Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2017-12-25

Wer ist wer in der reformdiskussion? Institutionen, zitate, anmerkungen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

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1. 11. 1949

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Verlagsgruppe Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH

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konservativ

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Die F.A.Z. ist eine unabhängige Tages­zeitung und weist eine Besonder­heit auf: Nicht ein einzelner, ein Chef­redakteur, bestimmt die Linie der Zeitung, sondern ein Gremium von fünf Heraus­gebern, die nach dem Kollegialitäts­prinzip zusammen­arbeiten.


Zitate

Umstellung auf die neue rechtschreibung

Thomas Steinfeld, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. 8. 1999
Noch unvernünftiger, als es diese Reform schon ist, wäre der Versuch, das Alte um jeden Preis bewahren zu wollen und das Neben­einander von mehreren Recht­schreibungen zu forcieren. Die Niederlage der Vernunft ist da, das Durch­einander ist groß, und der Groll macht es nicht besser. Vom heutigen Tag an wird diese Zeitung nach den Regeln der neuen Recht­schreibung redigiert.
Borghild Niemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. 7. 2000, Briefe an die Herausgeber
Warum eigentlich hat die F.A.Z. jahrelang kritische Artikel veröffentlicht, um dann mit faden­scheinigen Gründen umzufallen?

Rückkehr zur alten rechtschreibung

Kurt Reumann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. 7. 2000
Schluß damit: Die Reform stiftet nur Verwirrung. […] Die "Frank­furter Allgemeine Zeitung" wird vom 1. August an zur alten Recht­schreibung zurückkehren. […] Die neue Recht­schreibung rettet die Ein­heitlichkeit nicht, vielmehr zerstört sie sie.
Stuttgarter Nachrichten, 28. 7. 2000
Man durfte das erwarten. Die Zeitung, die dafür bekannt ist, dass sie zwar kluge, aber keines­wegs dem schwankenden Zeitgeist verfallene Leser anspricht, verbannt die neue Recht­schreibung aus ihren Spalten. […] Wer sich der Reform freiwillig an­geschlossen hat, darf auch jederzeit aus­steigen. Doch wohin führt ein Schritt zurück? Ein Jahr nach Übernahme der neuen Regeln durch die Zeitungs­verleger wäre die allgemeine Verwirrung komplett, wollte man das Rad der Reform zurückdrehen, gar die neue Recht­schreibung an den Schulen in Frage stellen.
Eckhard Henscheid, Die Zeit, 3. 8. 2000
Zeitung für Deutschland — wenn je der stolze Blatt­untertitel Sinn gezeigt und -zeugt hat, dann an jenem Tag.
Erich Böhme, Berliner Zeitung, 5. 8. 2000
"Schluß damit" fordert die Frankfurter Allgemeine […]. Spalten­lang gratulieren ihr Deutschlands Schriftsteller "herzlich" zu dem mutigen Schritt […]. Ich bin für diesen Quatsch so wenig zu haben wie für den Quatsch, den uns die Kultus­minister […] eingebrockt haben. Wer aber hat die Damen und Herren Laureaten gezwungen, sich den neuen Sprachregeln zu unter­werfen, wer die FAZ, den Unfug mitzumachen. […] Die Regeln waren offenbar so einfältig wie der Aufstand der Frank­furter Allgemeinen dagegen. […] Nicht alles was Minister anordnen ist sacrosankt - schon gar nicht das, was Kultusminister beschließen. Und schon gar nicht, was die FAZ urbi et orbi kundtut.
Alexander Barti, Junge Freiheit, 11. 8. 2000
Wie weit die geistige Umnachtung vorgedrungen ist, wird der aufmerk­same FAZ-Leser in der Ausgabe vom 5. August bemerkt haben: Dort prangt auf Seite 7 eine ganzseitige, farbige Anzeige des Duden Verlages, in der "das umfassende Standard­werk auf Grundlage der neuen amtlichen Regeln – jetzt noch benutzer­freundlicher" angepriesen wird. Wenn man diesen Akt der völlig fehl­geleiteten Werbung in die politische Landschaft projiziert, käme das einer ganz­seitigen Anzeige der NPD in der tages­zeitung gleich.
Jürgen Pöschel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. 8. 2004, Briefe an die Heraus­geber
Ich finde es bedauerlich, daß sich die F.A.Z., die sich doch als Zeitung für ganz Deutsch­land versteht, in derart ein­seitiger Weise der Agitation gegen die Rechtschreib­reform verschreibt. Es fällt auf, daß manche Argumente gegen die Rechtschreib­reform mit um so größerer Emphase vorgebracht werden, je schwächer sie sind.
Wolfgang Sauer, Die Welt, 24. 8. 2000
Der Glaubenskrieg um die rechte Orthografie ist wieder aufgeflammt. Das schwerste Geschütz hat die "Frank­furter Allgemeine Zeitung" auf­gefahren, indem sie seit dem 1. August zur alten Recht­schreibung zurück­gekehrt ist und sich für diese Maßnahme byzantinistisch feiern ließ.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. 2. 2006, s. 1
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung begrüßt die Vorschläge des Rates für deutsche Recht­schreibung, sofern sie die bis­herige Recht­schreibung wieder­herstellen.
Hans Maier, Reiner Kunze, Ralph Giordano, Hans Krieger, Frankfurter All­gemeine Zeitung, 27. 3. 2006
Mit ihrer Rückkehr zur bewährten Recht­schreibung im August 2000 hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung ganz erheblich dazu beigetragen, daß eine Revision der mißratenen Rechtschreib­reform möglich wurde. Der Gewinn dieses beispiel­haften Engagements darf jetzt nicht durch einen voreiligen Kompromiß verspielt werden. […] Das Eintreten der F.A.Z. für die bewährte Schreibung zeugte von Sprach­bewußtsein und bildungs­politischer Ver­antwortung. Wir bitten die Heraus­geber der F.A.Z mit aller Dringlichkeit, sich in diesem vorblildlichen Engagement für die Sprach­kultur nicht irremachen zu lassen.

Umstellung auf die neue rechtschreibung

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. 12. 2006, s. 1
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wird ihre Recht­schreibung vom 1. Januar 2007 an den in den Schulen ge­bräuchlichen Schreibweisen weitgehend anpassen. Die Redaktion wird dabei nach Möglichkeit die wieder zu­gelassenen Schreib­weisen der bewährten Recht­schreibung verwenden.
Eberhard Kleffmann, Deutsche Sprachwelt, frühling 2007
In Antwort­schreiben verteidigte sich FAZ-Herausgeber Werner D’Inka: „Wir wissen, daß viele unserer Leser jeden Kompromiß in dieser Frage strikt ablehnen. Im Privat­leben ist eine solche rigorose Haltung möglich, denn privat kann zum Glück nach wie vor jeder­mann so schreiben, wie er es für richtig hält. Aber für eine Zeitung verhält sich die Sache anders: Wir tragen eine Ver­antwortung der Öffentlich­keit gegenüber.“

Richtiger schritt – mit falscher begründung (stichwort zuständigkeit).

Angela Stachels, Frankfurter All­gemeine Zeitung, 5. 1. 2007, Briefe an die Heraus­geber
[…] etwas klein(laut) wurde der Wechsel zur neuen Rechtschreibung ja angekündigt, aber das ist nach dem großen Protestgeschrei menschlich nur verständlich. Ebenso, dass die große F.A.Z. wie ein kleines Kind ein bisschen recht behalten will […].