Nachgeführt 1. 10. 2009, 29. 7. 2009
neu Cornelsen soll’s richten. Perspektiven der BIFAB-Übernahme. buchreport.de, 25. 3. 2009, Nachrichten, Verlage
Für die spektakulärsten Entwicklungen sorgte gleich mehrfach die Verlagsgruppe Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus (BIFAB) […]. Zu dem Einbruch im Lexikon-Geschäft war 2007 zeitgleich erschwerend der Rechtschreibreform-Boom für den „Duden“ verebbt. […] Nach der bereits begonnenen Abtretung des Lexikon-Geschäfts an den Bertelsmann Wissenmedia-Verlag übernimmt der Schul- und Bildungsverlag Cornelsen das Bibliographische Institut.
neu Schmidt, Fritz Walter: Wir im Süden sind anders. St. Galler Tagblatt, 24. 3. 2009, Briefe
Der in Zürich lebende ehemalige bayrische Lehrer
Friedrich Denk, übrigens jahrelang Kämpfer gegen die Rechtschreibereform, hat kürzlich vermerkt: «Die preussisch-schnoddrige Art von Herrn Steinbrück kommt hier gar nicht gut an.»
Entsprechende mentalitätsunterschiede zeigen sich auch in der rechtschreibdiskussion.
neu dsw: Duden-Verkauf verschiebt Gewichte im Rechtschreibrat. Deutsche Sprachwelt, 24. 3. 2009, Nachrichten
Der jetzt bekanntgewordene Verkauf der
Dudenredaktion von Langenscheidt an Cornelsen verschiebt die Machtgewichte im
„Rat für deutsche Rechtschreibung“. Dort konkurrieren die Wörterbücher von Duden und Bertelsmann-Wahrig um die Deutungshoheit über die Rechtschreibreform. […] Die Verbindung des größten deutschen Schulbuchverlags mit dem bekanntesten deutschen Wörterbuchverlag bedeutet zum einen eine Schwächung von Bertelsmann-Wahrig.
neu Schlütter, Karin: Das Lachen hatte viele Facetten. Lothar Bölck zum zweiten Mal in Schleusingen; zwei wunderbare Stunden bei der Entführung aus dem Detail. Freies Wort, 24. 3. 2009, Hildburghausen Lokal
Ob Gesundheitsreform - „Unser Gesundheitswesen ist gut, nur Kassenpatient darfst du nicht sein!“ – oder Bildung, Bölck legte den Finger auf die Wunden. „Wenn die Kultusminister aus 16 Ländern mit der der Bildungsministerin den Schwawanengesang anstimmen, gibts für Bildung 17 verschiedene Schreibweisen und damit die alle gültig sind, ‚ne neue Rechtschreibreform.“
neu Heinemann, Christoph: "Deutsche Sprache stärker nutzen." Goethe-Institutsleiter Lehmann fordert mehr Selbstbewusstsein für die eigene Sprache. Deutschlandradio, Deutschlandfunk, 20. 3. 2009, Interview
Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, hat an die deutschen Europa-Politiker appelliert, die deutsche Sprache in der täglichen Arbeit stärker zu verwenden. […] Lehmann: Die Rechtschreibung ist für meine Begriffe, diese Reform, die da eingeleitet worden ist, eigentlich etwas, was nicht der Tradition der Entwicklung der deutschen Sprache wirklich entsprochen hat. Das war für mich ein Nebenweg - und er ist ja letztlich auch in der Öffentlichkeit so wahrgenommen worden - und im Grunde ist die Reform halbherzig abgeschlossen worden. Man hätte sie gar nicht erst beginnen sollen.
neu Hennig, Ingemarie: Gästinnenpensionen? Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. 3. 2009, nr. 67, s. 11, Briefe an die Herausgeber
Wer zieht denn nach der sogenannten Rechtschreibreform im Ernst ausgerechnet den Duden zu Rate, wenn es um sprachliche Zweifelsfälle geht?
