentlich: Brämse? Sänse? Thämse? Wir rufen Deutschlands Dichter.
Walther, Rudolf: Wie man «chatten» und «mailen» richtig schreibt. Erlösung für alle Rechtschreibzweifler: Der aktuelle Duden, demnächst auf dem Orthografie-Markt. Basler Zeitung, 18. 8. 2000, nr. 191, s. 47, Feuilleton
Als das Sommertheater in diesem Jahr so schlecht anlief wie das Juliwetter nass war, entschloss sich die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» zur Tat und inszenierte ihr eigenes Theater unter dem Titel «Rückkehr zur alten Rechtschreibreform». Weil es dazu keinerlei vernünftige Gründe gibt und der Anlass stofflich zu wenig her gibt, zogen die Frankfurter die Sache als Fortsetzungsstück mit Kampagnencharakter auf. […] Zunächst schreibt die Reform weniger zwingend vor als früher […]. Die ganze konservative Polemik gegen das vermeintliche «Diktat von Bürokraten» geht ins Leere. Die Rechtschreibreform gewährt den Schreibenden «zusätzliche Freiheiten für eigene Entscheidungen» (Duden, Vorwort 21. Aufl.), ohne jenes Chaos anzurichten und jene Beliebigkeit zuzulassen, die die Kritiker — den Kulturverfall und den Untergang des Abendlandes beschwörend — als tödliche Gefahren an die Wand malen.
dpa: «Nicht wieder auf die Schulbank.» Berner Zeitung, 18. 8. 2000, nr. 192, s. 37, Kultur
Martin Walser (73), Schriftsteller, will sich nicht in der alten Rechtschreibung prüfen lassen. «Ich sehe nicht ein, dass ich mich noch einmal auf eine Schulbank setzen lassen soll», sagte Walser gestern im Südwestrundfunk (SWR).
Kellermüller, Max: Weitere Stimmen zur Rechtschreibreform (I). Neue Zürcher Zeitung, 18. 8. 2000, nr. 191, s. 61, Briefe an die NZZ
Ein sparsamerer Einsatz des Rotstifts bei den jungen Abc-Schützen hätte das Problem indessen zur Zufriedenheit aller gelöst. Die Entscheidung, stattdessen Lesbarkeit, Rechtschreibsicherheit, Eindeutigkeit plus Differenzierungsmöglichkeiten der deutschen Sprache zu opfern, trägt für mich die Züge eines gigantischen Schildbürgerstreichs.
Die verbreiteten klagen über die mangelhaften rechtschreib- und lesefähigkeiten der schulabgänger laufen jeweils nicht auf einen «sparsameren Einsatz des Rotstifts» hinaus.
Starbatty, Joachim, und Opper, Sonja: Weitere Stimmen zur Rechtschreibreform (II). Neue Zürcher Zeitung, 18. 8. 2000, nr. 191, s. 61, Briefe an die NZZ
Es ging den Reformern aber nicht um eine behutsame Anpassung an das gesprochene Wort und eingeschliffene Schreibweisen […]; sie planten vielmehr, sie dem Ziel unterzuordnen, orthographische Fehler zu vermeiden.
Nein.
Redies, Rainer: Sich die Ungereimtheiten der alten und neuen Rechtschreibung um die Ohren schlagen. Zu Tastaturen aller Länder (FR vom 31. Juli 2000). Frankfurter Rundschau, 18. 8. 2000, Leserbriefe
Wir arbeiten in einem kleinen Verlagsbüro seit langer Zeit problemlos mit einem Programm, das nicht nur konsistente Umstellung auf die neue Rechtschreibung, sondern auch die Vereinheitlichung schwieriger Fachterminologien und die Berücksichtigung von Autorenwünschen gewährleistet.
neu
Schwarz, Moritz:
"Opfer der Spaßgesellschaft."
Christian Meier über die aktuelle Lage im Rechtschreibkampf, den Reform-Widerstand der
Deutschen Akademie und die hiesige Lesekultur.
