In den schweizer schulen wird die korrekturtoleranz auch für die bereiche getrennt- und zusammenschreibung, worttrennung und zeichensetzung aufgehoben.
gegenwart
Tagung der
«Schweizer Orthographischen Konferenz» (SOK) im zunfthaus zur Waag in Zürich. Die tagung stimmte einer resolution zu, die die zeitungen der Deutschschweiz einlädt, die empfehlungen der SOK «im Sinne einer sprachrichtigen und einheitlichen Rechtschreibung» zu übernehmen.
Ende der übergangsfrist für die schulen Deutschlands.
Sitzung des
rats für deutsche rechtschreibung.
Tagung der
«Schweizer Orthographischen Konferenz» (SOK) im hotel Greulich in Zürich. Die SOK «stellt Empfehlungen vor, wo die schulamtliche Rechtschreibung nicht verwendet werden sollte». Lancierung der website www.sok.ch.
Antwort der regierung des kantons St. Gallen auf die interpellation von Eva Nietlispach Jaeger (51.07.12) vom 20. 2. 2007. «Ein Handlungsbedarf im Sinn der Interpellation wird daher nicht gesehen.»
Interpellation (51.07.12) im kantonsrat des kantons St. Gallen durch
Eva Nietlispach Jaeger (FDP):
«Unsichere Rechtschreibung: Schule und gesellschaftliche Realität driften immer mehr auseinander».
Die
Frankfurter Allgemeine Zeitung passt «ihre Rechtschreibung den in den Schulen gebräuchlichen Schreibweisen weitgehend» an.
Sitzung des
rats für deutsche rechtschreibung in Wien.
Die empfehlungen des
rats für deutsche rechtschreibung gelten in den schulen Deutschlands. Ein jahr lang soll toleranz geübt werden.
24. auflage des dudens
Die schweizerische
erziehungsdirektorenkonferenz schliesst sich den vorschlägen des
rats für deutsche rechtschreibung an. Es werden wenig auswirkungen auf die volksschule erwartet. Von fachdidaktischer seite wird eine handreichung für lehrpersonen erarbeitet. Diese soll im herbst 2006 vorliegen. Auf den gleichen zeitpunkt publiziert die Interkantonale lehrmittelzentrale (ILZ) eine neuauflage des Schweizer schülerdudens. (Pressemitteilung)
Erste tagung der
«Schweizer Orthographischen Konferenz». Sie empfiehlt, bei varianten der neuen deutschen rechtschreibung die alten schreibweisen zu bevorzugen. (Pressemitteilung)
«Sprachwissenschafter und Praktiker der Presse und der Verlage» gründen eine
«Schweizer Orthographische Konferenz», «um die von der Rechtschreibreform beschädigte Einheitlichkeit und Sprachrichtigkeit der Rechtschreibung in Presse und Literatur der Schweiz wiederherzustellen».
In Deutschland wird eine verfassungsbeschwerde gegen den beschluss der
kultusministerkonferenz vom 2. 3. vom bundesverfassungsgericht nicht zur entscheidung angenommen. «Der Beschwerdeführer hat eine Beeinträchtigung des Grundrechts auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit nicht dargelegt.» (Aktenzeichen 1 BvR 698/06, entscheidung, pressemitteilung vom 30. 5. 2006)
Weiterbildungskurs für die deutschlehrkräfte an den sankt-gallischen mittelschulen (Formi-kurs 2006-58, «Von alt zu neu - von neu zu alt: Die neue Rechtschreibung - Hinweise, Klärungen und Stellenwert», leitung
Mario Andreotti und
Stefan Stirnemann) auf anweisung von erziehungsdirektor Hans Ulrich Stöckling abgesagt.
Die ministerpräsidenten der deutschen bundesländer genehmigen die empfehlungen des
rats für deutsche rechtschreibung.
Offener brief der
Bayerische akademie der schönen künste an die ministerpräsidenten der deutschen bundesländer.
Die deutsche
kultusministerkonferenz stimmt an ihrer 313. plenarsitzung in Berlin den empfehlungen des
rats für deutsche rechtschreibung zu. (Pressemitteilung)
Der
rat für deutsche rechtschreibung übergibt seine empfehlungen an die deutsche
kultusministerkonferenz. Pressemitteilung der kmk, zusammenfassung (
), regeln (4 MB
), wörterverzeichnis (1,8 MB
), erläuterungen (
)
Sitzung des
rats für deutsche rechtschreibung in Mannheim. Arrondierung der änderungsvorschläge, die er den staatlich zuständigen stellen ende des monats vorlegen will. Empfehlung zur gross- und kleinschreibung: u. a. ermöglichung der grossschreibung von Du in briefen und von verbindungen des typs Schwarzes Brett (= anschlagtafel).
Der schweizer lehrerdachverband
LCH übt in einem offenen brief an die
erziehungsdirektorenkonferenz scharfe kritik am
rat für deutsche rechtschreibung und seinem vorsitzenden (Stellungnahme des LCH zu den Vorschlägen des Rats für deutsche Rechtschreibung vom 1. Dezember 2005 [pdf]). Er «weist die Vorschläge des RfdR [. . .] vollumfänglich zurück und verlangt, dass die Pflege der Rechtschreibung grundlegend neu und diesmal professionell geordnet wird. Der LCH legt der EDK nahe, in der Rechtschreibfrage eine grundsätzliche Überprüfung der Geschäftsbeziehungen zur Kultusministerkonferenz KMK vorzunehmen.»
Sitzung des
rats für deutsche rechtschreibung in Mannheim. Einsetzung einer arbeitsgruppe zur gross- und kleinschreibung.
Sitzung des
rats für deutsche rechtschreibung in Mannheim. Im bereich der silbentrennung soll auf die abtrennung von einzelnen vokalbuchstaben verzichtet werden. Das komma bei den infinitivgruppen soll in bestimmten fällen wieder verpflichtend werden.
Das oberverwaltungsgericht Lüneburg bekräftigt das recht der schülerin Josephine Ahrens, weiterhin die alte schreibung anzuwenden, lehnt aber den erlass einer einstweiligen anordnung auf sofortigen stopp der reform ab. (Aktenzeichen: 13 LA 209/05 und 13 MC 214/05)
Ablauf der übergangszeit für schulen und verwaltung zur einführung der neuregelung von 1996. In der schule werden die alten schreibweisen in den bereichen, zu denen der
rat für deutsche rechtschreibung noch änderungen vorlegen könnte, bis auf weiteres nicht als falsch markiert und bewertet. Verbindlich sind dagegen laut-buchstaben-zuordnung, die schreibung mit bindestrich sowie die gross- und kleinschreibung.
Der kanton Bern schlägt der
konferenz der kantonalen erziehungsdirektoren (edk) vor, die bisherige übergangsregelung weiterzuführen, und zwar so lange, bis die umstrittenen bereiche vom
rat der deutschen rechtschreibung definitiv geregelt worden sind.
Sitzung des
rats für deutsche rechtschreibung in Mannheim. Verabschiedet werden änderungen im bereich der getrennt- und zusammenschreibung. Zum beispiel sollen partizip-verbindungen wie ratsuchend oder alleinerziehend künftig wieder zusammengeschrieben werden können. Die regelungen sollen nun unmissverständlicher sein als bisher und sich am sprachgebrauch orientieren.