neu Zielke, Anne: Das Wortporträt. Tipp. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15. 3. 2009, nr. 11, s. 36, Feuilleton
Tip, das schönere Wort für Ratschlag, Tip mit nur einem "p". Tip wie vor der Reform. […] Genau so sollte ein guter Tip unter Freunden sein: Ein Rat, der möglichst subtil den entscheidenden Ausschlag in eine Richtung gibt. Aber Tipp mit Doppel-p ist anders. Ein brutaler Ratschlag, von dem man sich nicht so schnell erholt.
neu Baumgartner, Edwin: Der Kaiser als Schöngeist. Wiener Zeitung, 14. 3. 2009
Kaiser Maximilian I., geboren am 22. März 1459 in Wiener Neustadt, […] römisch-deutscher König seit 1486, […] ist so ein Fall: ein höchst gebildeter Mann, Kunst und Wissenschaft innig zugetan. Maximilian war es übrigens auch, der erstmals etwas in Gang brachte, was man heute wohl als Rechtschreibreform bezeichnen würde. Bis zu seiner Regentschaft wurde nämlich gemäß der Aussprache geschrieben – und damit regional, ja sogar individuell unterschiedlich. Maximilian vereinheitlichte an seinem Hof die Schreibweise der deutschen Sprache und erzielte durch diese Vorbildwirkung eine Schreibnorm, die sich als "Gemeines Deutsch" weitgehend durchgesetzt hat. Maximilian selbst macht Gebrauch von diesem Gemeinen Deutsch, indem er dichtet.
neu Marits, Mirjam: Das Comeback kommt zurück. Die Presse, 13. 3. 2009, Leben, Lebensstil, Kolumne zum Tag
Schulterpölster hatten bestenfalls in den 80ern (und nur damals!) ihre Richtigkeit. Von wegen Symbol für die emanzipierte, toughe Karrierefrau und so. (Die sich nach der Rechtschreibreform nun „taff“ schreibt, was wiederum ganz unemanzipiert nach Haarspray-Hausfrauenfrisur klingt.)
neu schü.: Überzeugungstäter, Rosstäuscher, Rotzlöffel. Deutscher Kleinkunstpreis 2009 in Mainz verliehen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. 3. 2009, nr. 52, s. 41, Rhein-Main-Zeitung, Kultur
Sebastian Krämer kommt […] vor allem harmlos daher. […] Seine Themen sind der Alltag und all die absurden Blüten, die das ganz normal banale Leben treibt. […] Und wenn er sich an das Klavier setzt, ein paar Akkorde in das Unterhausgewölbe perlen lässt und über das "Vermögen und Unvermögen der Liedkunst" singt, ein "Schlaflied zum Wachbleiben" oder gar ein "Scheißlied ohne Reim und Rhythmus" an die Deutschlehrer, die weder Harry Potter noch Bushido oder die Rechtschreibreform verhindert haben, dann findet er am Ende das, was jeder Liedermacher braucht: einen ganz eigenen und unverwechselbaren Ton.
neu Löwe, Katrin: Geschichte geht online. Akten aus Landeshauptarchiv sollen digital erfasst und für Recherche im Internet verfügbar gemacht werden. Naumburger Tageblatt, 1. 3. 2009, Sachsen-Anhalt
Grundsätzlich geht es aber viel mehr darum, die Inhalte sogenannter Findkarteien und -bücher zu erfassen. Sie bestehen aus einer Auflistung der verfügbaren Akten mit der Angabe zu ihrem genauen Lagerort. […] "Man muss sich zum Beispiel auch fragen, ob Eigennamen so geschrieben sind, wie man sie heute suchen würde", so Erb. Also Cothen, Cöthen oder Köthen? Dazu kommt, dass viele Schriftstücke vor der Rechtschreibreform Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. "Recherchiert wird aber oft in heutiger Schreibweise."