Junge Freiheit, 18. 8. 2000, nr. 34, s. 3, Im Gespräch
Man hat Anfang der neunziger Jahre etwa dreißig Organisationen zu einer Anhörung eingeladen. Diese Einladung ist bei uns nicht eingegangen. […] Wir sind dann, wie die meisten anderen auch, erst mit der fertigen und beschlossenen Reform konfrontiert worden. Wir haben sogleich, als die Wörterliste bekannt wurde, protestiert. […] Ich halte es für geradezu rechtswidrig, daß Kultusminister tiefer in die Schreibung eingreifen.
SK:
Der Duden als zuverlässiger Ratgeber. Rechtschreibung:
Zwischenstaatliche Kommission und
Duden-Verlag zur Reform-Kritik.
Mannheimer Morgen, 18. 8. 2000, Kultur
Beide Institutionen reagieren damit auf die Kritik einiger Reformgegner am neuen Duden, die dahin zielt, dass in dem Nachschlagewerk eine Gewichtsverschiebung zu Gunsten der alten Schreibungen festzustellen sei. […]
Theodor Ickler erweckt in seinem genannten Beitrag den Eindruck, als würden in der neuesten Auflage des Rechtschreibdudens amtliche Regeln stillschweigend revidiert. Das ist nicht der Fall.
epd: Walser will nicht nachsitzen. "Diktat" abgelehnt. Südkurier, 18. 8. 2000, Lokales
"Ich sehe nicht ein, dass ich mich noch einmal auf eine Schulbank setzen lassen soll", sagte Walser in der Hörfunk-Sendung "Kultur Aktuell" des Südwestrundfunks (SWR) in Baden-Baden. Damit reagierte der Schriftsteller auf eine in der Wochenzeitung "Die Zeit" erschienene Einladung zum Diktat nach den alten Schreibregeln.
Falscher Ton. Stuttgarter Nachrichten, 18. 8. 2000, Kultur
Und natürlich hat Walser auch Recht mit der Bemerkung, dass Fehler kein Argument pro oder contra eine Rechtschreibregelung sind. Doch war nicht die Begründung der Rechtschreibreform, dass die alte zu kompliziert, damit also zu fehlerträchtig gewesen sei? — Einen Martin Walser muss dies nicht bewegen.
Nun wird klar, was ihn bewegt: die ansicht, dass nicht die rechtschreibung für den menschen da ist, sondern umgekehrt der mensch der gottgegebenen rechtschreibung zu huldigen hat. Der von der Zeit implizit erhobene vorwurf der inkonsequenz und unredlichkeit prallt an der religionsähnlichen stellung der ortografie ab: Der papst sagt von sich auch, er sei ein sünder.
Kamber, Thomas: Rechtschreibreform: Blick über den Tellerrand werfen. Rechtschreibreform ist auf Grund gelaufen, Briefe vom 9. 8 (I). Tages-Anzeiger, 17. 8. 2000, s. 24, Forum
Die Debatte um die neue Rechtschreibung zeigt, dass sehr viele Leute die Freiheiten und Erleichterungen, welche die Reform gebracht hat, nicht nutzen möchten oder sogar davon überfordert sind.
Ley, Thomas: Rechtschreibreform: Blick über den Tellerrand werfen. Rechtschreibreform ist auf Grund gelaufen, Briefe vom 9. 8 (II). Tages-Anzeiger, 17. 8. 2000, s. 24, Forum
Die Reformgegner sind meist denkfauler als die Schüler, zu deren Ausbildung sie bestellt sind.
Krähenbühl, Lukas: Rechtschreibreform: Blick über den Tellerrand werfen. Rechtschreibreform ist auf Grund gelaufen, Briefe vom 9. 8 (III). Tages-Anzeiger, 17. 8. 2000, s. 24, Forum
In einer wirklich guten Rechtschreibreform müsste als Erstes sowieso die Grossschreibung abgeschafft werden.
Eichenberger, Helen: Rechtschreibreform: Blick über den Tellerrand werfen. Rechtschreibreform ist auf Grund gelaufen, Briefe vom 9. 8 (IV). Tages-Anzeiger, 17. 8. 2000, s. 24, Forum
Wer behauptet, die Rechtschreibreform bringe keine Vereinfachung, hat sich mit der Reform nicht gründlich auseinander gesetzt. […] Während meiner 20-jährigen Tätigkeit als Deutschlehrerin auf der Oberstufe hätte ich mir unzählige Übungsstunden zur Orthografie schenken können, wenn die neue Norm schon gegolten hätte.
