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Rudolf Hotzenköcherle, Deutschunterricht, 1955, h. 3, s. 35
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Die Hauptleidtragenden sind bekanntlich die Schüler und Lehrer. Sie haben unbestreitbar den abschreckendsten Einblick in die Schwierigkeiten, welche die Erlernung der deutschen Orthographie auftürmt. […] Es ist schon so: gerade die Grossschreibregeln zwingen zu einem Aufwand an Zeit und Kraft, der zu ihrem Bildungswert in einem durchaus unglücklichen Verhältnis steht.
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Otto von Greyerz, O mein Heimatland, 1926
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Die volksschullehrer leiden am meisten von allen berufsarten unter den schikanen unserer rechtschreibung; sie haben die saure pflicht, die kinder an ein system von schreibregeln zu gewöhnen, das weder den kindlichen verstand noch die logik des reifen menschen befriedigen kann. […] Eine unendliche zeit, mühe und gute laune muss diesem hauptgötzen der rechtschreibung geopfert werden.
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Karl Korn, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. 5. 1959
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Die armen Schulkinder? Ach, dieses wehleidige Geschrei! […] Wenn Sprache und Schrift schwer sind und schwer erlernbar, so lohnen sich Schweiß und Mühe.
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Hans Messelken, Praxis Deutsch, mai 1974, s. 19
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In der öffentlichkeit sollte verstärkt und immer wieder diskutiert werden, ob die gesellschaft wirklich will, dass ein viertel bis die hälfte des sprachunterrichts durch übung der gross/kleinschreibung, der dehnung, bzw. kürzung und des /s/-lautes vertan werden soll, oder ob man sich nicht doch zu einer reform dieser drei bereiche entschliessen will.
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Josef Kraus, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 6. 8. 2000
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Wenn sich bei Schülern die Vorstellung breitmacht, das, was mir der Lehrer beibringt, ist nicht unumstritten, dann wird sich auch die Einstellung festsetzen, man könne die Schreibung ein bißchen locker handhaben. Das ist das Ende einer exakten Diktatbenotung.
Unser standpunkt: Bei allen schülern muss sich die vorstellung breitmachen, alles, was mir der lehrer beibringt, ist nicht unumstritten. Das ist eine voraussetzung dafür, dass aus dem schüler ein mündiger, aufgeklärter bürger wird. Die skandalöse einstellung des deutschen lehrerverbandspräsidenten erklärt, warum die deutschen so sind, wie sie sind. Vgl. freiheit.
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Bernhard Weisgerber, vernünftiger schreiben, 1974, s. 72
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Ein apodiktisch-unkritischer rechtschreibunterricht führt im regelfall dazu, dass auch der erwachsene das tabu der geltenden rechtschreibnorm nicht mehr anzutasten wagt. Insofern entscheidet schon die art der vermittlung der rechtschreibung in der schule über die chancen künftiger reformen. Dabei lässt sich durchaus ein rechtschreibunterricht denken und praktizieren, der die vermittlung und sicherung der rechtschreibung mit ihrer kritischen reflexion verbindet.
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Leo Weisgerber, Die Verantwortung für die Schrift, 1964, s. 168f.
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Dieselbe Schule, die den Unmündigen die Diktatur der Schrift zu einem Grunderlebnis der ersten Schuljahre macht (und bei dem jetzigen Zustand unserer Rechtschreibung machen muß), müßte den mündig Gewordenen mit gleichem Nachdruck einprägen, daß Schrift und Rechtschreibung keine vorgegebenen Heiligtümer sind, sondern geschichtliche Setzungen, denen der Mensch ausreichende Verbindlichkeit, aber ebenso ausreichende Abwandlungsfähigkeit zuteilen muß.
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Hessische rahmenrichtlinien sekundarstufe I deutsch, 1972
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Durch die Einsicht in die historische Bedingtheit der Orthographie soll der Rechtschreibunterricht den Schüler auch zu einer kritischen Einstellung gegenüber der Rechtschreibung befähigen.
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John Ruskin, Time And Tide, p. 108
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Never teach a child anything of which you are not yourself sure; and, above all, if you feel anxious to force anything into its mind in tender years – that the virtue of youth and early association may fasten it there – be sure it is no lie which you thus sanctify … Better that it should be ignorant of a thousand truths than have consecrated in its heart a single lie.
