Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)stichwort → schriftsteller

Nachgeführt 21. 2. 2011, 15. 4. 2010

schriftsteller, dichter

Michael Hochgesang, Welt und Wort, 1973, nr. 2, s. 136

Die eigentlich Zuständigen für jede Rechtschreibreform sind nicht die Lehrer und nicht die Philologen, sondern diejenigen, die in und mit der Sprache und der ihr zugehörigen Rechtschreibung die großen schriftlichen Zeugnisse und Kunstwerke für kommende Generationen prägen.

Jacob Grimm, 1854

Was sollte die änderung den schriftsteller angehn, dem daran liegt seine gedanken ungehemmt und ungezwungen äuszern, dem es lästig fallen musz sich und seine leser durch anstände in der form, die er längst bewältigt zu haben meint, aufhalten zu lassen? Die meisten schrieben, wie sie es in der schule oder sonst im leben sich angewöhnt hatten und überlieszen wiederum den setzern die schreibart nach blieben zu verändern, d. h. dem vorherschenden brauch zu bequemen.

Martin Walser, Der Spiegel, 14. 10. 1996

Komisch, daß Schriftsteller für und gegen Normen streiten, an die sie sich sowieso nicht halten.

edo, Süddeutsche Zeitung, 17. 8. 2000

Was Ihr wollt?

Marcel Reich-Ranicki, Der Spiegel, 14. 10. 1996

Als man sich 1954 schon einmal, wieder einmal Gedanken über die deutsche Rechtschreibung machte, war Thomas Mann empört. […] Thomas Mann hat die Rechtschreibung, wie aus Tagebüchern ersichtlich, keineswegs beherrscht. Er war damals 79 Jahre alt. In diesem Alter sieht man den Boden der Suppenschüssel und hat keine Lust, sich die Regeln einer neuen Rechtschreibung anzueignen. Ob vielleicht auch damit die späte Entrüstung unserer Schriftsteller zusammenhängt? […] Unsere lieben Schriftsteller aber seien an ein weises Wort erinnert. In seinem Trauerspiel "Wilhelm Tell" läßt Goethe den greisen Marquis Posa sagen: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Siehe auch stichwort generation.

neu Karin Cerny, profil, 9. 10. 2006

Interview (Christine Nöstlinger): „Sehr kinderlieb bin ich nicht“.

neu Jens Jessen, Die Zeit, 3. 8. 2006

Und Schluss.

de.wikipedia.org, Fraktur_(Schrift)

Der Autor Hermann Hesse bestand noch lange nach dem Krieg darauf, dass seine Werke in Fraktur gedruckt würden. Auch viele Klassiker fanden in den 1950er Jahren als Frakturausgaben noch sehr guten Absatz, so eine Theodor-Storm-Gesamtausgabe von 1953. Die evangelischen Kirchen hielten noch längere Zeit an der deutschen Schrift fest. So erschienen viele deutschsprachige Bibel-Übersetzungen bis in die 1960er Jahre in Fraktur.