Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

Aus der presse

Nachgeführt 24. 3. 2008, 27. 2. 2008

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13. 3. 2008

neu bko.: Schnittmenge. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. 3. 2008, nr. 62, s. 4, Politik, Fraktur (212 wörter)

Wie ein Phönix aus der Asche erhebt die Mengenlehre sich von ihrem lange erkalteten Scheiterhaufen. Zwar noch nicht wieder in den Schulen, aber doch schon überall in der Politik. Und von dort, das lehrte uns die Rechtschreibreform, ist es bis in die Klassenzimmer nicht mehr weit. In den deutschen Parteien wird so begeistert nach Schnitt- und Vereinigungsmengen gesucht, dass es die reine Freude für konstruktive Mathematiker sein muss. An Opfern des Reformwahns der siebziger Jahre aber nagt der Zweifel: Wissen die Politiker (siehe wieder die Rechtschreibreform), mit was sie es zu tun haben?

12. 3. 2008

neu Schmidt, Andreas: Der Älteste im Landkreis Harburg. Hamburger Abendblatt, 12. 3. 2008, Harburg/Landkreise

In dem Jahr, als Max Schlüter geboren wurde, trat die Rechtschreibreform in Kraft - aber nicht die von 1996, sondern die von 1901.

11. 3. 2008

neu Schulz, Sandra: Sprachwissenschaftler siehe Eisenberg: Deutsche Sprache so differenziert wie noch nie. Experte bezeichnet Autor Bastian Sick als Entertainer. Deutschlandfunk (dradio.de), 11. 3. 2008, Interview

Die Deutschen haben ihre Sprache eigentlich ganz gern. Ich glaube nur nicht, dass sich das darin ausdrückt, dass sie Herrn Sick nachlaufen. Es drückt sich zum Beispiel darin aus, dass sie eine vom Staat verordnete Orthographie-Reform nicht akzeptieren. Da hat wirklich das Volk gesprochen und gesagt nein, das wollen wir nicht. Das ist ein Eingriff in unsere Sprache. Das nehmen wir nicht hin vom Staat. An so etwas zeigt sich die Sprachloyalität der Deutschen, aber nicht darin, dass sie nun zu Herrn Sick oder zu anderen Entertainern laufen.

10. 3. 2008

neu Lehrke, Klaus: Reformen besser planen. Die Welt, 10. 3. 2008, s. 7, Forum, Leserbriefe

Nun wird also wieder einmal wie auch bei der seinerzeit in breiten Kreisen kritisierten Rechtschreibreform beim "Turbo-Abitur" nachgebessert.

9. 3. 2008

neu Krüger, Sönke: Das "C" wird überschätzt. Welt am Sonntag, 9. 3. 2008, nr. 10, s. 68, Kultur, Wortgefecht (307 wörter)

Ich stöberte unter "K", wurde aber nicht fündig, weil sich der Laden Contactlinseninstitut nennt. [. . .] Das "C" ist allerorten auf dem Vormarsch [. . .]. Leider haben die, die das "C" statt eines "Z" oder eines "K" benutzen, die Rechtschreibreform verpasst. Nicht die jüngste, [. . .] sondern die von 1901. Damals wurde in Berlin bei den "Beratungen über die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung" festgelegt, dass K-Laute mit "K" und Z-Laute mit "Z" zu schreiben sind; das seit Jahrhunderten übliche, aber unpräzise "C" blieb auf der Strecke.

4. 3. 2008

neu Jasper, Frank: "Die Reform der Reform hat viele verunsichert." Haller Kreisblatt, 4. 3. 2008

»Neue Rechtschreibung aktuell« ist ein Kurs der Volkshochschule Ravensberg überschrieben, der morgen um 18.30 Uhr im Heimathaus beginnt. Kursleiterin Dr. Karin Rieser arbeitet als Dozentin an der Universität Bielefeld [. . .] Dr. Rieser: Ziel der Reform war eine Vereinfachung der Rechtschreibregeln, aber viele davon sind schwer nachzuvollziehen. Die Silbentrennung ist sicher einfacher geworden, aber die Getrennt- und Zusammenschreibung ist nach wie vor kompliziert.