Schmid, J.: Rechtschreibreform: Blick über den Tellerrand werfen. Rechtschreibreform ist auf Grund gelaufen, Briefe vom 9. 8 (V). Tages-Anzeiger, 17. 8. 2000, s. 24, Forum
So ist die dümmste Änderung das Weglassen des Apostrophs.
Schoeb, Mario: Rechtschreibreform: Blick über den Tellerrand werfen. Rechtschreibreform ist auf Grund gelaufen, Briefe vom 9. 8 (VI). Tages-Anzeiger, 17. 8. 2000, s. 24, Forum
Hätten sich unsere Vorfahren derart gesträubt, schrieben wir womöglich noch nach Luthers Regeln.
Heinzmann, Erhard: "Das nehmen wir nicht mehr so genau." Wie Sekretärinnen mit der Rechtschreibung umgehen. Allgäuer Zeitung, 17. 8. 2000,·Aktuelle Nachrichten aus Kaufbeuren
Ein Jahr nach ihrer offiziellen Einführung haben die neuen Rechtschreibregeln unter einer wichtigen Berufsgruppe offensichtlich kaum Anhänger gefunden: Bei einer Umfrage der AZ in Chefsekretariaten waren nur zurückhaltende bis negative Äußerungen zu hören.
Glaser, Albert: Ahnungslose Linguisten. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. 8. 2000, nr. 190, s. 8, Briefe an die Herausgeber
Dieses Versagen der philologischen Fakultäten, die es zuließen, daß die Etymologie zugunsten der Linguistik nahezu aus dem Fächerkanon verschwand, erklärt gar vieles an den Albernheiten der neuen Rechtschreibreform. Den zwar reformwütigen, aber ansonsten ahnungslosen Kollegen von der Linguistik wäre gelegentlich ein Blick in Grimms "Deutsches Wörterbuch" zu empfehlen.
Das ist angesichts der kleinschreibung sehr zu empfehlen, aber von der idee der etymologischen ortografie hat man (richtigerweise) schon vor über hundert jahren abschied genommen, und das ist doch auch schon eine weile her.
dpa/FR: "Die Zeit" ruft Dichter zum Diktat nach alten Regeln. Frankfurter Rundschau, 17. 8. 2000
Ein entsprechender Aufruf wird in der heutigen Ausgabe veröffentlicht. Dieser wendet sich an diejenigen Autoren, die zuletzt gegen die Reform protestiert haben, unter ihnen Günter Grass, Martin Walser, Elfriede Jelinek, Durs Grünbein und Hermann Kant.
Herz, Manfred: Kostbares Stück der Schreibkultur dem Zeitgeist geopfert. Zu Nachhilfe (FR vom 5. August 2000). Frankfurter Rundschau, 17. 8. 2000, Leserbriefe
Hier wurde ein kostbares Stück unserer Schreibkultur einem Zeitgeist geopfert, der Differenzierungen abhold ist.
Schneider, Marc: Chaos statt Vereinfachung. Zu Die deutsche Orthografie wirkt wie Beton im Gesellschaftsaufbau (FR vom 10. August 2000). Frankfurter Rundschau, 17. 8. 2000, Leserbriefe
Der Streit um die Rechtschreibreform erscheint mir verständlich, handelt es sich dabei um eine der Bevölkerung "verordnete" Änderung, wobei die Urheber für sich in Anspruch nehmen, alleine und nach Belieben über das Allgemeingut Sprache zu entscheiden.
dpa: "Die Zeit" bittet zum Diktat. Mannheimer Morgen, 17. 8. 2000, Kultur
Die Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" hat alle Schriftsteller, die sich für eine Rücknahme der Rechtschreibreform ausgesprochen haben, zu einem Diktat nach den alten Regeln eingeladen.
edo: Was Ihr wollt? Süddeutsche Zeitung, 17. 8. 2000, s. 15, Feuilleton
Einen Vorteil hat das Gerede um die Rechtschreibreform: Wir kommen langsam dahinter, dass unsere Schriftsteller gar nicht so gut Deutsch und auch nicht so gut denken kännen, wie sie immer tun. […] Aber womöglich werden die nicht immer scharf nachdenkenden Dichter nun bald handzahm, denn die Zeit ruft die Reformgegner zum Diktat […].