Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)personen → Konrad Duden

Wer ist wer in der reformdiskussion? Namen, zitate, anmerkungen.

Duden, Konrad


biografie

geb. 3. 1. 1829 bei Wesel

gest. 1. 8. 1911 in Sonnenberg bei Wiesbaden

studium in Bonn: geschichte, germanistik, klassische filologie

1869 gymnasialdirektor: Schleiz (Thüringen)

1872 veröffentlichung: Die deutsche Rechtschreibung. Abhandlung, Regeln und Wörterverzeichniß mit etymologischen Angaben. Für die oberen Klassen höherer Lehranstalten und zur Selbstbelehrung für Gebildete.

1876 direktor: Königliches gymnasium in Hersfeld

7. 7. 1880 veröffentlichung: Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache, nach den neuen preußischen und bayerischen Regeln.


Zitate

Lothar Simmank, Thüringer Allgemeine, 1. 8. 2001

Nur als mäßig guter Schüler erweist sich der junge Konrad im Fach Deutsch: "Sein deutscher Stil ist korrekt und zeugt von Nachdenken; die Kenntniß der Litteratur ist befriedigend", heißt es in seinem Abiturzeugnis.

Hans Magnus Enzensberger, Der Spiegel, 14. 10. 1996

Wer ist überhaupt dieser Herr Konrad Duden? Irgendein Sesselfurzer! Ich halte mich lieber an Lessing, Lichtenberg, Kleist und Kafka.

Karin Arzberger und Uta Hauft, kurier.at, 3. 8. 2008

Würde Herr Duden im Grab rotieren? Weil exakt 97 Jahre nach seinem Tod heute in Österreich die neue Rechtschreibung in Kraft tritt? Wohl kaum. Konrad Duden war Wegbereiter einer einheitlichen deutschen Schreibung, und die Weiterentwicklung einer solchen mit dem Ziel einer Rechtschreibreform wäre auch in seinem Sinn gewesen. Ob die so ausgefallen wäre, wie sie der internationale Rat für deutsche Rechtschreibung erarbeitete, ist eine andere Frage.

Wolfgang Krischke, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. 8. 2011

For hundert jaren starb Konrad Duden, ferert als fater der orthografie. Der Mann, dessen Name zum Synonym für buchstäbliche Korrektheit geworden ist, hätte diese Schreibweise nicht als Affront empfunden. Duden war ein Anhänger der "phonetischen Schule", er träumte von einer Schreibung, in der jedem Laut nur ein Buchstabe entspricht und umgekehrt. "Schreib, wie du sprichst" war das Prinzip dieser orthographischen Utopie […].


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Rolf Landolt, 2011-9-6