27. 2. 2008

neu jöt: Greife das Link. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. 2. 2008, nr. 49, s. 38, Medien

Morgendliche Sichtung der Elektropost. Margarito Rosario hat uns geschrieben: "Hi! Du suchtest ein Programm, ich weise. Ich kenne eine Seite, wo es eine Haufe verschiedener Programme gibt. [. . .] Greife das Link." [. . .] eine illustre Truppe virtueller Halbweltler sucht unermüdlich mit uns Kontakt aufzunehmen. Alle Kontakler haben zweierlei gemeinsam: zum einen, dass wir noch nie auf eine ihrer Offerten eingegangen sind, zum zweiten ihre miserable Orthographie. Ersteres könnte mit Letzterem zusammenhängen. Weshalb nun, wie die Agentur AP berichtet, die Nepper, Spammer, Bauern-Phisher an ihrer Sprache arbeiten wollen, um seriöser zu wirken [. . .].

25. 2. 2008

neu Ufer, Ronald, und Wappler, René: Wendische Tradition lässt sich kein W für ein H vormachen. Lausitzer Rundschau, 25. 2. 2008, Cottbus

Ein Buchstabe entfacht den Streit zwischen Wenden und Sorben neu: Kaum hat der Domowina-Verlag in Cottbus das neue Wendische Gesangbuch vorgestellt, regt sich Kritik. Siegfried Malk vom wendischen Verein Ponaschemu («Auf unsere Art») wirft dem Verlag vor, er habe Traditionen ignoriert, indem er für eine Teilauflage des Gesangbuchs das wendische stumme «H» durch ein sorbisches «W» ersetzte. Die Autoren erwidern, sie hätten sich an die gängigen Regeln von Rechtschreibung und Grammatik gehalten. [. . .] Es geht um einen Streit, vergleichbar mit der Rechtschreibreform der deutschen Sprache: Berufen sich die Menschen auf ihre Traditionen oder auf aktuelle Sprachregeln?

19. 2. 2008

neu siehe Spiegel, Hubert: Mit einem Knochen kocht er viele Suppen. Ein Patriarch und Gentleman: Der Verleger Michael Klett wird siebzig. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. 2. 2008, nr. 42, s. 39, Feuilleton

Einer seiner anderen größten Fehler sei eine fatale Neigung, Dinge um ihrer selbst willen zu tun, hat Klett von sich gesagt und die Selbsteinschätzung eindrucksvoll belegt, als er sich zum Kummer seiner Geschäftsführer vehement gegen die Rechtschreibreform stellte. Wenn diese Neigung ein Fehler sein sollte, dann einer, der jedem Verleger zur Ehre gereicht.

neu Grätzel von Grätz, Philipp: "Ein einheitliches Krebsregister muss her." Ärzte Zeitung, 19. 2. 2008

Heute öffnet der 28. Deutsche Krebskongress in Berlin seine Pforten. Mit dem Kongresspräsidenten Professor Manfred Kaufmann von der Universitätsklinik in Frankfurt am Main sprach Philipp Grätzel von Grätz. [. . .] Kaufmann: Ich vergleiche das immer gerne mit der Rechtschreibreform: Es gibt noch einiges an Aufholbedarf.

13. 2. 2008

neu Altwegg, Jürg: Schatzinsel Helvetia. Sehnsucht nach Südslawien und Steuergerechtigkeit. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. 2. 2008, nr. 37, s. 34, Feuilleton

Die "Schweizer Monatshefte" (Nr. 958) unterwerfen sich der neuen Orthographie und rüsten weiter auf. Sie publizieren regelmäßig Kurzkritiken über die literarischen Neuerscheinungen des Landes und sind damit angesichts des Abbaus in den Feuilletons zu einer wichtigen Informationsquelle geworden.

