Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)presseartikel → bis 31. 3. 2006
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Aus der presse


31. 3. 2006

: Rechtschreibung Schüler dürfen wieder sitzenbleiben. Blick, , nr. 76, s. A9, BlickAktuell (195 wörter)
Und wieder ändert sich die Rechtschreibung: Es wird ein klein bisschen zurückbuchstabiert. Deutschland hat die Reform reformiert - die Schweiz wird wohl oder übel nachziehen müssen. […] Für «Otto Normalrechtschreiber» ändert das Reformreförmchen wenig.
: Einhellig für korrigierte Fassung. St. Galler Tagblatt, (65 wörter)
Die Rechtschreibreform wird in Deutschland noch mal korrigiert, nun aber endgültig.
: Reformierte Schreibreform abgesegnet. Die Südostschweiz, ausgabe Graubünden, , Kultur (152 wörter)
Den Gegnern der Rechtschreibreform gehen die Korrekturen immer noch nicht weit genug. «Mit diesem angeblichen Kompromiss kann kein Rechtschreibfriede erreicht werden», hiess es am Donnerstag in einer Erklärung des Vereins für deutsche Rechtschreibung. Der Verein plädiert deshalb für eine «Rückkehr ins vertraute und vor allem funktionsfähige Heim der bewährten Schreibweisen» vor 1996.
: Rechtschreibreform gebilligt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 77, s. 1, Politik (174 wörter)
Die siehe Forschungsgruppe Deutsche Sprache, ein Zusammenschluß von Reformgegnern, äußerte die Sorge, "daß nunmehr die orthographische Spaltung endgültig" Einzug halte.
: Ein Fiasko. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 77, s. 12, Zeitgeschehen (186 wörter)
Für die Politik ging es nur noch darum, ein Projekt durchzuboxen, das irgendwann einmal begonnen wurde - niemand weiß oder versteht heute mehr, warum dies eigentlich geschah.

Wir wissen und verstehen, aber wir sind ja niemand.

: Stolz und Vorurteil. Das Spanische verteidigt sich nach außen und innen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 77, s. 41, Feuilleton
Die Königlich-Spanische Akademie der Sprache, gegründet 1713, unternimmt in den letzten Jahren große Anstrengungen, jeglichen Anspruch auf Deutungshoheit mit ihren zweiundzwanzig Schwesterakademien in den übrigen spanischsprachigen Ländern zu teilen. Mexikos Akademie etwa blickt auf eine hundertdreißigjährige Tradition zurück. So erschien 1999 eine gemeinsam erstellte, freilich überaus moderate Überarbeitung der spanischen Rechtschreibung, und erst vor wenigen Monaten gaben die Akademien das "Diccionario panhispánico de dudas" heraus, das in Zweifelsfällen als Richtschnur für die korrekte Verständigung in der gesamten spanischsprachigen Welt dienen soll.
: Wir schreiben richtig. Die Resolution der Schriftsteller zur Orthographie. Süddeutsche Zeitung, , s. 14, Literatur (314 wörter)
Wir jedenfalls werden unsere Bücher weiter in der Schreibweise drucken lassen, die wir für richtig halten.

Und richtig ist nicht, was irgendwann war, was irgendwann sein wird, was auch noch möglich wäre, sondern das, was wir in der schule gelernt haben.

: Neue Rechtschreibung auf dem Weg. Rüttgers: Künftige Änderungen ohne die > Politik; Länder einig bei Staatsreform. Der Tagesspiegel, , Politik
„Das Thema wurde letztmals in diesem Kreis beraten“, kündigte Jürgen Rüttgers, Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz und Regierungschef von Nordrhein-Westfalen, an. Der CDU-Politiker hofft, dass für weitere Rechtschreibänderungen ein Verfahren gefunden werde, an dem die Politik nicht mehr beteiligt sein müsse. […] Er betonte aber, das Ergebnis der Rechtschreibreform, die nun zum neuen Schuljahr gelte, bringe eine Verbesserung.

Das verfahren wurde schon von Klopstock, Grimm usw. gefunden: schreiben Sie klein!