Die ministerpräsidenten der deutschen bundesländer lehnen an ihrer konferenz in Berlin einen vorstoss der unionsgeführten ministerpräsidenten, das inkrafttreten der gesamten rechtschreibreform nochmals ein jahr auszusetzen, ab.
Psychologen der Freien universität Berlin (leitung:
Arthur Jacobs) diagnostizieren in einer untersuchung mit einem mobilen blickbewegungslabor positive auswirkungen der rechtschreibreform auf das lesen.
Motion (M 149/2005 ERZ) im grossen rat des kantons Bern durch
Christoph Stalder:
«Rechtschreibreform: Einführung unverzüglich stoppen!» Der regierungsrat stellt in seiner antwort vom 17. 8. fest, dass die rechtschreibreform in der Schweiz mehr oder weniger stillschweigend und ohne grössere schwierigkeiten umgesetzt wurde, dass er aber wegen der kritik in Deutschland und der bildung des
rats für deutsche rechtschreibung die einführungsfase verlängert hat.
Der
rat für deutsche rechtschreibung schlägt an seiner sitzung in Mannheim vor, zusammensetzungen mit verben vermehrt zusammen zu schreiben. Neu im rat vertreten:
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und
PEN-zentrum Deutschland.
Die deutsche
kultusministerkonferenz beschliesst an ihrer 310. plenarsitzung in Quedlinburg: Die neuregelung in der fassung von 2004 ist die verbindliche grundlage des unterrichts an allen schulen. Am 31. 7. enden die übergangsfrist und die damit verbundene korrekturpraxis. In den bereichen, in denen noch änderungsvorschläge zu erwarten sind (getrennt- und zusammenschreibung, worttrennung und interpunktion), wird bei der bewertung toleranz geübt.
Sitzung des
rats für deutsche rechtschreibung in München.
Ablehnung des postulats (04.249) von
Dragan Najman vom 14. 9. 2004 betreffend «Neue Deutsche Rechtschreibung (NDR)» durch den regierungsrat des kantons Aargau.
Sitzung des
rats für deutsche rechtschreibung in Mannheim. Eine siebenköpfige arbeitsgruppe soll eine vorlage zur getrennt- und zusammenschreibung erarbeiten.
Die kommission für wissenschaft, bildung und kultur des schweizerischen ständerats lehnt die petition von fünfzig juristen «zur Beendigung des Rechtschreibreformprojekts» («Rechtswissenschafter für die bewährte Rechtschreibung») mit 7 gegen 0 stimmen bei 3 enthaltungen ab (bericht).
Einsetzung des
rats für deutsche rechtschreibung in Mannheim.
Annahme des am 27. 9. eingereichten postulates Riklin durch den schweizerischen nationalrat.
Der
deutsche bundestag berät zwei anträge: «Klarheit für eine einheitliche Rechtschreibung», eingereicht von Günter Nooke, Bernd Neumann (Bremen), Ernst-Reinhard Beck (Reutlingen), weiteren abgeordneten und der fraktion der CDU/CSU, und «Die Einheit der deutschen Sprache bewahren», eingereicht von Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Vera Lengsfeld, Josef Philip Winkler und weiteren abgeordneten. Plenarprotokoll 15/145.
Der schweizerische bundesrat (regierung) beantragt die annahme des postulates Riklin.
Seminar zur weiterbildung der deutschlehrkräfte an den sankt-gallischen mittelschulen im gymnasium Friedberg in Gossau SG. Leitung:
Mario Andreotti und
Stefan Stirnemann.
Das
PEN-zentrum lehnt die mitarbeit im
rat für deutsche rechtschreibung ab.
Antwort des regierungsrats des kantons Schaffhausen auf die kleine anfrage 36/2004 von
Gerold Meier: «[. . .] dass es heute in der Schule und in der Verwaltung nur noch darum gehen kann, einen bereits seit längerer Zeit laufenden, in den Schulen problemlos eingeleiteten Prozess abzuschliessen.».
Die
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ist gemäss beschluss der mitgliederversammlung nicht bereit, dem
rat für deutsche rechtschreibung beizutreten.
Postulat (04.3462) von
Kathy Riklin im schweizerischen nationalrat. Die Schweiz soll «ein hohes Interesse an einem breiten Konsens» signalisieren. «Erreicht werden soll dieser Konsens namentlich durch eine Änderung des neuen Regelwerkes, wodurch die bisher möglichen Bedeutungsdifferenzierungen durch Zusammen- und Getrenntschreibung erhalten bleiben.»
Postulat (GR.04.249-1) von
Dragan Najman im grossen rat des kantons Aargau betreffend «Neue Deutsche Rechtschreibung (NDR)».
Kleine anfrage 36/2004 von
Gerold Meier im kantonsrat (parlament) des kantons Schaffhausen: «Wie stellen sich unsere Lehrpersonen, unsere Schüler, die hier beheimateten Verlage und der Staat zu der zur Zeit in der Öffentlichkeit laufenden Diskussion?»
Die kommission für wissenschaft, bildung und kultur des schweizerischen nationalrats lehnt die petition von fünfzig juristen «zur Beendigung des Rechtschreibreformprojekts» («Rechtswissenschafter für die bewährte Rechtschreibung») mit 18 gegen 1 stimme bei 2 enthaltungen ab (bericht, medienmitteilung).
Die 23. auflage des
rechtschreibdudens erscheint.
Ein verein namens
Rat für deutsche Rechtschreibung e. V. wird durch reformgegner in München gegründet (pressemitteilung).
Die Axel Springer ag und der Spiegel-verlag beschliessen, in ihren publikationen zur alten rechtschreibung zurückzukehren.
«Hin und her in der deutschen Rechtschreibung.» Referat von
Peter Gallmann anlässlich der mitgliederversammlung des
Schweizerischen vereins für die deutsche sprache in Schaffhausen.
Die deutsche
kultusministerkonferenz stimmt an ihrer 306. plenarsitzung in Mainz dem 4. bericht der
zwischenstaatlichen kommission zu und spricht sich für einen
«rat für deutsche rechtschreibung» aus.
Das
Pen-zentrum Deutschland fordert an der jahrestagung in Potsdam die rücknahme der rechtschreibreform.
Umfrage in Deutschland durch das
Institut für Demoskopie Allensbach (bericht nr. 9/2004 als acrobat-datei). "Sind Sie für oder gegen die Rechtschreibreform, oder ist Ihnen das egal?" (13/49/38%), "Haben Sie sich selbst bei der Rechtschreibung umgestellt, oder wollen Sie sich künftig darauf einstellen, oder sehen Sie dafür keinen Grund?" (30/10/55%), "Sind Sie dafür, daß man zur alten Rechtschreibung zurückkehrt, oder sollte man die neue Rechtschreibung beibehalten?" (50/33%).
