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neu Günther Drosdowski, Der Spiegel, 19. 6. 1995
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Schon Konrad Duden hat sich an die Regeln und Schreibweisen gehalten, die 1901 amtlich festgelegt wurden. Auch die Dudenredaktion versteht sich als verlängerter Arm des Staates in Sachen Rechtschreibung.
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Jens Jessen, Die Zeit, 3. 8. 2006
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Auch die plötzlich verklärte alte Rechtschreibung war nur das Ergebnis einer vielfältig nachgebesserten, im Kern aber staatlich verordneten Reform vom Beginn des 20. Jahrhunderts.
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Peter Eisenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. 4. 2009
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Mit der Orthographiereform von 1996 hat der Staat die Verantwortung für den Normierungsprozess an sich gezogen.
Nein, mit der von 1901 (in der Schweiz 1892).
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Günther Birkenstock, DW-World.de (Deutsche Welle), 12. 1. 2011
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Die schmerzhafteste Frage, die man heute stellen kann, ist die, ob eine staatlich diktierte Reform der Rechtschreibung denn überhaupt notwendig war.
Falsche frage. Die richtige frage: «Die schmerzhafteste Frage, die man heute stellen kann, ist die, ob eine Reform der staatlich diktierten Rechtschreibung denn überhaupt notwendig war.» Diese frage kann man mit ja beantworten.
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neu Berliner Zeitung, 15. 11. 1997
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Gröschner kritisierte, daß es im Grundgesetz keine Regelung zur Sprache gebe.
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Christian Meier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. 7. 2000
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Rechtschreibung ist keine Staatssache. Das Unternehmen der staatlich verfügten Rechtschreibreform beruhte von Anfang an auf einer gründlichen Verkennung staatlicher Aufgaben […].
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Der Spiegel, 28. 10. 1996
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Die Tatsache, daß künftig "dass" statt "daß" geschrieben werden muß, wirft für den Verfassungsrechtsprofessor Denninger ganz grundsätzliche Fragen zum Verhältnis zwischen Staat und Bürgern auf. "Ist die Rechtschreibung überhaupt eine Materie", fragt Denninger mittlerweile auch in seinen Vorlesungen an der Frankfurter Universität, "die staatlicher Regelung zugänglich ist?" Der Streit um ein paar Buchstaben könne vielmehr zum Beispiel dafür werden, daß es Dinge im Leben gebe, aus denen sich die Obrigkeit herauszuhalten habe.
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Christoph Schmitz, Deutschlandfunk, 1. 3. 2006
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Der eigentliche Skandal aber ist ein verfassungsrechtlicher. Der Jenaer Verfassungsrechtler Rolf Gröschner hat ihn klar benannt und logisch begründet: Menschenwürde ist Entwurfsvermögen. Ausdruck des Entwurfsvermögens ist die Kultur. Zur Kultur gehört die Sprache, zur Sprache die Schriftsprache. Der Staat hat dafür zu sorgen, dass sich Menschenwürde und Kultur bestmöglich entfalten. Also auch die Schriftsprache. Doch was in der Schriftsprache richtig und falsch ist, bestimmt nicht der Staat, sondern die Kulturgemeinschaft der Schreibenden. Durch die Rechtschreibreform will der Staat bestimmen, was richtig ist und falsch. Also verstößt sie gegen die Menschenwürde und ist verfassungswidrig. So einfach ist das.
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Kurt Marti, schriftsteller, Tages-Anzeiger, 18. 10. 1996
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Ich halte nichts von dieser Reform, sie ist unnötig. Ich sehe nicht ein, weshalb die Rechtschreibung von irgendwelchen Kulturbürokraten geregelt werden soll.
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Ulrich Wickert, planet-interview.de, 8. 8. 2000
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Soll der Staat doch seine Finger von unserer Sprache lassen und von der Rechtschreibung.
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Thomas Straubhaar, Basler Zeitung, 20. 12. 2004
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Rechtschreibreform zwischen Markt- und Staatsversagen.
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Tony Häfliger, St. Galler Tagblatt, 26. 8. 2004
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Keine Sprachreglementierung durch Staat.
