Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)was ist was: stichworte → ß

Nachgeführt 4. 3. 2012, 30. 9. 2011

ß

Pro

literaturcafe.de, 3. 7. 2008

»In der deutschen Rechtschreibung ist das ß durchaus unentbehrlich, und gegen seine Beseitigung, die in der neuen Schweizer Schulschrift leider durchgeführt ist, sollte sich jeder wehren.« Das schrieb der berühmte Typograf Jan Tschichold in seinem Meisterbuch der Schrift bereits 1952.

Hermann Unterstöger, Süddeutsche Zeitung, 28. 10. 2010

Immerhin verfügt das Deutsche im „ß“, dem „Eszett“ oder „scharfen S“, über eine Art Alleinstellungsmerkmal, wenn auch nur in seiner Schrift. Die Aussprache ist nämlich bei weitem nicht präzise genug, als dass sich aus ihr der rechte Gebrauch des „ß“ schlüssig herleiten ließe. […] Tatsächlich kann man mit Rückgriff auf die zweite Lautverschiebung die These vertreten, dass nicht nur die Konjunktion „dass“, sondern auch der Artikel „das“ mit „ß“ respektive, nach der letzten Orthographiereform, mit „ss“ geschrieben werden sollte […]. Ausgesprochen werden sie gleich, doch ist es eine zweifellos nützliche Übereinkunft, dem strukturellen Unterschied zwischen ihnen durch eine unterschiedliche Schreibung Rechnung zu tragen.

Kontra

Entschliessung des deutschen germanisten­tages vom 14. 2. 1973

ß kann durch ss ersetzt werden.

Basler Zeitung, 29. 5. 2007, s. 3, rubrik Bazillus

Ein schlagendes Argument gegen das scharfe S hat der aus Deutschland stammende Basler Typograf Jan Tschichold, eine Weltautorität notabene, schon vor über sechzig Jahren geliefert. 1943 schrieb Tschichold, das scharfe S sei eine «Monstrosität», weil es als Buchstabe aus der (bei den Nationalsozialisten beliebten) Frakturschrift schlicht nicht in die damals wie heute übliche Antiquaschrift passe. Recht hatte und hat er. Aber wer liest heute schon das «Basler Schulblatt» von 1943, in dem Tschichold seine Erkenntnis versenkte?

Marcel Reich-Ranicki, Der Spiegel, 14. 10. 1996

Der Buchstabe "ß" ist überflüssig, ich werde, ähnlich wie das Volk der Hirten und Bankiers, künftig "ss" schreiben.

Auswirkungen der neuregelung von 1996

neu Uwe Wittstock, Focus, 1. 8. 2011, s. 72

[…] ZDF-Journalistin und Sachbuchautorin Petra Gerster […]: Ich sehe das oft in meinem Redaktions­alltag. Viele jüngere Kollegen finden die ß-Regeln so schwierig, dass sie das ß gar nicht mehr benutzen und nur noch ss schreiben.

Bravo!

Grossbuchstabe

Hermann Unterstöger, Süddeutsche Zeitung, 28. 10. 2010

Das „ß“ fällt auch dadurch auf, dass es keinen Großbuchstaben zur Seite hat. […] Seit 130 Jahren wird über ein großes „ß“ nachgedacht, bisher ohne überzeugendes Ergebnis, was darauf hindeutet, dass es die Sprachgemeinschaft ohne Schmerz entbehren kann.

Verweise

stichwort

das

presseartikel, internet

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. 11. 2002

Basler Zeitung, 29. 5. 2007

wordweb.ch, 27. 1. 2010

pfaelzischer-merkur.de, 12. 2. 2010

extern

Wikipedia, artikel «ß»

neu www.facebook.com/versaleszett