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Georg Christoph Lichtenberg 1781 (nach Wortschatz und Orthographie in Geschichte und Gegenwart, Tübingen 2000, s. 63)
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Einigkeit ist in der Tat alles, was man bei solchen Dingen suchen muß, ja selbst mit einigem Verlust von Seiten der strengen Wahrheit erkaufen müßte, wenn Einigkeit nicht anders zu erhalten wäre.
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Rudolf von Raumer, 1855
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Auch eine minder gute Orthographie, wofern nur ganz Deutschland darin übereinstimmt, ist einer vollkommeneren vorzuziehen, wenn diese vollkommenere auf einen Theil Deutschlands beschränkt bleibt und durch eine neue und keineswegs gleichgültige Spaltung hervorruft.
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Peter Eisenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. 4. 2009
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Einheitlichkeit der Schreibung bleibt das stärkste Band im vielfältig gegliederten deutschen Sprachgebiet.
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Horst Haider Munske, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. 7. 2000
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Das war auch die größte Leistung Konrad Dudens: dass er in seinem Orthographischen Wörterbuch von 1880 - gegen eigene frühere Reformideen - der traditionellen Rechtschreibung in der Form der vereinheitlichten preußischen und bayerischen Regeln zum Durchbruch verholfen hat.
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Gerhardt Augst, zitiert von Alexander Smoltczyk, Der Spiegel, 25. 7. 2005
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Die deutschen Lehrer haben im 19. Jahrhundert vom Staat eine einheitliche Rechtschreibung erbeten. Das war der Sündenfall. Aus dem kommen wir jetzt nicht mehr heraus. Die Bürger wollen Regeln, der Duden antwortet mit Kasuistik und wird dick und dicker.
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erziehungsdirektorenkonferenz, 1975
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Ein Alleingang der Schweiz ist kaum zu verantworten.
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Fred Sinowatz, 1976
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Ich möchte betonen, daß ein Alleingang Österreichs nicht in Frage kommt.
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Christian Meier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. 8. 1997
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Die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung ist also gerade durch die Reform bedroht. Denn es geht ja nicht nur darum, daß in den verschiedenen Bundesländern samt Österreich und den Schweizer Kantonen das gleiche gelehrt wird, sondern auch darum, daß die verschiedenen Teile der deutschsprachigen Gesellschaft und nicht zuletzt die Schriftsteller die gleiche Schrift schreiben.
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Fernando Wassner, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. 12. 1997
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Natürlich steht es diesem oder jenem Poeten, sagen wir Ernst Jandl, frei, alles groß oder alles klein zu schreiben und - das gibt es - mit der Rechtschreibung spielerisch musikalische Scherze zu treiben ("Dasdadur"). Aber das Leben wird - das ist ja nichts Schlechtes - zunehmend von Computern geprägt wie von Autos. Und da wird es dann brenzlig, denn die Programmierer müssen weithin dieselbe Sprache schreiben wie die Benutzer. Denn falls ein Automechaniker-Lehrling ein "Kappel" für die Batterie sucht, um den Stromspeicher mit der Lichtmaschine zu verbinden, dann gehen teure Arbeitsstunden verloren, wenn der Programmierer des Ersatzteil-Lagerverzeichnisses noch "Kabel" geschrieben hat. Woraus folgt, daß die Rechtschreibung gewiß langsame Wandlungen auch rechtlich verträgt, aber keine Revolutionen und keine Beliebigkeit.
Wenn der lehrling jetzt erkennt, dass es vorteile bringt, sich an schreibregeln zu halten, ist es ja nicht zu spät. Anders gesagt: Die schreibung ist auch ohne zwang so einheitlich, wie sie sein muss. Ein elektronischer suchvorgang ist im übrigen ein gutes beispiel – für die umgekehrte schlussfolgerung: Programmierer wollen uns gar nicht zu einheitlichkeit zwingen, ganz im gegenteil. Immer raffiniertere suchalgoritmen und frontendtechniken erleichtern den umgang mit varianten und tippfehlern.
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Thomas Steinfeld, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. 7. 2000
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Es gibt keine einheitliche deutsche Orthographie mehr.
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Josef Kraus, Die Woche, 4. 8. 2000
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Das eigentliche Ärgernis ist der Verlust der Einheitlichkeit der Schreibung.
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Friedrich Denk, Tages-Anzeiger, 9. 8. 2003
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«Errungenschaft» bezeichnet, «dass eine Sprachgemeinschaft eine einheitliche Schreibung pflegt». Nur wurde diese dank Konrad Duden seit 1903 existierende Einheitlichkeit von den Rechtschreibereformern für lange Zeit zerstört.
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Reiner Kunze, suedkurier.de, 15. 8. 2008
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«Die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung ist zerstört, die Sprache wird eine lange Leidenszeit haben.»
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Axel Springer AG, pressemitteilung, 7. 3. 2006
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Eine Einheitlichkeit existiert mit reformierter Rechtschreibung nicht mehr.