neu Heitz, Dominik: «Der Fasnächtler ist in der Regel ein Esprit Conservateur.» Rudolf Suter über das Baseldeutsch auf Zeedeln und in Bänken. Basler Zeitung, 28. 2. 2009, s. kmgab18, beilage KulturMagazin
1976 gaben Sie die Baseldeutsch-Grammatik heraus und acht Jahre später ihr Baseldeutsch-Wörterbuch. […] [Rudolf Suter:] Dort gibt es Ratschläge zum Schreiben des Dialekts. Die Baseldeutsch-Grammatik und das Wörterbuch halten sich an die Lautschrift, wie sie Eugen Dieth entworfen hat: Die Wörter werden so geschrieben, wie man sie hört, ohne Rücksicht auf das gewohnte Schriftbild der Schriftsprache.
neu Kauffmann, Markus: "Das Projekt Aufklärung ist nicht zu Ende." Das Extra-Interview. Wiener Zeitung, 28. 2. 2009
Die Schriftstellerin Juli Zeh plädiert für möglichst viel individuelle Freiheit, spricht über "Corpus Celicti", ihren neuen Roman, und erklärt, wie man lernen kann, in Bildern zu denken. […] Überhaupt bin ich gegen Reglementierungen im Bereich der Sprache. Ich habe auch von der Rechtschreibreform wenig bis nichts gehalten. Ich liebe die deutsche Sprache, ich möchte auch, dass wir sorgfältig mit dem umgehen, was wir haben. Aber staatliche Eingriffe lehne ich ab.
neu Blau, Peter: Sebastian Krämer vs. Jongleure. Große Geschichten aus kleinen Begebenheiten. oe1.ORF.at, 22. 2. 2009, Highlights
In einer Woche bekommt er in Mainz den renommierten "Deutschen Kleinkunstpreis 2009" verliehen. In zwei Wochen gastiert er dann erstmals in Wien im Rabenhof Theater: der Kabarettist und Liedermacher Sebastian Krämer. […] Was die Sprache betrifft, sei er konservativ, sagt Sebastian Krämer. Wandel, Erneuerung oder Entwicklungen in der Sprache sieht er, als Bewahrer und Erhalter, daher naturgemäß mit Abwehr. Darunter fällt auch die Rechtschreibreform, die in seiner Lyrik keinen Platz hat.
neu Hicklin, Martin: Kinder fragen – Martin Hicklin antwortet. Warum schreibt man ck statt kk und tz statt zz? Basler Zeitung, 21. 2. 2009, s. 55, wochenende (356 wörter)
Vielleicht habe man ck einfach schöner als kk gefunden oder es war praktischer für die Drucker. […] Bei der Rechtschreibreform von 1996 gab es den Vorschlag, die Ausnahmen ck und tz aufzugeben und durch kk und zz zu ersetzen. Man hat es dann doch nicht getan, weil man fürchtete, die Leute würden lieber ck wie gewohnt schreiben und die Regel würde darum nicht beachtet.
neu Görtz, Franz Josef: Bis zum Rollmops-Frühstück. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. 2. 2009, nr. 44, s. 1
Während des allumfassend anarchischen Karnevals […] ist das Land mehrfach und vollkommen willkürlich längs wie quer geteilt: horizontal wie vertikal zergliedert in platteste Albernheit und lustvergraulenden Trübsinn. Diagonal windet die historische Benrather Linie sich immer noch durch alle Alaaf- und Helau-Regionen des Gemeinwesens. […] In Straßen und Gassen wie auf den öffentlichen Plätzen der sogenannten Hochburgen ruft das hungrige und dürstende Fußvolk lauthals immer wieder nach "Schabau", verlangt kehlig nach "Strüssjer" und "Kamelle". Niemand weit und breit, der noch zu sagen wüsste, wie und mit welch tiefgreifenden Folgen zum Beispiel lange vor der Reform der Rechtschreibreform die zweite indogermanische Lautverschiebung verlaufen ist.