: Abschied vom deutschen Führerschein, alias Pappe. Die Welt, , nr. 77, s. 2, Deutschland
Es war lange vor der Rechtschreibreform, der Reform der Reform und des Protests der beruflich Schreibenden Anfang dieser Woche gegen die zu geringe Rückführung der reformierten Reform an die ursprüngliche Rechtschreibung. Nein, auch wegen Alkohol am Steuer oder wegen lebensgefährlicher Raserei durch geschlossene Ortschaften […] hat Hochhuth seinen Führerschein nicht verloren, sondern er hat ihn erst gar nicht gemacht.
: Ministerpräsidenten nicken Änderungen an Rechtschreibreform ab. Die Welt, , nr. 77, s. 4, Deutschland
Niedersachsens Ministerpräsident siehe Christian Wulff (CDU) forderte die > Politik auf, sich in Zukunft aus der Weiterentwicklung der deutschen Rechtschreibung herauszuhalten. Es sei "viel Chaos angerichtet" worden, sagte Wulff gestern in Hannover. Die gesamte Diskussion um die Reform sei "ein einziges Fiasko". […] Die "orthographische Krise" sei trotz des jetzt gefundenen Kompromisses noch nicht überwunden.
: Kopfnoten. Note: 3. Die Welt, , nr. 77, s. 8, Forum (94 wörter)
Wem würde es mit der Rechtschreibreform nicht gehen wie Kurt Beck? "Ich kann es nicht mehr hören", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident gestern, bevor er und seine Kollegen die reformierte Reform absegneten.

Ein tipp: politiker, die der > politik überdrüssig sind, pflegen zurückzutreten.

30. 3. 2006

: Unfug mitgemacht. Facts, , nr. 13, s. 9, Kontakt (89 wörter)
Das Beste wäre wohl, man würde ab sofort Altes und Neues gleichwertig nebeneinander gelten lassen, und die Schreibenden könnten das ihnen Zusagende wählen.

Wäre? Ist es denn nicht so?

: Umsetzen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 76, s. 21, Briefe an die Herausgeber (143 wörter)
[…] warum bedient er sich dabei zweimal des albernen Modeverbs "umsetzen"? […] Weil die F.A.Z. sich so verdienstvoll gegen die mißglückte Rechtschreibreform wendet, sollten ihre Autoren sich doch möglichst von solchen Sprachtorheiten fernhalten […].
: Ministerpräsidenten entscheiden über Rechtschreibreform. Die Welt, , nr. 76, s. 2, Deutschland (112 wörter)
Unterdessen kündigte gestern eine Gruppe namhafter Schriftsteller an, ihre Bücher "weiter in der Schreibweise drucken (zu) lassen, die wir für richtig halten". Der > Staat gehöre "nicht zu den Instanzen, denen Literatur sich unterwirft."

29. 3. 2006

: Deutsche Schriftsteller halten an der alten Rechtschreibung fest. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 75, s. 2, Politik (636 wörter)
Kurz vor der Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz über die Vorschläge des Rates für deutsche Rechtschreibung an diesem Donnerstag haben Schriftsteller und Rechtswissenschaftler sowie die Bayerische Akademie der Schönen Künste an die Ministerpräsidenten appelliert, an der bisherigen Rechtschreibung festzuhalten. In einer gemeinsamen Erklärung der Schriftsteller, die von Daniel Kehlmann, Christian Kracht, Feridun Zaimoglu, Judith Hermann, siehe Iris Hanika und anderen unterzeichnet ist, bekräftigen die Dichter, ihre Bücher weiter in der bisherigen Schreibweise drucken zu lassen.
: "Die Sprache kennt keine Kompromisse." Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 75, s. 1, Politik (145 wörter)
Der Vorsitzende des siehe Rates für deutsche Rechtschreibung, siehe Zehetmair (CSU), sagte dieser Zeitung: Wenn die "Printmedien" künftig im Falle mehrerer Möglichkeiten den bewährten Schreibweisen folgten, würden sich diese durchsetzen. Auch die Schulbuchverlage hätten angekündigt, so zu verfahren.