Die 305. plenarsitzung der deutschen
kultusministerkonferenz genehmigt den 4. bericht der
zwischenstaatlichen kommission nicht. «Es wurde vereinbart, dass Vertreter der Zwischenstaatlichen Kommission und der
Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sich in zwei weiteren Gesprächen mit fachlichen Fragen der Neuregelung befassen werden. Es werden weitere Gespräche geführt, wie und in welcher Form die Entwicklung der Rechtschreibung zukünftig begleitet wird. Die Kultusministerkonferenz wird dann im Juni 2004 über die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung beschließen.» (Protokoll)
Interpellation (I 059/2004) im grossen rat des kantons Bern durch
Christoph Stalder:
«Fehlkonzept deutscher Rechtschreibreform — wie weiter?» Der regierungsrat teilt in seiner antwort von anfang mai die auffassung des interpellanten nicht, dass sich die rechtschreibreform im deutschen sprachraum und insbesondere im kanton Bern nicht durchgesetzt habe.
Petition von fünfzig juristen «zur Beendigung des Rechtschreibreformprojekts» an den deutschen bundestag, die deutschen landtage, die parlamente in Österreich sowie in der Schweiz.
Offener brief der präsidenten von 8 deutschen akademien an die kultusminister der deutschen bundesländer, an die
kultusministerkonferenz, die deutsche bundesministerin für bildung und forschung, an die österreichische bundesministerin für bildung, wissenschaft und kultur und an den schweizerischen bundespräsidenten. Koordination: Friedrich Dieckmann. Es wird festgestellt, «daß die für den Schulunterricht erhofften Vereinfachungen weitgehend ausgeblieben sind», und eine rückkehr zum duden von 1991 empfohlen.
Informationsveranstaltung/anhörung der
konferenz der kantonalen erziehungsdirektoren (edk) in Bern zur beurteilung des 4. berichts der
zwischenstaatlichen kommission für die rechtschreibung
Kompromissvorschlag der
Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit wortlisten gemäss eigenem vorschlag, ursprünglicher und inzwischen veränderter neuregelung sowie alter schreibweise. Konkretisierung des
vorschlags von 1999. (Zusammenfassung vom 29. 9. 2004.)
Die österreichische tageszeitung
Die Presse führt die neuregelung von 1996 ein.
Veranstaltung «Die Aura der Wörter. Zur neuen Rechtschreibung»; Lesung und Diskussion mit
Reiner Kunze. Reihe: Forum des Monats.
Bayerische akademie der schönen künste.
Referat von
Stefan Stirnemann in CH-8580 Amriswil TG. Veranstalter:
Signat(h)ur.
Umfrage in Deutschland durch das
Institut für Demoskopie Allensbach (bericht nr. 7/2002 als acrobat-datei). "Sind Sie für oder gegen die Rechtschreibreform, oder ist Ihnen das egal?" (10/56/33%), "Haben Sie sich selbst bei der Rechtschreibung umgestellt, oder wollen Sie sich künftig darauf einstellen, oder sehen Sie dafür keinen Grund?" (25/13/57%), "Sind Sie dafür, daß man zur alten Rechtschreibung zurückkehrt, oder sollte man die neue Rechtschreibung beibehalten?" (50/29%).
Bericht der
zwischenstaatlichen kommission zu handen der
kultusministerkonferenz. Behandlung an der 297. plenarsitzung der kultusministerkonferenz in Berlin (nicht traktandiert, in der pressemitteilung nicht erwähnt).
Referat von
Theodor Ickler in der reihe «Talk im Theater» im teater St. Gallen.
Gemäss einer umfrage des meinungsforschungsinstituts Imas in Linz halten 57% der österreicher die reform für nicht gut. 8% haben sich an die neuen regeln angepasst; 56% schreiben wie gewohnt. 30% wollen die neuregelung ausser kraft setzen, dagegen wollen es 50% jedem einzelnen überlassen, wie er schreiben möchte.
Ablehnung des postulats von
Dragan Najman vom 29. 8. 2000 betreffend «Denkpause in der Rechtschreibereform» durch den regierungsrat des kantons Aargau: «Bereits 1996 wurde darauf hingewiesen [. . .], dass keine Veranlassung bestehe, "bestehende Lehrmittel einzustampfen oder kurzfristig ausser Kraft zu setzen." Diese Einschätzung hat sich in der Folge bewahrheitet. Die Anpassung an die neue Rechtschreibung erfolgte bei den Nachdrucken bisheriger Lehrmittel ohne nennenswerte zusätzliche Kostenfolge.»
Das oberverwaltungsgericht Lüneburg gibt dem niedersächsischen kultusministerium recht. Das urteil bewirkt, dass die tochter Josephine der klägerin
Gabriele Ahrens jetzt wie alle anderen kinder in Niedersachsen auch die neuen regeln lernen muss. (Aktenzeichen: 13 L 2463/98)
In
Science wird eine in Italien, Frankreich und Grossbritannien durchgeführte untersuchung veröffentlicht, die eine mitschuld einer komplizierten rechtschreibung an der legastenie nachweist und darin ein wichtiges argument für rechtschreibreformen sieht.
Konstituierende sitzung des
beirats für deutsche rechtschreibung in Mannheim.
Der schweizerische nationalrat lehnt die motion «Rückkehr zur alten Rechtschreibung» von
Bernhard Hess ab.
Im landtag von Südtirol wird ein beschlussantrag von Pius Leitner (Freiheitliche) mit der forderung nach einer zeitweiligen aussetzung der rechtschreibreform abgelehnt.
Der schweizerische bundesrat (regierung) beantragt dem nationalrat, die motion «Rückkehr zur alten Rechtschreibung» von
Bernhard Hess abzulehnen.
Internationaler leseforschungskongress «Gutenbergs Folgen» in Mainz. Veranstalter:
Stiftung Lesen. Der hirnforscher
Ernst Pöppel stallt fest, das lesen sei «medizinisch gar nicht möglich». Zur erleichterung des lesens sollte die schriftsprache so weit wie möglich an die gesprochene sprache angelehnt werden.
Im schweizerischen nationalrat reicht
Bernhard Hess mit 2 mitunterzeichnenden eine motion «Rückkehr zur alten Rechtschreibung» ein (aktenzeichen 00.3535).
291. plenarsitzung der deutschen
kultusministerkonferenz in Bremen. Eine «reform der reform» ist nicht beabsichtigt, aber die
kommission muss schneller als bisher geplant, nämlich bereits bis ende 2001, die erfahrungen mit den neuen regeln in der praxis zusammenfassen. Die arbeit der kommission wird künftig durch einen
beirat begleitet.
Baden-Württemberg: Der landtag lehnt in der 94. sitzung der 12. wahlperiode einen antrag der Republikaner (Lothar König) nach rücknahme aller verordnungen betreffend die einführung der neuen rechtschreibung mit mit grosser mehrheit ab (plenarprotokoll 12/94, s. 73627369, drucksache 12/5414).
«Münchner Appell» der
Initiative für vernünftige Rechtschreibung. Reformgegner fordern am tag der deutschen einheit «auch eine Rückkehr zur Einheit der deutschen Schriftsprache». — Gespannt warten wir auf die passende erklärung der reformgegner zum volkstrauertag.
Einsendeschluss des preisausschreibens der
Initiative für vernünftige Rechtschreibung für argumente für die überlegenheit der reformierten rechtschreibung. Anschliessend würden die argumente in einer meinungsumfrage eines unabhängigen instituts darauf überprüft, ob sie von einer repräsentativen bevölkerungsmehrheit geteilt würden (mindestens 50% zustimmung).