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Jan Fleischhauer und Christoph Schmitz, Der Spiegel, 2. 1. 2006
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Die Schule ist der Ort, an dem sich die Reform entscheidet.
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Reu., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. 7. 2000
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Die Kultusminister nehmen die Schüler als Geiseln, um die Bevölkerung zu erpressen […].
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Michael Hochgesang, Welt und Wort, 1973, nr. 2, s. 136f
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Die Schule kann ihren Stoff wohl auswählen, aber sie kann die Welt nicht nach ihren Zwecken ändern. Sie kann nicht Berge und Flüsse abschaffen, weil sie gern ihren Geographieunterricht vereinfachen möchte.
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neu Gernot Holstein, volksbegehren „Schluß mit der Rechtschreibreform“, land Berlin, 15. 3. 1999
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In das Schulgesetz für Berlin wird folgender § 19 a eingefügt: Aufgabe der Schule ist es, die in der Sprachgemeinschaft gewachsene und von der Bevölkerung allgemein anerkannte traditionelle Rechtschreibung nachzuvollziehen und die Schüler in dieser zu unterrichten.
Und wer entscheidet, welche rechtschreibung allgemein anerkannt ist und wie weit sie wachsen darf? Natürlich der staat, wenn es ein solches gesetz gäbe. Sonst
fordern die reformgegner immer die «Entstaatlichung der Rechtschreibung».
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Peter von Polenz, Geschichte der deutschen Sprache, 2009, s. VIIIf.
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Das städtische Bürgertum benötigt für Handel und Gewerbe Menschen mit einer Schulbildung, die die elementaren Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen beherrschen und keiner lateinisch fundierten klerikalen Bildung bedürfen. So überrascht es nicht, dass zunächst Pädagogen eine Einheitssprache fordern und dann pädagogisch motivierte Grammatiker zu dieser Einheitssprache führen. Damit ist die ‹neuhochdeutsche› Periode erreicht, in der das Deutsche […] eine außerordentlich kunst- und ausdrucksvolle Literatursprache wird.
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Astrid Knöß, Giessener Anzeiger, 26. 7. 1999
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Serie zur Rechtschreibreform: Teil I
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Scope, institut für markt- und meinungsforschung, Luzern, 1973
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Die initiative für die kleinschreibung erwartet das publikum vor allem von den schulbehörden (49%).
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Wilhelm Bleich, Der deutsche Schreibzopf und dessen notwendige Beseitigung, 1900
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Daß die bezeichneten Irrtümer [substantivgrossschreibung, dehnungszeichen und damals die fraktur] noch immer von der Schule aus als Wahrheiten verbreitet werden, ist der eigentümlichen, althergebrachten Schulverfassung zuzuschreiben, welcher gemäß, während die Vorgesetzten jedes anderen Berufes aus dem eigenen, ihnen bekannten Berufskreise hervorgehen, die mit der Ueberwachung des Unterrichts beauftragten Beamten nicht aus dem Lehrerstande, sondern noch immer aus anderen Berufskreisen erwählt werden.
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neu Uwe Schlicht, Tagesspiegel, 16. 8. 2000
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Leichtere Silbentrennung, weniger Fehler. Lehrer berichten über Erfahrungen mit der neuen Orthographie in Brandenburg.
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Reinhard Markner, Magdeburger Volksstimme, 16. 12. 2010
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Eine empirische Überprüfung der Auswirkungen der Reform auf die Leistungen der Schüler hat es bisher nicht gegeben und wird es wohl auch nie geben, weil sie unerwünschte Resultate erbringen würde. Die Reform hat, anders als von ihren Urhebern verheißen, nur zu mehr Fehlern geführt.
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Melania Botica, Focus-Schule Online, 10. 5. 2011
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Die Orthografie von Schülern ist so schlecht wie noch nie, klagen viele Sprachdidaktiker. […] Diese Entwicklung beruht Bildungsforschern zufolge jedoch nicht gänzlich auf der Rechtschreibreform.
Eher gänzlich nicht, wie ein blick über die sprachgrenze zeigt (Südostschweiz, 4. 5. 2011).
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neu teachersnews.net, 31. 7. 2011
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VBE zur jüngsten Focus-Umfrage: Neue Rechtschreibung ist an den Schulen kein Aufreger mehr.
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