12. 2. 2008

neu Frank, Arno: Abschied vom Bildungsbürgermöbel. Brockhaus künftig nur noch Online. taz.de, 12. 2. 2008, Leben, Alltag

Zuletzt war es vor allem das Ende der Diskussion um die Rechtschreibreform, die dem Verlag noch einmal den Hals rettete. Mehr als eine Million verkaufter Rechtschreibduden bescherte der Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG noch 2007 einen eher unerwarteten Umsatzsprung.

8. 2. 2008

neu H.H.: Der polnische Weise. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. 2. 2008, nr. 33, s. 34, Feuilleton

Rózewicz' letzter auf Deutsch erschienener Gedichtband liegt schon einige Jahre zurück. Daher die Empfehlung der in Breslau erschienenen zweisprachigen Sammlung seiner Gedichte aus den letzten Jahren. Sie zeugt von wunderbarer Radikalität des Alters: "nach Vollendung / des 80. Lebensjahrs bindet mich / keine Orthographie mehr".

7. 2. 2008

neu Mohl, Ariane: Bastian Sick und siehe Peter Eisenberg kämpfen gegen den Verfall der deutschen Sprache. Märkische Allgemeine, 7. 2. 2008, Kultur

[. . .] macht Peter Eisenberg, emeritierter Professor für Deutsche Sprachwissenschaft an der Uni Potsdam, die Politik für den Verfall der deutschen Sprache verantwortlich. „Die Geschichte der sogenannten Rechtschreibreform ist eine Geschichte politischer Intrigen“, wettert Eisenberg im voll besetzten Hörsaal der Potsdamer Uni. [. . .] Die „systematischen Attacken auf eine der besten Orthographien in Europa“ wollte er nicht länger mittragen. Seitdem tut der 67-Jährige alles, was in seiner Macht steht, um wenigstens die schlimmsten Vorstöße der Rechtschreibreformer rückgängig zu machen.

neu Quilitzsch, Frank: Rote Liste: "Sie werden plaziert!". Thüringische Landeszeitung, 7. 2. 2008

[. . .] als wir in ein Restaurant einkehren wollten, um etwas zu essen. Ein Schild im Windfang verwehrte uns den Zutritt: "Sie werden plaziert!" Auch wenn die Schreibweise des Verbs aus heutiger Sicht merkwürdig anmutet, sie war korrekt. An eine Rechtschreibreform dachte damals niemand, schon gar nicht, wenn der Magen knurrte.

«Niemand» ist natürlich nicht korrekt.

5. 2. 2008

neu Holm, Kerstin: Hier sind die Katzenköpfe nicht aus Gummi. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. 2. 2008, nr. 30, s. 40, Feuilleton

Für ihre Kinozeitreisen ins frühere und frühe Russland begeben sich russische Regisseure bevorzugt in zwei permanente Kulissenstädte [. . .]. Ein Maschendrahtzaun, der für Besucher geöffnet wird, schützt das "Alte Moskau", eine Ansammlung zweistöckiger Stadthäuser, verbunden durch Gassen mit echtem Pflasterstein, die einen ins neunzehnte Jahrhundert versetzen. Die gerade vier Jahre alten Sperrholzfassaden, die Ladenschilder des Teehändlers, der Versicherung, der Vertretung von Singer-Nähmaschinen in vorrevolutionärer Rechtschreibung wirken schmuddelig und nachgedunkelt wie von rußiger Luft.

2. 2008

neu Wieselberg, Lukas: Unbekannte Parallelgesellschaften. Rezension. falter.at, 2. 2008

[. . .] FAZ-Redakteurin siehe Heike Schmoll in ihrem Buch „Lob der Elite“. [. . .] Als unscharfes Gegenbild skizziert Schmoll Wissenschaftler, die sich umfassend bilden, schrullig vor sich hinforschen und eines mit Sicherheit nicht tun – Forschungsvorhaben auf Englisch zu schreiben, wie es nun allerorts verlangt sei. Schmoll hat sich, das passt, auch im Kampf gegen die Rechtschreibreform verdient gemacht.