Postulat von
Dragan Najman und 11 mitunterzeichnern im grossen rat des kantons Aargau (GR.00.291): «Auf Grund des immer breiteren Widerstands in sehr prominenten Kreisen in Deutschland [. . .] wird der Regierungsrat aufgefordert, bei der Umsetzung der Rechtschreibereform eine Denkpause einzuschalten. Ich möchte betonen, dass mein Postulat nicht eine sofortige Rückkehr zur alten Schreibweise verlangt, sondern es soll nur verhindert werden, dass weiterhin aargauische Lehrbücher in die neue Form umgeschrieben werden. Dadurch soll eine eventuelle weitere Verschleuderung von Steuergeldern verhindert werden, falls sich die Rechtschreibereform schlussendlich wie zu befürchten bzw. zu hoffen ist als Flop erweist.»
Die 22. auflage des
rechtschreibdudens erscheint.
Die internetdomäne rechtschreibreform.org wird von
Christof Ulrich reserviert.
Die stadt Zürich wird in zukunft die strassen gemäss duden benennen.
Das betrifft v. a. das durchkuppeln von namen, die auf personen zurückgehen. Zusätzlich soll im interesse ausländischer gäste auf die abkürzung «Str.» verzichtet werden. — Eigentlich stellt sich das problem mit der durchkupplung nicht mehr, wenn man strasse nicht abkürzt. Es sei daran erinnert, dass man zusammensetzungen im prinzip zusammenschreibt: Alfredescherstrasse, Adolfjöhrweg (wie Rosengartenstrasse). Dafür müsste man andernorts bindestriche einführen: St. Peterstrasse und St. Peterhofstatt müssen zu St.-Peter-Strasse und St.-Peter-Hofstatt werden oder natürlich zu Sanktpeterstrasse und Sanktpeterhofstatt.
Ganzseitiges inserat der gegner der neuregelung von 1996 in 6 deutschen zeitungen mit Sieben Argumenten für die Rücknahme der Rechtschreibreform und einem umfragetalon.
Die schweizer wochenzeitung Brückenbauer veröffentlicht eine telefonumfrage. Von 1727 anrufern sagen 90 prozent nein zur neuen rechtschreibung.
Die
Frankfurter Allgemeine Zeitung kehrt zur alten rechtschreibung zurück.
Theodor Ickler veröffentlicht ein
rechtschreibwörterbuch, basierend auf der alten regelung und einer «auswertung umfangreicher textquellen».
Gründung:
Initiative für vernünftige Rechtschreibung.
50 000 unterschriften müssen für einen volksentscheid in Bremen gesammelt werden; für den eigentlichen volksentscheid sind dann weitere 130 000 nötig.
Als wahrscheinlich letzte schweizerische tageszeitung, dafür mit einigem brimborium und ausgeklügelten abweichungen, führt die
Neue Zürcher Zeitung die neuregelung von 1996 ein.
In Bremen entschliesst sich die initiative "Wir gegen die Rechtschreibreform" doch noch, weiter unterschriften gegen die neue rechtschreibung zu sammeln.
Das geplante volksbegehren gegen die neuregelung in Bremen wird endgültig abgesagt. Die von den parteien verlangte zusicherung, das ergebnis eines volksentscheids nicht (wie 1999 in Schleswig-Holstein) anzutasten, blieb aus; die regierungsparteien SPD und CDU reagierten gar nicht.
In Bremen macht die initiative "WIR gegen die Rechtschreibreform" die wiederaufnahme des volksbegehrens von einer "demokratieerklärung" der parteien abhängig. Diese sollen bis zum 6. märz das versprechen abgeben, "zukünftige Volksentscheide in Bremen zu respektieren und unangetastet zu lassen". "Eine solche pauschale Erklärung wäre hochgradig anstößig, sagte der Bremer Rechtsprofessor Dian Schefold der SZ." (Süddeutsche Zeitung, 24. 2. 2000)
Der staatsgerichtshof des deutschen bundeslandes Bremen erklärt ein volksbegehren der initiative "Wir gegen die Rechtschreibreform" für zulässig.
Der vater von drei schulpflichtigen kindern in Schleswig-Holstein scheitert vor dem bundesverfassungsgericht mit seiner beschwerde gegen die einführung der rechtschreibreform an den schulen. Das gericht nimmt die beschwerde aus formalen gründen nicht an. (Aktenzeichen: BVG 2 BvR 1958/99.)
Das verwaltungsgericht in Schleswig hat die aufhebung des volksentscheides gegen die rechtschreibreform durch den schleswig-holsteinischen landtag als rechtmässig beurteilt. Ein elternpaar hatte dem kieler bildungsministerium untersagen wollen, seine söhne nach den neuen regeln zu unterrichten. (Az.: 9 B 111/99/91)
In Mecklenburg-Vorpommern lehnt der landtag eine zweite volksinitiative "Wir stoppen die Rechtschreibreform" ab.
Die schulen in Schleswig-Holstein unterrichten nach der neuen regelung.
Öffentliche anhörung im bildungsausschuss das landtags von Mecklenburg-Vorpommern. Stellungnahmen der volksinitiative "Wir stoppen die Rechtschreibreform" und von prof.
Dieter Nerius. Die initiative kündigt ein volksbegehren an.
Der schleswig-holsteinische landtag beschliesst einstimmig die einführung der neuen rechtschreibung an den 1200 schulen des landes. Der volksentscheid zum stopp der rechtschreibreform an den schulen vom september 1998 ist damit gekippt. Die neuen regeln werden ab november gelehrt.
Debatte im landtag von Mecklenburg-Vorpommern über die volksinitiative "Wir stoppen die Rechtschreibreform".
dpa: Ein Jahr nach dem offiziellen Inkrafttreten der Reform liefern die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die anderen deutschsprachigen Nachrichtenagenturen seit dem Wochenende alle Texte in der neuen Schreibung. [. . .] Am Wochenende vollzog auch der «Der Spiegel» einen nach eigenen Worten «ehrenvollen Rückzug», um nicht «als Mahnmal gegen eine überflüssige Reform allein in der Presselandschaft» zu stehen. Entgegen den Erwartungen erschien die «Welt am Sonntag» am Sonntagmorgen noch in der alten Rechtschreibung, die «Bild am Sonntag» und andere Sonntags-Ausgaben in der neuen. [. . .] Die Nachrichtenagenturen wollen jetzt eine Beobachtungsphase einlegen, bevor einzelne Schreibweisen in Zusammenarbeit mit den Kunden und Wissenschaftlern überprüft werden sollen.
Die neue rechtschreibung wird auch in der amtssprache aller deutschen bundesbehörden angewendet. Diesen beschluss fasste die bundesregierung am 27. 1.
Das deutsche bundesverfassungsgericht weist einen antrag auf eine einstweilige anordnung ab, mit der
Jens Berendsen und seine töchter Alina und Sarah in Schleswig-Holstein rechtschreibunterricht nach den neuen rechtschreibregeln erzwingen wollten (aktenzeichen 1BvQ 10/99).
In Mecklenburg-Vorpommern erzwingt die initiative "Wir stoppen die Rechtschreibreform" mit rund 18 000 gültigen unterschriften die parlamentarische behandlung des temas.