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Romanus Otte, Welt am Sonntag, 30. 7. 2006, Editorial
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Die Rechtschreibreform […] hat Verwirrung gestiftet, das Land gespalten und die Einheitlichkeit der Schreibweise zerstört.
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Jan Henrik Holst, www.janhenrikholst.de, 2. 2005
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[…] heute ist die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung zerstört und unsere Schriftkultur dem Dahinsiechen preisgegeben.
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Jens Jessen, Die Zeit, 3. 8. 2006
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Was damit auf absehbare Zeit nicht zurückkommt, ist freilich die Einheitlichkeit der Schreibung jenseits der Schulen. Die Reformgegner, die das beklagen, müssen sich allerdings auch an die eigene Nase fassen: Sie haben mit ihren Blockaden den Zustand der neuen orthografischen Freiheit mit erzeugt. Das Ergebnis ist nicht ohne Ironie. Die Anhänger einer unwandelbaren Rechtschreibautorität haben diese Autorität durch partisanenhafte Abweichung ihrerseits beschädigt.
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Matthias Wermke, Sprachspiegel, 4. 2001
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Auch hinsichtlich der geschriebenen Sprache gibt es trotz der amtlichen Regelung von 1901 nur eine relative Einheitlichkeit. Bis heute werden Leser mit Texten konfrontiert, die nicht der amtlichen Regelung von 1901 entsprechen.
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Robert Nef, Schweizer Monatshefte, 11. 2003
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Schliesslich stellt sich auch die Grundsatzfrage nach dem Stellenwert der Einheitlichkeit. Wie wichtig ist die rigorose Ausschaltung von Streitfragen und Grenzfällen, wie schädlich ist eine Bandbreite, die regionalen Eigenheiten und persönlichen Vorlieben Raum lässt?
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Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, 1964
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Die Forderung nach völlig lückenloser Uniformität der Schreibung ist keineswegs zwingend; im Bereich der schönen, auch der wissenschaftlichen Literatur, erheben sich sogar sehr ernsthafte Einwände gegen eine orthographische Einheitstyrannei.
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Rudolf Walther, die tageszeitung, 4. 12. 2006
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Der Fetisch der Einheitlichkeit dient dazu, die mit der Rechtschreibreform (und zum Teil gegen deren ursprüngliche Motive!) gewonnene Freiheit der Wahl aus verschiedenen Schreibvarianten zu denunzieren.
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Martin Walser, Der Spiegel, 14. 10. 1996
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Soll doch jeder, auf eigenes Risiko, schreiben, wie er will. Er will verstanden werden, soll er's versuchen auf seine Art. Wie gut und eigenartig hat das Goethes Mutter in den Briefen an ihren Sohn praktiziert.
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Hans Magnus Enzensberger, Der Spiegel, 14. 10. 1996
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Ich zitiere Ihnen einen beliebigen Satz aus Wielands "Gesprächen unter vier Augen": "Von einer Republik, die auf die Rechte der Menschheit gegründet seyn will, und mit den großen Zauberworten, Freyheit und Gleichheit, Vernunft, Filosofie und Filanthropie, so viel Geräusch und Geklingel macht, sollte man doch wohl mit gutem Fug ein besseres Beyspiel erwarten dürfen." Wie viele "Schreib- und Kommafehler" würden die Anbeter des Dudens in diesem Satz finden, je nachdem, welche Auflage ihrer heiligen Schrift sie gerade zu Rate ziehen? Sechs? Sieben? Acht? Dabei muß man schon ein ganz besonderer Trottel sein, um nicht zu begreifen, was Wieland meint und was niemand besser ausdrücken konnte als er.
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Elisabeth Leiss, Die regulierte §chrift, 1997
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Das zentrale Argument aller Rechtschreibnormierer ist, daß in der Moderne die Einheitlichkeit der Schriftsprache höchste Priorität habe. Worauf sich diese Einheitlichkeit gründe, sei sekundär. […] Hauptsache, die Anzahl der konkurrierenden Schreibvarianten werde reduziert. Die Orthographiereformer der Moderne hatten und haben tatsächlich regelrechte 'Ausrottungsphantasien', was die Existenz von Varianten betrifft. Opfer sind dabei nicht nur die Buchstaben. Geopfert wurde und wird nicht nur die Regelhaftigkeit und Motiviertheit der Schrift. Die Vernichtung von Varianz ist eine Geisteshaltung, die viele Bereiche usurpiert. Das Prinzip der Vernichtung von Varianz ist ein 'Gedankengift', das nicht nur den Sprachen, den Dialekten und Soziolekten gefährlich werden kann.
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Alfons Müller-Marzohl, 1973
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Unser land darf nicht abwarten, bis sich sämtliche kultusminister, erziehungsdirektoren, alle romantiker und alle rationalisten zu einheitsglauben an die kleinschreibung bekehrt haben: Jedermann und jedes land sollte den schritt vollziehen, wann es ihm beliebt.
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