31. 1. 2008

neu Wiese, Jens-Rainer: «Wenn es gächti» – Die Männer in der Kantorei. Zürcher Unterländer, 31. 1. 2008, Mixer, Kolumne

Seit einigen Monaten singen wir in der «Neuen Kantorei Bülach», dem Kammerchor der Reformierten Kirche. Die ist «reformiert» und nicht «evangelisch». «Reformiertes» kannten wir in Deutschland nur aus den Reformhäusern, die aber leider aus dem Strassenbild verschwunden sind [. . .]. Erst mit der Rechtschreib-Reform gelangte die Abkürzung «Ref.» erneut in unser Bewusstsein.

30. 1. 2008

neu Hug-Roth, Hans: Teilweise absurd. St. Galler Tagblatt, 30. 1. 2008, Leserbriefe (91 wörter)

[. . .] das unsägliche «aufwändig». [. . .] «Aufwand» hat nun doch gar nichts mit «Wand» zu tun, sondern mit «aufwenden».

29. 1. 2008

neu Semler, Christian: "Die sogenannte Linke." Kurt Becks Redensarten. taz.de, 29. 1. 2008

Die "sogenannte DDR", an die die Becksche Redeweise erinnern soll, ist in der demokratischen Revolution von 1989 untergegangen, hingegen hat sich der schöne Begriff "sogenannt", der so leicht und umstandslos von der Zunge geht, trotz der Attacken der bürokratischen Rechtschreibreform schließlich behaupten können.

28. 1. 2008

neu Fend, Ruth: Nächste Station Kanzleramt. Financial Times Deutschland, 28. 1. 2008, Politik

Nach dem katastrophalen Ergebnis für die CDU in Hessen gilt siehe Christian Wulff als Kronprinz Angela Merkels. [. . .] Obwohl er sich - anders als Koch - bei bundespolitischen Streitfragen in letzter Zeit stark zurückgehalten hat. Wenn er sich äußerte, dann zu Themen, die bundespolitisch wenig relevant waren, etwa seine Kritik an der Rechtschreibreform und der Reformvorstoß der Kultusministerkonferenz.

25. 1. 2008

neu Richter, Peter: Der weichgespülte Kandidat. Niedersachsens Ministerpräsident siehe Christian Wulff verpackt harte CDU-Politik in Watte – und könnte es damit weit bringen. Neues Deutschland, 25. 1. 2008, Seite 3, Inland

Der Ministerpräsident vermied alles Getöse, operierte vorsichtig und mit Rückfallpositionen, wo es – wie bei der Rechtschreibreform oder dem erst nur halbherzigen Rauchverbot – nicht an die Substanz ging.

23. 1. 2008

neu Vögeli, Bernhard: Gewohnheit statt einfach. St. Galler Tagblatt, 23. 1. 2008, Leserbriefe (184 wörter)

Öfter scheint die Gewohnheit der Schreibenden über der Einfachheit zu stehen. [. . .] Wie schön wäre doch eine gemässigte Kleinschreibung.

19. 1. 2008

neu Duijts-Kronig, Karl: Für die Schule unbrauchbar? St. Galler Tagblatt, 19. 1. 2008, Leserbriefe (164 wörter)

Bleibt die Frage, ob das Tagblatt für die Schule noch Verwendung finden kann. Da schreibt die Zeitung beispielsweise über Nachwuchs auf Peter und Paul – dummerweise haben gerade die Gämsen, pardon, die Gemsen Jungtiere im Gehege. [. . .] Wir erklär ich das meinen Schülern? Warum darf das Tagblatt, was sie nicht dürfen?