Im kleinsten deutschen bundesland, Bremen, hat die initiative «Wir gegen die Rechtschreibreform» zum zweiten mal 8000 unterschriften für ein neues volksbegehren gesammelt. Wird es zugelassen, müssen rund 51 000 bürgerinnen und bürger innerhalb von drei monaten den antrag unterzeichnen.
Misserfolg des volksbegehrens «Schluß mit der Rechtschreibreform» in Berlin. Gemäss amtlichem endergebnis vom 28. 7. wurden 106'080 unterschriften gesammelt statt 241'536.
In Berlin sind die gegner der rechtschreibreform mit einer klage für bessere bedingungen ihres schleppend laufenden volksbegehrens gescheitert. Der verfassungsgerichtshof des landes erklärte sich für nicht zuständig (aktenzeichen: Berliner VerfGH 31A,31/99).
Start des volksbegehrens «Schluß mit der Rechtschreibreform» in Berlin. Bis zum 9. 7. sollen an 91 orten in der stadt unterschriftenlisten ausliegen. Für einen erfolg sind etwa 243.000 unterschriften erforderlich. Die initianten wollen einen neuen paragrafen ins berliner schulgesetz einfügen: «Aufgabe der Schule ist es, die in der Sprachgemeinschaft gewachsene und von der Bevölkerung allgemein anerkannte traditionelle Rechtschreibung nachzuvollziehen und die Schüler in dieser zu unterrichten.»
Der berliner senat erklärt ein volksbegehren gegen die rechtschreibreform für formal zulässig.
Das bundesverwaltungsgericht in Berlin hebt ein urteil des verwaltungsgerichts Berlin auf, das am 14. november 1997 einer klage eines grundschülers gegen die reform stattgegeben hatte. Der 6. senat des gerichts erklärt, durch die reform würden schüler nicht in ihren grundrechten verletzt. Es sei auch kein spezielles gesetz zur einführung des neuen regelwerkes nötig. Geklagt hatte das ehepaar
Holstein, das sich in seinen erziehungsrechten verletzt sieht. (AZ BVerwG 6 C 8.98)
Das verwaltungsgericht in Schleswig weist einen antrag von
Jens Berendsen auf einstweilige anordnung, seine töchter seien in neuer rechtschreibung zu unterrichten, zurück. (Az. 9B19/99)
Start einer neuen unterschriftensammlung in Bremen durch die initiative «Wir gegen die Rechtschreibreform».
Reformgegner
Hans-Friedrich Tschamler aus Schopfheim reicht beschwerde beim europäischen gerichtshof ein.
Berlin: Der
Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege übergibt 25 000 unterschriften an die senatsverwaltung für inneres und beantragt die zulassung eines volksbegehrens.
Bremen: Der senat erklärt ein volksbegehren gegen die rechtschreibreform für nicht verfassungsmässig.
Die fraktion der Freiheits-Partei der Schweiz zieht die 1997 im schweizerischen nationalrat eingereichte motion «Rechtschreibreform stoppen» zurück.
Klage von
Jens Berendsen beim verwaltungsgericht in Schleswig gegen die wiedereinführung der alten schreibung in Schleswig-Holstein.
Eine arbeitsgruppe der deutschsprachigen nachrichtenagenturen arbeitet richtlinien aus, die (mit späteren korrekturen) im internet (www.dpa.de/info/rechtschr/rs_index.htm, ursprünglich www.dpa.de/rechtschreibung.htm) publiziert werden. Sie weichen in einigen punkten von den offiziellen ab (keine eindeutschung von fremdwörtern aus lebenden sprachen, grossschreibung von feststehenden begriffen adjektiv + substantiv und vertraulichen anredepronomen, abweichungen bei mehrgliedrigen englischen fremdwörtern sowie bei wortverbindungen personenname + substantiv). Unklar ist die behandlung des superlativs: Unter den beispielen, aber nicht in den regeln, findet man «am Besten», woraus wohl «schön, schöner, am Schönsten» folgt. Das ist entweder eine starke ausweitung der grossschreibung (vor der bisher alle autoren von regelwerken mit vermehrter grossschreibung zurückschreckten) oder mangelnde sorgfalt, die entsprechende vorwürfe an die offizielle kommission in einem merkwürdigen licht erscheinen liesse.
Kompromissvorschlag der
Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. In der form eher ein ausführlicher diskussionsbeitrag zur neuregelung als ein gebrauchsfertiges regelwerk («. . . könnte man die neuen Schreibungen neben den alten als Nebenvariante zu Wahl stellen . . .»). Inhaltlich wirklich ein kompromiss zwischen dem alten und dem neuen, das ja selbst schon der kompromiss eines kompromisses ist. Beispiel: Stress statt Streß wird übernommen, Schiffahrt soll bleiben, daher ausnahme Streßsituation.
Start einer unterschriftenaktion durch reformgegner in Mecklenburg-Vorpommern.
Das verwaltungsgericht Freiburg hat eine klage eines vaters,
Hans-Friedrich Tschamler, gegen das land Baden-Württemberg in der hauptsache abgewiesen (Az.: 2 K 1752/97).
Die internetdomäne www.rechtschreibreform.com wird von
Matthias Dräger registriert.
Die schweizer tageszeitung
Tages-Anzeiger, die
Sonntags-Zeitung (aus gleichem haus) sowie die verwaltung des kantons Zürich stellen auf die neue rechtschreibung um.
«Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen haben in Frankfurt einvernehmlich nach intensiver Beratung beschlossen, die Reform der deutschen Rechtschreibung weitestgehend und in einem Schritt umzusetzen.»
Ankündigung eines volksbegehrens in Bayern durch
Matthias Dräger. Ziel ist nicht ein gesetz, sondern ein neuer artikel 141a in der bayrischen verfassung: "(1) Sprache und Schrift als zentrale Bestandteile der Kultur dürfen nicht zum Gegenstand staatlich angeordneter Veränderungen werden. (2) In den Schulen wird die allgemein übliche Rechtschreibung unterrichtet. Als allgemein üblich gilt die Rechtschreibung, die in der Bevölkerung seit langem anerkannt ist."
Die arbeitsgruppe rechtschreibreform der konferenz der kantonalen erziehungsdirektoren beendet ihre existenz mit einem aperitif in Zürich, nachdem die arbeit 1995 abgeschlossen worden ist und die bedrohung der reform in Deutschland als überwunden gilt.
Konferenz der ministerpräsidenten der länder der Bundesrepublik Deutschland in Potsdam. An der rechtschreibreform wird trotz dem volksentscheid in Schleswig-Holstein festgehalten. Der bund solle nun erklären, wann er wie 15 der 16 länder die neue rechtschreibung bei sich einführen will.
Start der unterschriftensammlung für ein volksbegehren in Bremen durch Petra Ahrens und
Matthias Dräger.
Start dieses internetauftritts (Bund für vereinfachte rechtschreibung).
Per volksentscheid ändern die schleswig-holsteiner das schulgesetz. Die rechtschreibreform soll an den schulen des landes nicht weiter gelten.
Die neuregelung von 1996 tritt für schulen und verwaltung in kraft. Die deutschen bundesländer Nordrhein-Westfalen, Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg führten sie im öffentlichen dienst ein.