Womit amtlich bestätigt ist: Die zeitungen machen die rechtschreibung. Dann wäre es aber ehrlicher, gegen sponsoring auf die schulbücher zu schreiben: «Die Rechtschreibung wird Dir präsentiert von der Bild-Zeitung.» (Und auf die chemiebücher: «Die Chemie wird Dir präsentiert von Novartis.» Usw.)

28. 3. 2006

: Ohne staatliche Vorschrift. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 74, s. 22, Briefe an die Herausgeber (274 wörter)
Das Bundesverfassungsgericht hat dem > Staat das Recht nicht bestritten, in seinen Einrichtungen Vorschriften zur Schreibung der deutschen Sprache zu erlassen. Er sollte - nicht nur aus wissenschaftlichen, sondern vor allem aus ethischen Gründen - auf dieses Recht verzichten, wenn es in den Bestand der Sprache mit all ihren unwägbaren Einwirkungen auf Gemüt und Weltsicht der Sprecher und Schreiber eingreift.

27. 3. 2006

: Keine halben Sachen mehr. > Deutsche Akademie fordert Geld und Hilfe für den siehe Rechtschreib-Rat. Neue Zürcher Zeitung, , 227. jg., nr. 72, s. 24, Feuilleton (377 wörter)
In ihrer jüngsten Erklärung nun fordert die Akademie, die Politik solle dem Rat eine «finanziell und institutionell abgesicherte Arbeitsebene» verschaffen. […] Zur Begründung der Forderung nach Geld und nach einem lexikographischen Apparat wird auf die Wörterliste verwiesen, die seit kurzem vorliegt […]. Nachfragen ergeben, dass die als grosses Desiderat empfundene Wörterliste gar nicht vom Rat erstellt wurde, sondern von den alten Reformkräften: dem > Institut für Deutsche Sprache in Mannheim sowie zwei Wörterbuchverlagen. Noch immer arbeiten im Garten der Orthographie Böcke als Gärtner.

Ebenso im garten des journalismus.

: Orientierungshilfe und Mahnung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 73, s. 9, Briefe an die Herausgeber (348 wörter)
Die vom siehe Rat für deutsche Rechtschreibung empfohlene und von den > Kultusministern beschlossene Reform bringt zwar wesentliche Verbesserungen, löst die entscheidenden Probleme aber nur teilweise […]. Um so wichtiger wird es nun, daß die F.A.Z. an der bewährten Rechtschreibung festhält - unabhängig von der Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz.
: Aus Staatsraison. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 73, s. 9, Briefe an die Herausgeber (224 wörter)
Das Ganze läuft so: Ohne erkennbare Kompetenzkriterien beruft man zwei Dutzend Menschen in eine Kommission, die dann im vernunftfreien Raum auf dem Hintergrund ihrer weltanschaulichen und ideologischen Vorprägungen Entscheidungen fällen.
: Es ginge auch ohne die dümmlichen Anglizismen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 73, s. 9, Briefe an die Herausgeber (423 wörter)
Da staunt Leser Professor Wolfgang Enzensberger (F.A.Z. vom 17. März), daß das Fernsehen keine Sondersendung zum Wahnwitz der Rechtschreibreform bringt. Na, weil dem Fernsehen die deutsche Sprache egal ist, wie man jeden Tag dutzendfach hören kann.

24. 3. 2006

: Von Höckern und Marken. CoffeeTalk mit Martin Hicklin. Basler Zeitung, , s. 35, Wissen (283 wörter)
So verschieden CoffeeTalk und ForscherBlick […] sein mögen, eines ist ihnen gemeinsam: Der Höcker in der Mitte. Das T und das B sind das, was im Deutschen Binnenmajuskel oder Binnenversal (böswillig auch Deppenmajuskel) genannt wird, im Englischen CamelCase oder BumbyCaps heisst. Zwar ist die Höckerschreibweise im Deutschen eigentlich verboten, und stamme - so lesen wir bei Wikipedia - aus der Zeit vor der Vereinheitlichung der Rechtschreibung. (In der wir uns möglicherweise wieder befinden.) Doch die Höcker machen eine Wortkombination zur Marke. […] Mode wurde die bucklige Schreibweise letztes Jahrhundert eigentlich bei den Programmierern. Mit CamelCaps konnten sie Begriffe erkennbar getrennt und doch hintereinander schreiben.

