Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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nachgeführt 2018-7-15 , 2018-6-29

Aus presse und internet

11. 7. 2018

neu : Das süstem ist zu bekwem. Eine Fibel für junge Revolutionäre – das «kleine rote schülerbuch». Neue Zürcher Zeitung, , 239. jg., nr. 158, s. 36, Feuilleton (490 wörter)
So wird in übersichtlichen, kurzen Abschnitten und ziemlich redundant argumentiert; die deutsche Fassung bezieht auch ortho­graphisch Position, indem sie auf Klein­schreibung setzt und «über­flüssige» Buchstaben wie y und q aus dem Alphabet – Ver­zeihung: dem alfabet – verbannt.

25. 6. 2018

neu Sprache muss lesbar sein und bleiben. Kölnische Rundschau, , s. 7, Dialog
Zum Bericht über die Duden­redaktion, die sich gegen geschlechter­gerechtes Schreiben aus­gesprochen hat, zum Pro und Contra dazu sowie zu Leser­briefen haben sich sechs Leser Gedanken gemacht. […] Paul Kalbhen: Der Unsinnigkeit und der Un­verständlichkeit der diskutierten – akademisch gefärbten – Rechtschreib­reform kann man wohl nur mit „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ (im Sinne des Dichters C. D. Grabbe) begegnen […] – ohne „Trans­gender“ und andere mögliche Sternchen.

20. 6. 2018

neu : Debatte um “Schreibkatastrophe”: Forscher warnen vor allzu schlichten Erklärungen – und mahnen bessere Förderung armer Kinder an. , , Titelthema
Können Kinder und Jugendliche immer schlechter lesen und schreiben? […] Die wissenschaftlich korrekte Antwort […] muss lauten: Kommt drauf an – auf das Kriterium nämlich, nach dem man Lese- und Schreib­kompetenzen bemisst, und auf die Studie, auf die man sich bezieht. Darauf hat das „Mercator-Institut für Sprach­förderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln“ jetzt hingewiesen. […] Selbst wenn man nur ein einziges Kriterium für die Schreib­kompetenz betrachtet – die Orthografie – ist das Bild keineswegs eindeutig. „Der Vergleich von Rechtschreib­leistungen über mehrere Jahrzehnte hinweg ist (..) mit Vorsicht zu inter­pretieren, da Veränderungen der Lebenswelt, der Lehrpläne und des Unterrichts (z. B. die Rechtschreib­reform) berücksichtigt werden müssen.

19. 6. 2018

neu : Buchstabe mit Formproblemen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 139, s. 15, Feuilleton (1361 wörter)
Seit einem Jahr gibt es das ß als Groß­buchstaben. Durch­gesetzt hat es sich noch nicht. […] Während sich die Schweiz des eigen­tümlichen Zeichens nach und nach entledigte […], etablierte sich das scharfe S in Deutschland zumindest in seiner Form als Klein­buchstabe fest im Alphabet. Die Umstellung von Fraktur auf Antiqua hat es ebenso über­standen wie die jüngste Rechtschreib­refom. Zur gänzlichen Emanzipation fehlte nur noch seine Anerkennung als Groß­buchstabe.
neu : Deutschstunde: Warum der Hund an der Kommode das Bein hob. Hamburger Abendblatt (), , s. 2, Meinung
Es juckt in den Fingern, um mit aller Süffisanz Glossen und Satiren über den Kampf um den Gender­stern (Vorsicht! Maskulinum!) und Gender­stern*innen zu verfassen. Die Duden­redaktion witterte eine neue Auflage und das große Geschäft, der dubiose Rat für deutsche Recht­schreibung stellte während seiner Tagung in Wien fest, dass er noch uneiniger war als die CDU und CSU in Berlin […].

