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literaturcafe.de, 3. 7. 2008
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»In der deutschen Rechtschreibung ist das ß durchaus unentbehrlich, und gegen seine Beseitigung, die in der neuen Schweizer Schulschrift leider durchgeführt ist, sollte sich jeder wehren.« Das schrieb der berühmte Typograf Jan Tschichold in seinem Meisterbuch der Schrift bereits 1952.
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Hermann Unterstöger, Süddeutsche Zeitung, 28. 10. 2010
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Immerhin verfügt das Deutsche im „ß“, dem „Eszett“ oder „scharfen S“, über eine Art Alleinstellungsmerkmal, wenn auch nur in seiner Schrift. Die Aussprache ist nämlich bei weitem nicht präzise genug, als dass sich aus ihr der rechte Gebrauch des „ß“ schlüssig herleiten ließe. […] Tatsächlich kann man mit Rückgriff auf die zweite Lautverschiebung die These vertreten, dass nicht nur die Konjunktion „dass“, sondern auch der Artikel „das“ mit „ß“ respektive, nach der letzten Orthographiereform, mit „ss“ geschrieben werden sollte […]. Ausgesprochen werden sie gleich, doch ist es eine zweifellos nützliche Übereinkunft, dem strukturellen Unterschied zwischen ihnen durch eine unterschiedliche Schreibung Rechnung zu tragen.
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