neu Garcia-Ziemsen, Ramón: Ist Deutsch als Muttersprache auf dem Rückzug? dw-world.de (Deutsche Welle), 21. 2. 2009, Kultur & Leben
Zum Internationalen Tag der Muttersprache: Wie ist es um Deutsch als Muttersprache bestellt? Ein Interview mit
Klaus Reichert, dem Präsidenten der
Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. […] [Reichert:] Die Politik soll um Gottes Willen die Finger von der Sprache lassen. Sie hat es ja auf katastrophale Weise getan im Zusammenhang mit dieser sogenannten "Rechtschreibreform", die eine einzige Zerstörung der Ordnung der Rechtschreibung war, die wir einmal hatten. Kein Land der Welt würde sich trauen, per Regierung einzugreifen in die gewachsene Sprache. Schlimm ist auch, dass man die Absicht hatte, mit dieser Rechtschreibreform das Deutsche so zu versimpeln, dass es anscheinend nicht schwierig ist. Aber das ist der falsche Ansatz; man muss viel verlangen von den Kindern, wenn sie in den Kindergarten und in die Schule kommen, und die werden da schon mitkommen, wenn sie richtig angeleitet, gefordert und gefördert werden.
neu Restez cool, please. Englisch als Schweizer Teil-Amtssprache. Tages-Anzeiger, 19. 2. 2009, s. 7, Hintergrund
Nicht zu bestreiten ist auch: Das Französische ist bei den Schülerinnen und Schülern der Deutschschweiz wenig beliebt. Orthografie und Grammatik sind unvergleichlich schwieriger als im Englischen, das erst noch cool klingt und nützlich ist.
neu Ackermann, Claudia: Geistreiches, Satirisches, Bissig-Sarkastisches. Backnanger Kreiszeitung, 18. 2. 2009, Kultur
Nicht besonders viele Besucher waren zum Kabarett mit Alfred Mittermeier in den club junges europa nach Steinbach gekommen. […] Geschickt hangelt sich Mittermeier von einem Thema zum nächsten, wobei er Übergänge schafft, die den Faden nie abreißen lassen. […] Rechtschreibreform, Steuerreform und Gesundheitsreform werden thematisiert.
neu
Wenzel, Uwe Justus:
Um der Freiheit willen. Der Althistoriker
Christian Meier wird achtzig.
Neue Zürcher Zeitung, 16. 2. 2009, 230. jg., nr. 38, s. 20, Feuilleton
Da er allerdings bezweifelt, dass die Historie noch ohne weiteres die Lehrmeisterin des Lebens sein könne, schlüpft der Althistoriker auch in andere Rollen, um für jene Lebensform eine Lanze zu brechen. So zumindest liesse sich verstehen, dass er sich in seiner Amtszeit als Präsident der
Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung vehement gegen die Unsinnigkeiten der (bisher letzten) Rechtschreibreform wandte. Ob dieses Engagement ganz ohne Folgen geblieben sein wird, wie es zunächst erscheinen könnte, wird erst die Zukunft, die Geschichte also, zeigen.
neu
Seewald, Berthold:
Auf der Suche nach dem europäischen Sonderweg. Dem großen Historiker
Christian Meier zum 80.
Die Welt, 16. 2. 2009
Ob zur Rechtschreibreform, zur bundesdeutschen Demokratiegeschichte oder zu Europas Sonderweg "Von Athen bis Auschwitz", immer wieder hat Meier den großen essayistischen Auftritt gepflegt.
neu
Rudolph, Hermann:
Tauchen in den Tiefen der Antike. Denken zwischen Auschwitz und Athen: Der Historiker
Christian Meier feiert seinen 80. Geburtstag.