15. 6. 2018

: Beim Gendern geht es auch um Selbstdarstellung. Interview zur Rechtschreibung. (Frankfurter Allgemeine Zeitung), , Feuilleton, Hoch/Schule
Wie geht es mit dem Gender-Stern weiter – und was richtet das Schreiben nach Gehör an? Peter Gallman vom Rechtschreib-Rat sorgt im Interview für Klärung. Mehr als 20 Jahre nach der Rechtschreib­reform – Sie waren einer der Reformer – wird plötzlich an vielen Stellen der Eindruck vermittelt, die Recht­schreibung lasse immer mehr nach. Ist das auch ihr Eindruck? Peter Gallmann: Ich glaube, das Problem besteht darin, dass wir im Alltag heute mit immer mehr geschriebener Sprache konfrontiert werden, zugleich werden die Leute durch vielerlei Tätigkeiten immer mehr abgelenkt, sodass die Gefahr, einen Text nicht bis zum Ende optimieren zu können, groß ist. Was das mit der Rechtschreib­reform zu tun hat, ist mir aber nicht ganz klar. Ich glaube, da besteht kein Zusammen­hang.
: Bildungskritiker Josef Kraus geehrt. Süddeutsche Zeitung, , 74. jg., nr. 135, s. 10, Feuilleton
Josef Kraus […] ist Träger des diesjährigen Deutschen Sprach­preises. Bereits 1993 kritisierte Kraus die Rechtschreib­reform […].

14. 6. 2018

neu : Editorial. Höngger, , 91. jg., nr. 11, s. 3, Höngg (158 wörter)
Sie werden in dieser «Höngger»-Ausgabe auf eine formelle Neuerung stossen: Wir ver­wenden künftig bei Personen­bezeichnungen das so­genannte Gender­sternchen, schreiben also zum Beispiel Schüler*innen, statt Schüler und Schülerin­nen.
: Josef Kraus erhält den Deutschen Sprachpreis 2018. (Informationsdienst Wissenschaft), , Pressemitteilung
So kritisierte er bereits 1993 über­zeugend die Rechtschreib­reform […].

13. 6. 2018

: Zwischenruf: Mathe muss einfacher werden. Hamburger Abendblatt (), , s. 11, Hamburg
Wie eine grundlegende Vereinfachung der Mathematik aussehen könnten, hat uns die Rechtschreib­reform vorgemacht. Lieber Herr Buchholz, seitdem darf man „Tschüs“ und „Tschüss“ schreiben. Beides richtig! Mathematik muss dem ideologischen Irrweg der zwanghaften Ergebnis­fixierung abschwören.

12. 6. 2018

neu : Rußland in Deutschland: „Wir sind tipptopp vorbereitet.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung), , Gesellschaft
Russland und Amerika – auf der Weltkarte sind das zwei Weltmächte […]. Es sind aber auch die Namen zweier Ortsteile in der be­schaulichen Gemeinde Friede­burg in Ost­friesland. […] Nimmt man Moskau als Fixpunkt, trennen Rußland und Russland 1922 Kilometer – und seit der Rechtschreib­reform von 1996 kommt auch noch ein Eszett dazu.

11. 6. 2018

: Rechtschreibrat vertagt Entscheidung über Genderstern. Bis November sollen Empfehlungen erarbeitet werden. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 132, s. 5, Politik (390 wörter)
Empfehlungen wird der Rat jedoch nur dann ver­abschieden, wenn sich die Schreibungen als ver­ständlich, les- und vorles­bar erweisen, grammatisch korrekt und rechts­sicher sind, hieß es nach der Sitzung. […] Ähnlich wie der Rat hat die Duden­redaktion reagiert. In das Rechtschreib­kompendium, seit der Rechtschreib­reform längst nicht mehr die Bibel der deutschen Orthographie, könnte eine Empfehlung auf­genommen werden, mit welchen sprachlichen Mitteln das Gendern realisiert werden kann.

