Wer ist wer in der reformdiskussion? Namen, zitate, anmerkungen.
|
Günter Grass, Die Welt, 27. 10. 1973
|
Ich sehe in der Rechtschreibreform die Chance, dass der unselige Hang zur Substantivierung im Deutschen eingedämmt wird. Deshalb habe ich nichts gegen die Kleinschreibung, ich fürchte nur, dass der deutsche Kulturföderalismus sie verhindern wird.
|
|
Christian Seiler, profil, 7. 8. 2000
|
Die dümmste Bemerkung in diesem Zusammenhang machte Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass. Der ließ verlauten, die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") dürfe weiter den "größten Unsinn" über ihn publizieren, "wenn es nur in der alten Rechtschreibung gedruckt wird". Sollte wahrscheinlich ein Witz sein. Na ja. Für seinen Humor hat Grass den Nobelpreis bestimmt nicht gekriegt.
|
|
Alan Posener, WamS.de-Blogs, Apocalypso, 19. 8. 2006
|
Grass selbst hat für sich im Privaten die Rechtschreibreform vorweggenommen. „Günter Graß“ unterschrieb der 19-jährige Kriegsgefangene den Erfassungsbogen der US Army. Später buchstabierte er seinen Nachnamen „Grass“ – mit SS am Ende, als wollte er sich ständig daran erinnern: Da ist noch etwas; da hängt mir noch etwas an, das dicke Ende kommt nach.
|
|
Ag., diepresse.com, 6. 10. 2006
|
Der Schriftsteller […] gestand auf der Messe, er sei bis heute unsicher mit der deutschen Rechtschreibung. Grass plädierte für eine weitgehende Freigabe der Schreibweise: Sprache sei immer im Fluss. "Jede allzugroße Festlegung ist der Sprache hinderlich."
|
|
Esteban Engel, dpa, 31. 7. 2008
|
«Mein erstes Prosamanuskript zur "Blechtrommel" ist voller Rechtschreibfehler. Ich habe die deutsche Rechtschreibung im Laufe meines langen Schreibprozesses gelernt und bin deshalb auch so wütend, dass sie wieder geändert wird», sagte etwa Literaturnobelpreisträger Günter Grass.
|
|
Jens Dirksen, derwesten.de, 28. 10. 2010
|
Günter Grass - froh über Demos zu „Stuttgart 21“.
|