Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)personen → Peter Eisenberg

Wer ist wer in der reformdiskussion? Namen, zitate, anmerkungen.

Eisenberg, Peter

titel

prof. dr., dipl. ing.

wohnort

D-30177 Hannover

elektronische post

eisenberg
rz.uni-potsdam.de

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biografie

geb. 18. 5. 1940, Strausberg

1980 bis 1988 professor für deutsche filologie: FU Berlin

1993 lehrstuhlinhaber: universität Potsdam, lehrstuhl für deutsche gegenwartssprache

mitglied: wissenschaftlicher beirat des Instituts für Deutsche Sprache Mannheim

mitglied: studiengruppe geschriebene sprache bei der Werner-Reimers-stiftung

1997 bis 1998 mitglied: zwischenstaatliche kommission für deutsche rechtschreibung

1998 unterzeichner: erklärung professoren gegen rechtschreibreform

mitglied des beirats: Akademie für Sprache und Dichtung

vorsitz: sprachkommission der Akademie für Sprache und Dichtung

bis 11. 2013 mitglied: rat für deutsche rechtschreibung


Zitate

Matthias Heine, Die Welt, 8. 7. 2017

Peter Eisenberg ist Deutschlands einflussreichster Orthograf.

Hans Krieger, Straubinger Tagblatt, 12. 3. 1999

… der seit Jahren das Kunststück fertigbringt, die Rechtschreibreform entschieden abzulehnen und zugleich für absolut unvermeidbar zu erklären.

Dankwart Guratzsch, Die Welt, 24. 3. 2003

[…] Eisenberg, der schon mehrfach Schlagzeilen in Sachen Rechtschreib­reform gemacht hat. Zuerst als strikter Gegner, dann als unfreiwilliges Mitglied der Mannheimer "Zwischen­staatlichen Kommission", in der Rolf Wernstedt, seinerzeit Kultus­minister in Nieder­sachsen und Präsident der KMK, den Querkopf unbedingt platzieren wollte, um ein Korrektiv in den selbstherrlich operierenden Zirkel einzubauen. Als Eisenberg erkennen musste, dass er sich dort nicht durchsetzen konnte und lediglich als "Feigenblatt" benutzt wurde, trat er ein weiteres Mal in die Öffentlichkeit und kündigte die Mitarbeit auf.

Reinhard Markner, Berliner Zeitung, 7. 4. 2003

Eisenberg steht auf dem Standpunkt, "daß dem Staat die Legitimation zu tieferen Eingriffen in die Recht­schreibung" fehle; "evidente Dummheiten" müsse man sich nicht gefallen lassen. Aber wer entscheidet, welcher Eingriff zu tief, welche Dummheit evident ist? "Das wäre hinnehmbar", heißt es an verschiedenen Stellen zu jenen Bestimmungen der Rechtschreib­reform, welche Eisen­berg zwar nicht gutheißt, deren Missachtung oder Rück­nahme er aber nicht (mehr) empfehlen mag. Aber was berechtigt ihn, von sich auf eine ganze Sprachgemeinschaft zu schließen?

Hermann Zabel, Süddeutsche Zeitung, 4. 8. 2005

Als Eisenberg aus der „Kommission für die deutsche Rechtschreibung“ aus Protest austrat, weil er für seine Vorstellungen in dem Gremium keine Mehrheit gefunden hatte, erklärte er vor den Mitgliedern der Kommission feierlich, er werde sich fortan aus der Reform­diskussion heraushalten. Kurze Zeit später tauchte Eisenberg als Motor eines Vorschlags der Seit Freitag arbeitet die „Akademie für Sprache und Dichtung“ in Darmstadt auf – bedauerlich für Eisen­berg, dass auch diese seine Aktion, die im Widerspruch zu seinem der „Kommission für die deutsche Recht­schreibung“ gegebenen Versprechen stand, wiederum den erhofften Erfolg nicht brachte. Folge­richtig zierte er sich zunächst, der Berufung in den „Rat für deutsche Recht­schreibung“ Folge zu leisten. Erst als er merkte, dass die Post ohne ihn abzugehen drohte, verließ er seine Gastrolle und wurde Mitglied des Rates.

Joachim Güntner, Neue Zürcher Zeitung, 27. 3. 2006

Auch die Akademie gehörte lange zu den Reform­gegnern, verweigerte anfänglich die Mitarbeit im Rechtschreib-Rat, um dann in Gestalt ihres Mitgliedes Peter Eisenberg doch beizutreten - mit dem Resultat, dass die Reform der Reform heute massgeblich Eisenbergs Hand­schrift trägt. Eine hübsche Pointe, die, aber das nur nebenbei, schweizerische Ursachen hat (wir erinnern uns eines leidenschaftlichen Gesprächs in einem Darmstädter Treppen­aufgang, wo Peter von Matt seinen Akademiekollegen Eisenberg beschwor, im Rat mitzuwirken, statt in Obstruktion zu verharren).

Jürgen Kaube, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. 5. 2010

Butter bei die Fische.

Dankwart Guratzsch, welt.de, 13. 11. 2013

Am ersten Rückbau der Reform 2006, bei dem viele alte Schreibungen wieder zuge­lassen wurden, hatte Eisen­berg wesent­lichen Anteil.


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Rolf Landolt, 2017-7-21