Urteil des deutschen bundesverfassungsgerichts: Es sieht keinen verstoss gegen grundrechte; die reform kann wie geplant am 1. august in kraft treten.
Das lübecker elternpaar zieht seine verfassungsbeschwerde in Karlsruhe gegen die rechtschreibreform zurück.
Der schweizerische nationalrat (grosse kammer) lehnt mit 44:23 eine einzelinitiative
Keller für den abbruch der rechtschreibreform ab. www.schweizer-demokraten.ch/rechtsch.htm
In Niedersachsen ist das volksbegehren «Wir gegen die Rechtschreibreform» gescheitert.
Den volksentscheid zum stopp der rechtschreibreform in Schleswig-Holstein haben 223 388 bürger unterstützt (10,5 prozent der wahlberechtigten). 5 prozent wären notwendig gewesen.
In Schleswig-Holstein haben reformgegner über 220.000 unterschriften gesammelt und so einen volksentscheid erzwungen.
Das deutsche bundesverfassungsgericht verhandelt mündlich über die verfassungsbeschwerde.
Abschluss des volksbegehrens in Schleswig-Holstein; die initiatoren bringen mit mehr als 223 000 unterschriften mehr als das doppelte der notwendigen stimmen zusammen.
Der
deutsche bundestag fordert die bundesregierung auf, die neuen schreibweisen bei den bundesbehörden vorerst auszusetzen.
Das verwaltungsgericht Hannover untermauert eine eilentscheidung vom vergangenen august zugunsten von
Gabriele Ruta, wonach ihre tochter weiterhin nach den alten regeln unterrichtet werden muss. Das land Niedersachsen legt gegen das urteil berufung ein. (AZ: 6 A 4317/97)
Das deutsche bundesverfassungsgericht verwirft zwei verfassungsbeschwerden gegen die rechtschreibreform aus formalen gründen.
Die mannheimer kommission schlägt einige änderungen vor, um ungereimtheiten zu beseitigen. Die kultusminister lehnen das ab.
Die zivilabteilung des gerichtskreises VIII Bern-Laupen weist eine klage gegen die konferenz der kantonalen erziehungsdirektoren ab.
Der grosse rat des kantons Aargau lehnt die motion von
Dragan Najman vom 17. 6. 1997 mit 93 gegen 11 stimmen ab.
In Schleswig-Holstein beginnt das volksbegehren gegen die rechtschreibreform.
Niedersachsen setzt den unterricht nach den neuen regeln aus, weil das oberverwaltungsgericht Lüneburg die einführung der reform ohne gesetz für rechtswidrig hält.
Das oberverwaltungsgericht Lüneburg bestätigt ein urteil des verwaltungsgerichts Hannover. Damit setzt
Gabriele Ruta durch, dass ihre tochter weiterhin nach den alten regeln unterrichtet wird, obwohl in Niedersachsen seit dem schuljahr 1996/97 in den ersten klassen der grundschulen die neuen rechtschreibung gilt. (Az.: 13 M 4160/97)
Im schweizerischen nationalrat wird eine frage von
Otto Zwygart zur rechtschreibreform durch den bundesrat beantwortet: «Il s'agira d'examiner, à la lumière de l'évolution de ce projet en Allemagne, la nécessité d'autres interventions au niveau diplomatique, ce qui ne se justifierait pas actuellement.» (Aktenzeichen 97.5133.)
Beantwortung der interpellation von
Dragan Najman vom 17. 6. 1997 durch den regierungsrat des kantons Aargau: «Der Regierungsrat ist nicht der Meinung, dass es Sache eines einzelnen Kantons sei, gegen eine Rechtschreibereform Widerstand zu leisten [. . .], umso mehr nicht als sich die kantonale Zuständigkeit nur über die Einführung der Reform an den Schulen erstreckt. Unverständlich bleibt dem Regierungsrat auch, warum sich der Widerstand erst jetzt formiert und die betroffenen Kreise nicht vor Jahren schon ihre Bedenken geäussert haben und gegen die Reform angetreten sind. [. . .] Die mit der Erstellung von neuen Lehr- und Lernmitteln befassten Gremien [. . .] werden der zur Zeit vor allem in Deutschland bestehenden Verunsicherung Rechnung tragen. Bei Lehrmitteln, für welche keine hohe zeitliche Dringlichkeit besteht, wird für die Realisation die gebotene Zurückhaltung geübt.»
Lübecker eltern, die vor den verwaltungsgerichten unterlagen, legen in Karlsruhe verfassungsbeschwerde ein.
Das verwaltungsgericht Wiesbaden gibt dem eilantrag eines vaters gegen den unterricht nach den neuen regeln statt.
Der schweizerische nationalrat schreibt die interpellation
Keller («Rechtschreibreform am Volk vorbei! Warum?») als erledigt ab. Der interpellant erklärt sich nicht befriedigt.
Interpellation (GR.97.3232) und motion (GR.97.3227) im grossen rat des kantons Aargau durch
Dragan Najman und 5 mitunterzeichner: «Der Regierungsrat wird beauftragt, einen Antrag an die
Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK) zu richten, die Rechtschreibereform nicht zu vollziehen oder zumindest vorläufig zu verschieben.»
Die innenminister der deutschen bundesländer beschliessen die einführung der neuen schreibweisen für den schriftverkehr der behörden zum 1. 8. 1998.
Der schweizerische bundesrat (regierung) nimmt zur interpellation
Keller («Rechtschreibreform am Volk vorbei! Warum?») stellung: «Der Bundesrat hat lediglich beschlossen, die Reform der Rechtschreibung für seine Verwaltung als verbindlich zu erklären. Für einen solchen Entscheid ist kein formeller Beschluss des Parlamentes erforderlich. Für den Bereich der Schule hat die
Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren im Auftrag der Kantone die Reform beschlossen, denn es liegt in der Kompetenz der Kantone, die Lerninhalte für die Schulen festzulegen.» Die motion «Rechtschreibreform stoppen» der fraktion der Freiheits-Partei der Schweiz wird zur ablehnung empfohlen.
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung: Die mitgliederversammlung setzt eine rechtschreibkommission ein (Eustaquio Barjau,
Günther Drosdowski,
Hans-Martin Gauger, Georges-Arthur Goldschmidt,
Hartmut von Hentig, Friedhelm Kemp, Uwe Pörksen,
Harald Weinrich).
In Mannheim konstituiert sich die zwischenstaatliche kommission, die an stelle des dudens in zweifelsfällen entscheiden soll.
Im schweizerischen nationalrat reicht die (damals bestehende) fraktion der Freiheits-Partei der Schweiz eine motion «Rechtschreibreform stoppen» ein: «Es sind im Verwaltungsorganisationsgesetz und/oder in den Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung die rechtlichen Grundlagen dafür zu schaffen, dass die Schweiz bei der Rechtschreibreform nicht mitmacht.» (Aktenzeichen 97.3097.)
Im schweizerischen nationalrat reicht
Rudolf Keller eine interpellation «Rechtschreibreform am Volk vorbei! Warum?» ein (aktenzeichen 97.3078).
Start eines volksbegehrens in Niedersachsen durch prof. Carsten Ahrens und
Gabriele Ruta.
Start einer unterschriftensammlung in Schleswig-Holstein durch
Matthias Dräger.