Wäre das das einzige, was erwachsene tun dürfen und schüler nicht? Aber sie dürfen ja! Oder korrigiert der herr lehrer auch die sms der schüler?

neu Rimle, Christof: Eine weitere Variante? St. Galler Tagblatt, 19. 1. 2008, Leserbriefe (314 wörter)

Vollends Mühe habe ich aber mit der SOK-Regel «heute abend» und «Dienstag morgen» (nicht «heute Abend» und «Dienstag Morgen»). Wie sollen diese Regeln das Lesen erleichtern? [. . .] Mir scheint, eine etwas unverkrampftere Einstellung und dazu eine gesunde Portion logischen Menschenverstandes würde der Angelegenheit gut anstehen! Ich frage mich, ob die siehe SOK nicht faktisch einfach eine weitere Variante zu den vielen bisherigen hinzufügt.

18. 1. 2008

neu Politz, Frank: Niedersachsen vor der Landtagswahl. Die Stimmung, die Lage, die Probleme. Deutschlandradio, sendung Länderreport, 18. 1. 2008, 13:07 uhr

Was siehe Wulff sich jedoch vor allem ans Revers heftet, ist, dass die Landesfinanzen wieder auf Kurs gebracht wurden. [. . .] Aber es gab auch ein paar Pleiten. So zum Beispiel die klare Niederlage im Machtkampf mit Ferdinand Piech [. . .]. Oder sein Vorstoß, die siehe Länder-Kultusministerkonferenz abzuschaffen. Letztlich erreichte er nur, dass der Bürokratismus dieser Einrichtung etwas geschmälert wurde. Ferner misslang ihm auch der Versuch, die Rechtschreibreform zu kippen.

14. 1. 2008

neu F.A.Z.: Kritischer Linguist. Dudenpreis für siehe Peter Eisenberg. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. 1. 2008, nr. 11, s. 32, Feuilleton (78 wörter)

Eisenberg gehörte zu den engagiertesten Kritikern der Rechtschreibreform und war maßgeblich am Kompromissvorschlag der siehe Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung beteiligt.

neu Hilliger, Sabine: Straße, Kuss und Fuß. Rechtschreibung, Teil 3. Frankfurter Rundschau, 14. 1. 2008, Wissen & Bildung (480 wörter)

Hat da jemand tatsächlich behauptet, es gäbe fortan kein Eszett mehr? Das wäre schade. Dann hätten wir nämlich nicht länger die Möglichkeit, den betonten kurzen Vokal (Selbstlaut) vor dem stimmlosen S grafisch vom langen Vokal zu unterscheiden. [. . .] Die Schweiz und Liechtenstein kennen diese Unterscheidung schon seit den 30er Jahren nicht mehr. [. . .] Die neue ss/ß-Regelung ist eine der wenigen, bei der es tatsächlich keine Ausnahmen gibt. Deshalb muss auch das "daß" jetzt als dass geschrieben werden.

9. 1. 2008

neu Heisch, Peter: Frischgebacken zielt voll daneben. Schaffhauser Nachrichten, 9. 1. 2008, Region (269 wörter)

Sie taucht immer wieder in den Zeitungsspalten auf: die zwar gut gemeinte, jedoch völlig veraltete, mitunter sogar kompromittierende Floskel «frischgebacken», die man als vermeintlich schmückendes Beiwort nach erfolgter Reform der Rechtschreibreform auch bereits wieder zusammenschreiben darf.

neu sda: Kulturnotizen. siehe Peter Eisenberg erhält Konrad-Duden-Preis. Neue Zürcher Zeitung, 9. 1. 2008, 229. jg., nr. 6, s. 44, Feuilleton (53 wörter)

Als Mitglied im siehe Rat für deutsche Rechtschreibung trug er massgeblich dazu bei, dass einige umstrittene Änderungen wieder zurückgenommen wurden.