9. 6. 2018

: Bildungsferner Unfug. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 131, s. 7, Briefe an die Herausgeber (98 wörter)
Zu „Verordnet uns die Politik den Gender-Stern?“ […]: Bitte bewahren Sie die deutsche Sprach­gemeinschaft vor diesem bildungs­fernen, links­ideologischen Unfug und vor einer zweiten obrigkeits­verordneten Sprach­katastrophe nach der missglückten Rechtschreib­reform!
: Rechtschreibung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 131, s. 10, (419 wörter)
Es gehört schon ein gerüttelt Maß an Leidens­bereitschaft dazu, wenn sich jemand in seinem Ruhestand für die Leitung des deutschen Rechtschreib­rats entscheidet. Josef Lange […] hat es trotz­dem getan.
: Optionaler Beistrich, falscher Apostroph. Die Presse (), , nr. 21589, s. K14 (126), Bildung
Auf Unsicherheiten nach der letzten Rechtschreib­reform reagieren manche mit Verweigerung, andere mit Weiter­bildung – speziell bei beruflichem Bedarf. […] Junge Leute, die in ihrer Ausbildung nur die aktuellen Orthografieregeln gelernt hätten, entwickelten naturgemäß keinen Widerstand gegen die Änderungen, sagt Erika Karel, Trainerin im Seminar Kompetent und sicher in der aktuellen Recht­schreibung des Wifi Wien. […] Ob das Ziel, mit der letzten Rechtschreib­reform die Orthografie der deutschen Sprache zu vereinfachen, in allen Bereichen gelungen sei, werde wohl unter­schiedlich beantwortet, sagt Karel.

8. 6. 2018

: Wie meinen? Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 130, s. 1, Politik (335 wörter)
Wenn dieser Rat nun an diesem Freitag in Wien zusammen­kommt, um über die so­genannte gender­gerechte Sprache zu beraten […], dann ist geschärfte Aufmerksam­keit vonnöten, um einem neuerlichen Desaster entgegen­zuwirken […]. Oder soll es dermaleinst, nachdem alle Gremien ihre Arbeit gemacht haben und auch die Politik, wie damals bei der Rechtschreib­reform, ihren in der Sache ja über­haupt nicht statt­haften Beitrag geleistet hat, tatsächlich und verbindlich heißen: "Liebe Ärztinnen und Ärzte" beziehungs­weise, die Ein­beziehung aller möglichen Geschlechter vollends garantierend, "Ärzt*nnen"?
: Verordnet uns die Politik den Gender-Stern? Nach ihrer Kenntnis ist das "jetzt rasch": Die Justizministerin greift dem Rat für deutsche Rechtschreibung vor. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 130, s. 9, Feuilleton (669 wörter)
Laut dem Berliner "Tages­spiegel" hat sich die Justiz­ministerin Katarina Barley unlängst für die Aufnahme des Zeichens * in den Rechtschreib­duden aus­gesprochen. […] Frau Barley richtet Schaden für die Regierung und ihre Partei an, sie setzt un­abhängige Institutionen wie den Rechtschreib­rat und den Duden unter Druck; ihre Äußerung läuft auf eine Be­schädigung der deutschen Sprache hinaus.
: Im SPD-Kaufhaus. (Frankfurter Allgemeine Zeitung), , FAZ.NET-Sprinter
Aufmerksamkeit verdient auch das Treffen des Rats für deutsche Recht­schreibung. Der berät […] über die "gendergerechte Sprache". Wenn es dumm läuft, könnte es damit gehen wie mit der desaströsen Rechtschreibreform vor 20 Jahren: Die Politik macht das Gendern zur Pflicht […].
: Binnen-I, Gendersternchen oder wie? Der Rat für deutsche Rechtschreibung befasst sich heute mit „geschlechtergerechtem Schreiben“. Leipziger Volkszeitung, , s. 3, frontseite
Würden die 41 Mitglieder_Innen ein verbindliches Regelwerk ver­öffentlichen, hätte das die Tragweite der Rechtschreib­reform von 1996. Allerdings ist eher mit einem Empfehlungs­katalog zu rechnen, der für jederfrau Varianten zur Vermeidung der männlichen Form auflistet.