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Michael Cerha, Der Standard, 31. 7. 2000
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Trennung von Politik und Sprache. Ohne Rückzug des Staates kommt der Zank um die Rechtschreibung nicht zur Ruhe.
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Ernst Gottfried Mahrenholz, Die Welt, 13. 7. 2005
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Rechtschreibung ist eine Frage des Common sens und der Sprachentwicklung, keine Frage, die man von oben verordnen kann.
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tost, Süddeutsche Zeitung, 25. 2. 2006
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Das einzig Sinnvolle sei, so Theodor Ickler, nach wie vor die Entstaatlichung der Rechtschreibung. Orthographie sei in erster Linie eine sprachliche Tatsache, die durch den Gebrauch von Sprache entstehe.
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Hermann Unterstöger, Süddeutsche Zeitung, 4. 3. 2006
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Das Einzige, was vorderhand als Reingewinn gebucht werden kann, ist der Vorsatz, den der sachsen-anhaltinische Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz stellvertretend für viele formulierte: Dass der Staat von so einem Gegenstand künftig die Finger lassen solle.
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Thomas Steinfeld, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. 8. 1999
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Nie wieder wird es einen Versuch des Staates geben, die deutsche Rechtschreibung neu zu definieren.
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Christoph Keese, Welt am Sonntag, 5. 3. 2006
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Doch selbst wenn es wieder zu einer einheitlichen Rechtschreibung käme, muß klar bleiben, daß künftig nur die Gemeinschaft der Schreibenden die Sprache weiterentwickelt und nicht der Staat sie per Dekret zu ändern versucht. Entwickelt wurde Deutsch immer durch die Phantasie seiner Sprechenden und Autoren. Aufgabe eines Regelwerks kann es nicht sein, Verwandlung zu verhindern […]. Für einen Eingriff des Staats gibt es keinen Bedarf.
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Adolf Muschg, Süddeutsche Zeitung, 24. 12. 2008
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Gerade wo es um Sprache geht, ist der Staat ein untauglicher Gesetzgeber, wie er jüngst am vergleichsweise harmlosen Beispiel einer Orthographiereform vorgeführt hat.
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Hans Magnus Enzensberger, Der Spiegel, 14. 10. 1996
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Die Regierungen sollten die Finger von Dingen lassen, von denen sie nichts verstehen und für die sie nicht kompetent sind. […] Ich wünsche, daß mich der Staat beim Schreiben in Ruhe läßt.
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Christoph Stalder, Der Bund, 7. 7. 2009
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Der grundlegende Systemfehler liegt darin, dass der Staat befiehlt, was richtig und was falsch ist. Da gibt es für Jung und Alt nur eines: zivilen sprachlichen Ungehorsam!
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Konrad Hummler, Neue Zürcher Zeitung, 17. 11. 2010
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In Deutschland waren es die Kultusminister (die sich heute öffentlich zum Irrtum bekennen), in der Schweiz das Konkordat der Erziehungsdirektoren, die EDK, welche der Sprache Gewalt antaten und staatlichen Zwang in einen gesellschaftlichen Bereich ausdehnten, der sich der Planung, Kontrolle und Korrektur inhärent entzieht. Ungefragt, selbsternannt, unverfroren und oft auch sprachignorant vergriffen sich die Politiker mit ihren Befehlsstrukturen am vitalen Leib der Sprache. […] Der Verzicht auf Staatstätigkeit in Bereichen, wo Staatsversagen zwingend die Konsequenz ist, hätte durchaus Vorbildcharakter.
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Bastian Sick, Die Berliner Literaturkritik, 10. 2. 2011
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Wann immer sich der Staat in die Sprachentwicklung eingemischt hat, kam Müll dabei raus - wie zum Beispiel bei der Rechtschreibreform.
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Bastian Sick, Badische Zeitung, 17. 2. 2011
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"Schadenfreude ist immer dabei."
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neu Alexander Smoltczyk, Der Spiegel, 25. 7. 2005
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Wäre es nach Ickler gegangen, dann wäre auf staatliche Regulierung verzichtet, die allgemein übliche Rechtschreibung erfasst und in Wörterbüchern festgehalten worden.
Und die grundschüler könnten sich ohne staatlichen zwang daran halten oder nicht!?
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