8. 1. 2008

neu red.: Gemse oder Gämse? St. Galler Tagblatt, 8. 1. 2008, nr. 5, s. 1 (106 wörter)

Die Rechtschreibreform hat zahlreiche Unsicherheiten geschaffen. «Sie erschwert das Lesen», stellt Peter Müller, Beauftragter für Rechtschreibung bei der Schweizerischen Depeschenagentur fest.

neu siehe Müller, Peter: Schreiben für die Lesenden. St. Galler Tagblatt, 8. 1. 2008, nr. 5, s. 2, Hintergrund (1205 wörter)

Die verunglückte Rechtschreibreform hat zahlreiche Probleme hinterlassen. Zwei sind für unsere Branche besonders gravierend: die Erschwerung des Lesens und die Vervielfachung der Varianten. Das ist ein fataler Ansatz in einer Zeit, in der das Lesen und die Zeitungen in der Defensive sind. Gefordert ist vielmehr, dem Leser den Zugang zu den Texten möglichst zu erleichtern. Das kann auf verschiedene Weise geschehen: durch einfach gebaute, kurze Sätze, durch Vermeiden unnötiger Fremdwörter, aber auch durch eine Rechtschreibung, die Bedeutungsunterschiede durch Unterscheidungsschreibung kennzeichnet.

neu dpa: Sprachwissenschaftler erhält Konrad-Duden-Preis. Netzeitung.de, 8. 1. 2008, Feuilleton

Für seine Verdienste um die deutsche Grammatik erhält der Sprachwissenschaftler siehe Peter Eisenberg den mit 12.500 Euro dotierten Konrad-Duden-Preis. [. . .] Eisenberg war unter anderem als Kritiker der Rechtschreibreform bundesweit bekannt geworden. Als Mitglied im Rat für deutsche Rechtschreibung trug er maßgeblich dazu bei, dass einige umstrittene Änderungen wieder zurückgenommen wurden.

neu Boberski, Heiner: Ein Forscher, der Spuren sichert. Wiener Zeitung, 8. 1. 2008, Porträts

Wendelin Schmidt-Dengler, Germanist an der Universität Wien, wurde vom Klub der Bildung- und Wissenschaftsjournalisten zum Wissenschafter des Jahres 2007 gewählt. [. . .] Die Rechtschreibreform interessiert Schmidt-Dengler nicht: "Da halte ich es mit Doderer: Der Duden ist das dümmste Buch, man soll es aber nicht abschaffen, weil es sofort durch ein dümmeres ersetzt würde." Einen gewissen Sprachwandel gebe es immer, ärgerlich seien Sprachschlampereien.

7. 1. 2008

neu Lückemeier, Peter: Die Sache mit dem Bindestrich. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. 1. 2008, nr. 5, s. 48, Posteingang (342 wörter)

Zu einem Artikel über die Frankfurter Universität bildeten wir das IG-Farben-Haus ab, auf dem der Schriftzug "Johann Wolfgang Goethe-Universität" zu lesen ist. Ein Leser ärgert sich über die falsche Schreibweise. [. . .] Ausgerechnet für eine Universität nicht gerade ein Ruhmesstück. [. . .] Die Sache mit den korrekten Bindestrichen oder den unkorrekten Zusammenschreibungen hat sowieso für manche Diskussion auf unseren Konferenzen gesorgt: Was machen Sie, wenn ein Unternehmen sich plötzlich DaimlerChrysler nennt? [. . .] Und sollen wir in der Zeitung Firmen oder Institutionen korrigieren, die sich selbst einen inkorrekten Namen geben? Der S.-Fischer-Verlag beispielsweise schreibt sich "S. Fischer Verlag".

3. 1. 2008

neu Höpli, Gottlieb F.: Rechtschreibung im Tagblatt. St. Galler Tagblatt, Donnerstag, 3. 1. 2008

Die Schweizerische Depeschenagentur, die NZZ und auch das Tagblatt stellen sich hinter die Hauptziele der siehe SOK, nämlich das Lesen zu erleichtern sowie die allzu grosse Zahl der Varianten zu verringern [. . .].


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Rolf Landolt