23. 3. 2006

Korrekt. Basler Zeitung, , s. 30, Forum (45 wörter)
Wie die baz die neue Rechtschreibung umsetzt; baz 21. 3. 06. Ausgerechnet im Artikel über die neue Rechtschreibung sind die Beispiele zur Getrennt- bzw. Zusammenschreibung fehlerhaft.
: Perfekt, ohne Anfang und Ende. Miller's Studio Ursus & Nadeschkin mit «Weltrekord». Zürichsee Zeitung,
Aber für die, welche diesmal nicht mit dabei sein können, versprechen Ursus & Nadeschkin, im Herbst oder vielleicht auch im Januar wiederzukommen - oder auch wieder zu kommen, denn eine Auseinandersetzung mit den Absurditäten der Rechtschreibereform gehört zu den Höhepunkten ihres Programms.

21. 3. 2006

Rechtschreibreform: Schweiz ausgetrickst. Basler Zeitung, , s. 1, Front (65 wörter)
Die Schweizer siehe Konferenz der Erziehungsdirektoren wurde vom Beschluss der deutschen > Kultusminister, die letzte Fassung der Rechtschreibreform gutzuheissen, überrumpelt.
: Zusammenarbeit wurde klein geschrieben. Deutsche Bildungsminister haben ihre Schweizer Kollegen bei der Reform der Rechtschreibreform überrumpelt. Basler Zeitung, , s. 7, Schweiz (941 wörter)
Auch in ihrer Endphase sorgt die deutsche Rechtschreibreform für Aufregung. Unter deutschem Druck eilte es sehr: zwei Dokumente sind vom siehe Rat für deutsche Rechtschreibung noch gar nicht abgesegnet. Drei Teile umfasst das überarbeitete Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung (RdR), das Anfang März ins Internet gestellt wurde: die Regeln, ein umfangreiches Wörterverzeichnis und der Bericht des Rates. […] Die siehe EDK kritisiert, dass sie zur jüngsten Reform der Rechtschreibreform nicht angemessen habe Stellung nehmen können. […] Die Unzufriedenheit ist gross, gerade bei Lehrerinnen und Lehrern. Mit einer Auswahlsendung von Varianten seien die Schüler überfordert, meint auch Beat Zemp, Präsident des siehe Lehrervereins LCH. […] siehe Werner Hauck dagegen sieht die Sache nicht so dramatisch.
: Wie die baz die neue Rechtschreibung umsetzt. Wo das offizielle Regelwerk verschiedene Varianten zulässt, muss der Hausduden der Basler Zeitung eine Entscheidung treffen. Basler Zeitung, , s. 7, Schweiz (529 wörter)
Die baz hat in ihrer Korrekturpraxis die letzten Empfehlungen des siehe Rats für deutsche Rechtschreibung bereits vorweggenommen. Wie die meisten Tageszeitungen in der Schweiz hat die baz 1999 offiziell auf die neue Rechtschreibung umgestellt, gleichzeitig mit den deutschsprachigen Nachrichtenagenturen. Diese trafen bei möglichen Varianten eine Auswahl und bei einigen Punkten folgten sie nicht den neuen Regeln. Die baz hat die meisten dieser Sonderregelungen übernommen, um zeitaufwändige Anpassungen von Agenturtexten zu vermeiden. […] Bei der Zusammen- und Getrenntschreibung entstand ein heilloses Durcheinander. […] Widerstand gab es bei uns in der baz auch bei der Unterscheidung zwischen wörtlicher und übertragener Bedeutung von Begriffen.
: Rechtschreibreform auf Sorbisch. Niederlausitz: Viele zweisprachige Ortsschilder sind seit Februar falsch; schuld ist das „ut“. Der Tagesspiegel, , Brandenburg
Und all’ der Hader um die deutsche Rechtschreibreform hat die Sorben in der Niederlausitz nicht davon abgehalten, nun ebenfalls eine ihrer Ansicht nach längst fällige Sprachkorrektur vorzunehmen. Es geht um das „ut“, einen Vokal, der […] bislang wie ein „o“ geschrieben wurde, obwohl er wie ein zum „ö“ tendierendes „y“ ausgesprochen werde. Nicht-Sorben und Sorbischschüler hatten deshalb bislang erhebliche Probleme, das normale „o“ vom „ut“ zu unterscheiden. Seit Februar muss das „ut“ nun „ó“ geschrieben werden. […] Beschlossen wurde die Reform von der Niedersorbischen Sprachkommission. Ihr lagen noch viele weitere Änderungswünsche vor. Manche wollten eine große Korrektur der Sprache mit der Begründung, die Deutschen hätten ja auch eine umfassende Rechtschreibreform durchgeführt.