Tagesspiegel, 15. 2. 2009, Kultur
Als Präsident der
Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung“ (von 1996 bis 2002) focht er heftig gegen die Rechtschreibreform (auch für das neue Buch hat er auf der alten Rechtschreibung bestanden).
neu Balzter, Sebastian, und Löhr, Julia: Klartext tut gut. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. 2. 2009, nr. 38, s. C1, Beruf und Chance
Dass es um das sprachliche Innenleben auf vielen Führungsetagen trotzdem noch dürftig bestellt ist, weiß Lisa Walgenbach aus eigener Anschauung. Seit 13 Jahren bietet sie unternehmensinterne Seminare für besseres Deutsch an. "Das funktioniert aber oft nur unter dem Deckmäntelchen der Rechtschreibreform", sagt sie. Sonst würde sich kaum jemand anmelden, vermutet sie - weil kein Manager gerne zugibt, Probleme mit der ganz gewöhnlichen Groß- und Kleinschreibung, mit Anglizismen und der eigenen Verständlichkeit zu haben. "Dabei habe ich in Selbstdarstellungsbroschüren schon bis zu 17 Rechtschreibfehler auf einer einzigen Seite entdeckt", berichtet sie.
neu Zawatka-Gerlach, Ulrich: Geteiltes Stimmvolk. Tagesspiegel, 5. 2. 2009, Berlin
Mit Ausnahme von Pankow stößt der Streit um die Frage, ob Religionsunterricht ein ordentliches Schulfach werden soll, in den Ost- und östlichen City-Bezirken auf eine noch geringere Resonanz als der „Westkonflikt“ Tempelhof. Im Westen Berlins schnitt das Volksbegehren für „Pro Reli“ nur im Multikulti-Bezirk Neukölln vergleichsweise schlecht ab. Der Ost-West-Gegensatz bei Volksbegehren ist aber nicht naturgegeben, sondern abhängig vom Thema. Als 1999 Unterschriften gegen die Rechtschreibreform gesammelt wurden, mischten die Wähler in Pankow, Mitte und Lichtenberg kräftig mit, während sich die Spandauer und Neuköllner nicht begeistern ließen.
neu Kugler, Bettina: Regenvorhänge über der Eider. St. Galler Tagblatt, 2. 2. 2009, Bücher
Sporadisch gönnt uns Sarah Kirsch, die kauzige Einsiedlerin aus der norddeutschen Tiefebene, Ferien auf dem Lande: Ihr Tagebuch «Sommerhütchen». […] Unter dem weiten, wechselhaften Wolkenhimmel am Weltrand bricht da so zwanglos wie unvermittelt immer wieder das Weltgeschehen ein, sei es der Krieg im Irak, die Geiselnahme von Beslan, hier ein Hurricane, dort ein Erdbeben, das Sommerloch-Thema Rechtschreibung, die Fussball-EM in Portugal.
neu Meidinger, Heinz-Peter: Auf ein Wort: Woran krankt die Bildungspolitik? Profil (Deutscher Philologenverband), 2. 2. 2009, nr. 1-2/2009, s. 3
Zum einen hat sich die Bildungspolitik nicht zuletzt im Gefolge der Föderalismusreform zu einem chaotischen Experimentierfeld der Landespolitik entwickelt […]. Anstatt vor Reformen ergebnisoffene Modellversuche durchzuführen und zu bewerten, degradiert so manches schulpolitische Reformpaket, das qua Gesetz zum Erfolg verdammt ist, die Kinder zu Versuchskaninchen. Evaluierungen finden nicht mehr statt, bergen sie doch die Gefahr des möglichen Eingeständnisses der Politik, sich geirrt zu haben. […] Bis heute gab es zum Beispiel keine wissenschaftliche Evaluation über die Effizienz des Fremdsprachenunterrichts an Grundschulen, über die Effekte der Rechtschreibreform, über die qualitativen Auswirkungen der Schulzeitverkürzung, über die Konsequenzen der Einführung gestufter Studiengänge im Bereich der Lehrerbildung – um nur einige Reformbaustellen zu nennen.
neu Zielke, Anne: selbständig. Das Wortporträt. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 1. 2. 2009, nr. 5, s. 30, Feuilleton
Inzwischen heißt es - seit der Rechtschreibreform - offiziell "selbstständig". Nur ist das ziemlich egal, weil sich die Schreibweise im Internet verselbständigt oder vielleicht auch verselbstständigt hat.