Start der ersten unterschriftensammlung in Bayern für die zulassung zu einem volksbegehren durch
Friedrich Denk.
Reaktion der kultusminister auf die «frankfurter erklärung» mit einer «dresdner erklärung».
Rund 100 schriftsteller fordern auf der frankfurter buchmesse in einer «frankfurter erklärung», angeregt von
Friedrich Denk, den stopp der reform.
Die 21. auflage des dudens erscheint nach den neuen regeln.
Schulbeginn an den grundschulen in zehn deutschen bundesländern mit den neuen regeln.
In Wien unterzeichnen vertreter der deutschsprachigen staaten die absichtserklärung. Die neuen regeln sollen ab 1. august 1998 in schulen und behörden gelten. Bis august 2005 sollen die alten schreibweisen noch geduldet werden. In einigen ländern wird den schülern schon nach den sommerferien die neue schreibweise gelehrt.
Die schweizer wochenzeitung Brückenbauer veröffentlicht eine umfrage. 91 prozent von 3034 befragten sprechen sich gegen die reform aus.
Im schweizerischen nationalrat wird eine frage von
Hans Steffen («Bundesdeutsche Rechtschreibreform») durch bundesrätin Ruth Dreifuss beantwortet: «En Suisse, de nombreux organismes ont été consultés: associations d'enseignants, scientifiques, sociétés linguistiques, chancelleries d'Etat, éditeurs, typographes, correcteurs, etc.» (Aktenzeichen 95.5208.)
Die kultusminister stimmen der überarbeiteten fassung zu.
Das regelwerk wird veröffentlicht. Landespolitiker erheben einspruch gegen einzelne wortschreibungen (zum beispiel: Restorant).
Fachveranstaltung rechtschreibreform für unterrichtsverantwortliche in Zürich, veranstaltet von der arbeitsgruppe rechtschreibreform der konferenz der kantonalen erziehungsdirektoren unter dem vorsitz von prof. H. Sitta. Die arbeitsgruppe schliesst damit ihre arbeit ab.
Kultusbeamte aus den deutschsprachigen staaten billigen in Wien («3. wiener gespräche») den vorschlag von 1992.
Der Bund für vereinfachte rechtschreibung übergibt der
erziehungsdirektorenkonferenz die petition «Für eine echte verbesserung der rechtschreibung» mit 5000 unterschriften.
Kongress der welttürken in Antalya. Bestätigung des turkalfabets von 1991.
Sprachwissenschafter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (internationaler arbeitskreis für ortografie) legen einen vorschlag zur neuregelung vor. Verabschiedet in Rorschach, Schweiz.
Symposium der zeitgenössischen türkischen alfabete in Istanbul. Vertreter der turknationen erarbeiten ein gemeinsames alfabet mit 34 buchstaben in lateinischer schrift.
Auftrag der
kultusministerkonferenz und des bundesinnenministeriums an das
Institut für deutsche Sprache, zusammen mit der
Gesellschaft für deutsche Sprache ein neues regelwerk zu entwickeln.
Gründung: Internationaler arbeitskreis für ortografie. Institutionalisierung einer bereits laufenden zusammenarbeit von germanisten aus der Bundesrepublik, der DDR, der Schweiz und Österreich anlässlich eines germanistenkongresses in Basel.
Der kantonsrat (parlament) des kantons Zürich lehnt ein postulat («Die gemässigte Kleinschreibung [. . .] ist in den Schulen des Kantons Zürich und später auch sukzessive in der Verwaltung einzuführen.») von
Hans-Peter Grossmann mit 71 gegen 31 stimmen ab.
Internationale sprachwissenschaftliche tagung zur reform der deutschen ortografie in Wien. Veranstalter:
Österreichische gesellschaft für sprachpflege und rechtschreiberneuerung.
Gründung:
Kommission für rechtschreibfragen am Institut für deutsche Sprache (IdS), Mannheim.
Die gemeinde Binningen, kanton Basel-land, führt in der verwaltung die substantivkleinschreibung ein. Das experiment wird 1981 beendet.
Die
Neue Zürcher Zeitung schafft als letzte schweizerische tageszeitung das eszett (ß) ab. Seit dem verschwinden der deutschen schreibschrift aus den schweizer schulen um 1934 wird es im schweizerischen allgemeingebrauch nicht mehr eingesetzt.
Gründung:
Forschungsgruppe ortografie in der DDR.
Internationaler wiener kongress. Veranstalter:
Österreichische gesellschaft für sprachpflege und rechtschreiberneuerung. Belebung der wissenschaftlichen diskussion, was indirekt zur neuregelung von 1996 führte.
Kongress "Vernünftiger schreiben" in Frankfurt a. M.
Umfrage in Deutschland durch das Institut für Demoskopie Allensbach. 53% der bundesbürger würden die allgemeine einführung einer gemässigten kleinschreibung befürworten. 23% der befragten sprachen sich dagegen aus.
159. plenarsitzung der deutschen
kultusministerkonferenz in Berlin. Sie spricht sich für eine rechtschreibreform nach dem wiesbadener modell (also für die gemässigte kleinschreibung) aus und beauftragt ihren präsidenten, den bremer kultursenator Moritz Thape, im einvernehmen mit dem bundesinnenministerium verhandlungen mit den deutschsprachigen staaten aufzunehmen.
Die verwaltung der gemeinde Ostermundigen in der nähe von Bern verwendet in ihrem schriftverkehr, ausgenommen urkunden und reglemente, die substantivkleinschreibung. Das experiment wird am 9. 2. 1981 beendet.
Eine knappe mehrheit der deutschschweizer spricht sich in einer repräsentativen umfrage des instituts Scope, Luzern, für die kleinschreibung aus. 54% würden «sofort mitmachen», 25% würden warten, bis sie sich eingebürgert hat, und 17% würden auf keinen fall mitmachen. Die initiative erwartet erwartet das publikum vor allem von den schulbehörden.
Mahnbrief der bürgerinitiative
aktion kleinschreibung an die deutsche
kultusministerkonferenz.
Das eidgenössische departement des innern (innenministerium) setzt einen vorberatenden
ausschuss für fragen der rechtschreibereform ein. Aufgabe: in verbindung mit den in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich auf dem gebiete der rechtschreibereform bestehenden institutionen als gesprächspartner die derzeitige situation und die absichten in bezug auf eine neue rechtschreiberegelung abzuklären und hierüber dem departement bericht zu erstatten. Auflösung in den achtziger jahren.
Gründung:
aktion kleinschreibung, Tuttlingen (später Immendingen), Deutschland.
Der regierungsrat des kantons Basel-stadt wird in einer kleinen anfrage von
Louis Wiesmann eingeladen, «zu prüfen und zu berichten, ob a) unser kanton allein in schule und verwaltung die gemässigte kleinschreibung einführen könnte oder b) auf die initiative unserer regierung die konferenz der kantonalen erziehungsdirektoren eine lösung für alle deutschsprechenden kantone anstreben könnte, der sich dann auch die bundesverwaltung anschliessen müsste, oder c) beides zugleich angestrebt werden könnte.»