18. 3. 2006

: Züri intern. Tages-Anzeiger, , s. 16, Zürich
Bei der neuen deutschen Rechtschreibung ist bald alles möglich. Dass einem dies ziemlich auf den Magen schlagen kann, beweist jetzt ein Verkäufer von Kebab und anderem an der Langstrasse. «Musso Schokolade» auf seinem Menüplakat ist ja noch lustig. Aber bei «Nase Göring» wirds einem doch etwas flaumig.

17. 3. 2006

: Voller Fragen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 65, s. 7, Briefe an die Herausgeber (245 wörter)
Wie kann sich ein Volk seine Sprache von > Politikern diktieren lassen? […] Und das Fernsehen bringt nicht einmal eine Sondersendung, wie es sonst bei nationalen Katastrophen üblich ist. Vielleicht erscheinen bald große Todesanzeigen in den Tageszeitungen: Deutsche Rechtschreibung, geboren in der staatlichen Rechtschreibkonferenz 1901, in Berlin - gestorben 2006, nach einer langen Kultusminister-Konferenz-Agonie. Die Rechtschreibung wird zu Grabe getragen.
: Schwachsinn. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 65, s. 7, Briefe an die Herausgeber (85 wörter)
Ich frage mich immer häufiger, wie Ickler, "in welchem Land ich eigentlich lebe" […].

In Deutschland! Wir können nichts dafür.

: Ein "Unrat gegen Rechtschreibung". Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 65, s. 7, Briefe an die Herausgeber(319 wörter)
Die ganze Rechtschreib-Posse läßt hier ein Grundproblem dieser Republik offen zutage treten: die Ent-Demokratisierung und Ent-Professionalisierung in allen Bereichen des politischen Lebens und das Ersetzen des Diskurses mit dem Volk durch simulakrumartige Spektakel. […] Das Volk wird, sozialistischer Utopie folgend, von weisen Fachleuten in eine bessere Sprachzukunft geführt. Der Austritt siehe Icklers demaskiert den siehe Rat aber als reine Mesalliance von Politikern und Lobbyisten. […] Der obig erwähnte Doppel-Trend der Ent-Demokratisierung und Ent- Professionalisierung ist für mich das Endzeit-Faszinosum schlechthin.

16. 3. 2006

: Schweiz macht mit. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 64, s. 38, Feuilleton (189 wörter)
Der Ärger über das deutsche Vorgehen ist auch noch in der jüngsten Mitteilung der siehe Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK) zu spüren, in der die sechsundzwanzig Bildungsminister der Kantone zusammengeschlossen sind. Sie bedauert, daß ihr die neuesten Änderungsvorschläge wieder einmal verspätet zugestellt worden seien und daß es kein konzertiertes Handeln zwischen den staatlichen Partnern gegeben habe.
: Zehn überflüssige neue Bücher. Süddeutsche Zeitung, , s. 9, Panorama
9 „Neue Numerologie“ von Nick Newmont. Ansata. Verzichtbar, weil Numerologie nicht neu, sondern uralt ist. Das einzig Neue an diesem Buch ist die Rechtschreibung: Der Vorgängerband hieß „Neue Nummerologie“.

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Rolf Landolt