Internationales symposium "Schreibung — gegenwärtige Gesellschaft" in Wien als neuer anstoss der diskussion. Veranstalter: Österreichischer Sonnenbergkreis und
Österreichische gesellschaft für sprachpflege und rechtschreiberneuerung. Schweizer teilnehmer: dr. Jakob Knaus (Bern), dr. Karl Naef (Sins),
dr. Alfons Müller-Marzohl (Luzern)
Kleine anfrage von nationalrat Schaffer. Der bundesrat beruft sich in seiner antwort auf die ablehnende stellungnahme der schweizerischen ortografiekonferenz und will keine initiative auf internationaler ebene starten.
Schweizerische ortografiekonferenz in Zürich. Delegierte verschiedener verbände lehnen die wiesbadener empfehlungen ab.
Abstimmung der
österreichischen kommission für die orthographiereform über die «grundsätzliche kleinschreibung» gemäss wiesbadener empfehlungen. 10 mitglieder stimmen dafür, 10 dagegen; 2 geben eine sondererklärung ab.
Reformvorschlag: empfehlungen des arbeitskreises für rechtschreibregelung («wiesbadener empfehlungen»). Die empfehlungen umfassten 6 punkte: gross- und kleinschreibung (substantivkleinschreibung), komma, silbentrennung, doppelformen, zusammen- und getrenntschreibung.
Die kultusministerkonferenz beschliesst, dass in den deutschen schulen im zweifel der duden verbindlich ist. Stillschweigend schliesst sich die DDR an. (In der Schweiz gilt der duden seit 1892.)
Gründung: «bund österreichischer rechtschreibreformer», heute
Österreichische gesellschaft für sprache und schreibung.
Vierte tagung der
arbeitsgemeinschaft für sprachpflege in Stuttgart. Reformvorschlag («stuttgarter empfehlungen») mit 7 punkten (punkt 1: substantivkleinschreibung) und als zusatz überlegungen zur kennzeichnung der vokallänge.
Dritte tagung der
arbeitsgemeinschaft für sprachpflege in Schaffhausen.
Zweite tagung der
arbeitsgemeinschaft für sprachpflege in Salzburg.
Gründung: arbeitsgemeinschaft neue rechtschreibung, Stuttgart.
Erstes treffen der
arbeitsgemeinschaft für sprachpflege in Konstanz.
Die stadt Zürich schreibt gemäss stadtratsentscheid strassennamen, die auf personen zurückgehen, entgegen der regel ohne durchkupplung: Adolf Lüchinger-Str. Aufhebung
2000.
Dänisch: u. a. abschaffung der substantivgrossschreibung — als letzte sprache ausser der deutschen.
«Grosses ziel» des Bundes für vereinfachte rechtschreibung (BVR).
Reformversuch durch den deutschen reichsminister für wissenschaft, erziehung und volksbildung, Bernhard Rust (modifizierte grossschreibung, eindeutschung von fremdwörtern, vereinfachte zeichensetzung und worttrennung).
Der Bund für vereinfachte rechtschreibung erweitert das «kleine ziel»: Die letzten h nach t sollen auch noch gestrichen und ferner ph durch f ersetzt wurden, also «teater, rabarber und filosofie».
Die stadtverwaltung von Biel im kanton Bern verwendet für ein halbes jahr die substantivkleinschreibung.
Beantwortung des in eine kleine anfrage umgewandelten postulats Roth durch den schweizerischen bundesrat (regierung). In diesem zusammenhang und auf grund einer eingabe des BVR sucht der bundesrat fühlungnahme mit den regierungen in Deutschland und Österreich. Die deutsche regierung bezeichnet die verwirklichung des vorhabens als noch in weiter ferne liegend und lehnt die einberufung einer konferenz ab. In Wien bekundet man ein lebhaftes interesse an einer durchgreifenden vereinfachung der rechtschreibung und ist bereit, die bestrebungen zu fördern. Den ersten schritt will aber auch Österreich nicht tun.
Der 7. vertretertag des Bildungsverbandes der deutschen buchdrucker in Erfurt beschliesst das «erfurter rechtschreibungsprogramm, 10 punkte zur reform unsrer rechtschreibung». Punkt I: kleinschreibung mit ausnahme von satzanfängen, geografischen und eigennamen.
In Deutschland gründung: rechtschreibbund.
Postulat von nationalrat Roth, Interlaken. Der schweizerische bundesrat (regierung) möge sich mit den regierungen Deutschlands und Österreichs wegen der vereinfachung der rechtschreibung in verbindung setzen.
Türkisch: lateinische schrift statt türkisch-arabische.
Gründung: Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR) in Olten. Ältester noch aktiver reformverein im deutschen sprachraum. Zweiteilung der bestrebungen: Einer «kleineren reform, die sofort durchführbar ist», einem «minimalprogramm» oder «kleinen ziel» stand eine «grosse reform», ein «maximalprogramm» oder «grosses ziel» gegenüber. Als kleines ziel wurde beschlossen: «Alle wörter werden klein geschrieben, eigennamen und satzanfänge im allgemeinen gross.»
In Deutschland behandelt eine reichsschulkonferenz die reformfrage. Eingeladen werden auch Österreich und die Schweiz; diese sendet zwei vertreter nach Berlin. Die reform wird in der hauptsache abgelehnt.
Russisch: rechtschreibreform; abschaffung einiger buchstaben.
Gründung: Simplified Spelling Society (SSS), Grossbritannien.
Die II. ortografische konferenz in Berlin beschliesst die erste einheitliche schreibnorm für den deutschen sprachraum: «Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis». Das wörterbuch des lehrers Konrad Duden wird zunächst von druckern, dann allgemein als verbindlich akzeptiert.
In der Schweiz gilt für schulen und verwaltung der duden. Er wird von einer konferenz mit vertretern von bund und kantonen einem regelwerk des Schweizerischen lehrervereins vorgezogen.
Der schweizerische bundesrat (regierung) regt in Berlin eine internationale regelung an; das scheitert an der ablehnenden haltung Bismarcks.
Schulortografien in Bayern und Preussen.
Erste ortografische konferenz in Berlin. Die rechtschreibung sollte sowohl vereinheitlicht als auch systematisiert werden. Wegen uneinigkeit und öffentlicher polemik ergebnislos.
Gründung: ferein für fereinfachte rechtschreibung (rektor dr. Fricke in Wiesbaden).
In anbetracht der konkreten hoffnung auf eine reform erscheint die Schweizerische lehrerzeitung bis 1881 in kleinschreibung, ohne dehnungszeichen und ohne ck, tz, ph und v (ab 1879 wieder mit den dehnungszeichen).
Rumänisch: lateinische schrift statt kyrillische.
«Deutsches Wörterbuch» von Jacob und Wilhelm Grimm, 1. band. Kleinschreibung der substantive.
Mit der 6. auflage des Dictionnaire de l'Académie française wird die altertümliche schreibung anglois und françois in anglais und français geändert, wofür schon Voltaire gekämpft hatte.
«Vollständige Anweisung zur Deutschen Orthographie» von Johann Christoph Adelung.
«Grundlegung einer Deutschen Sprachkunst» von Johann Christoph Gottsched. Vereinheitlichung der rechtschreibung.
«Anweisung zur teutschen Orthographie» von Hieronymus Freyer.
Girbert fordert als erster die grossschreibung aller hauptwörter.
Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR), Rolf Landolt, 2008-2-26