6. 6. 2018

: Vom Ringen um gerechte Sprache. Rheinische Post (), , s. C1, Kultur
Am Freitag trifft sich in Wien der Rat für deutsche Recht­schreibung zu seiner nächsten Sitzung. […] Ein Treffen von Sprach­wissenschaftlern – normaler­weise kein Termin, der die Öffentlich­keit auf­horchen ließe. Doch diesmal geht es im Rechtschreib­rat um ein akutes Reizthema: um geschlechter­gerechtes Schreiben. Seit der großen Rechtschreib­reform 1996 hat wohl kein Sprach­thema die Öffentlich­keit so gespalten wie nun die Frage nach der an­gemessenen Vertretung der Geschlechter im Deutschen. […] Sprache, das zeigt sich auch an der aktuellen Debatte, ist nun mal Teil der Identität des Menschen, und so stoßen Versuche, Sprach­systeme von oben herab zu verändern, stets auf er­heblichen Widerstand. Das war bei der Rechtschreib­reform so. […] Die Sprach­wissenschaftler des Rechtschreib­rats sind nicht zu beneiden.

4. 6. 2018

: Ein Begeisterer und Überzeuger. Mit Hilmar Hoffmann ist einer der bekanntesten deutschen Kulturpolitiker gestorben. Kölnische Rundschau (), , s. 8, Kultur
Als Präsident des Goethe-Instituts war er „ein Glücksfall“, wie Ex-Bundes­außenminister Hans-Dietrich Genscher zum 85. Geburts­tag anmerkte […]. Für diesen waren es Jahre un­fruchtbarer Kämpfe: Zahl­reiche Standorte wurden gegen seinen Willen geschlossen. Hoffmann kämpfte auch gegen die Rechtschreib­reform und schrieb ein Buch nach dem anderen – er schrieb mit der Hand oder diktierte, denn er besaß weder Handy noch Computer.

2. 6. 2018

Sollen Grundschulkinder nach Gehör schreiben oder sofort die richtige Rechtschreibung lernen? Haller Tagblatt (Südwest-Presse), , s. 9, Menschen
Matthias Hall (59) Förster aus Schöntal: […] Ich bin dafür, dass die Kinder von Anfang an das Richtige lernen. […] Ich war auch damals gegen die Rechtschreib­reform.

28. 5. 2018

: Der letzte Zeitungsmensch. Macht und Weitsicht – Michael Angele porträtiert den Ausnahmejournalisten Frank Schirrmacher. Neues Deutschland, , s. 15, Feuilleton
Ja, mit den Lesern, so wissen wir nun, wurde so manches Spiel getrieben. Für die neue Recht­schreibung, dann dagegen, bald wieder dafür – aber mit Aus­nahmen […].

25. 5. 2018

: Kunasek streicht inexistente Binnen-I-Order beim Bundesheer. , , Inland
Via Kleinformat erklärte Verteidigungs­minister Mario Kunasek (FPÖ) geschlechter­gerechten Sprach­gebrauch beim Militär für ab­geschafft – doch die ehemalige Frauen­beauftragte versichert: Bisher gab es "nie eine Order" beim Bundes­heer, das Binnen-I an­zuwenden.

23. 5. 2018

: Der Visionär. Erste Biografie über Debattenanschieber Frank Schirrmacher. Neue Presse, , s. 21, Kultur
Michael Angele hat ein tatsächlich lesens­wertes Buch über ihn geschrieben. […] Bei vielen großen Debatten mischte er mit, ob es um die um­strittene Rechtschreib­reform ging oder um die Kritik am Bundes­präsidenten Christian Wulff, der schließlich zurück­treten musste.

22. 5. 2018

: Museum erhält ein drittes „f“. Delmenhorster Kreisblatt (), , s. 6, Region
Das Deutsche Schifffahrts­museum schrieb sich bisher trotz Rechtschreib­reform weiter­hin mit zwei „f“. Nun wurde doch noch das dritte „f“ in den Namen eingefügt, wie das Museum mit­teilte.

19. 5. 2018

: Auf ein Wort: Allerlei sprachliche Quantensprünge. Schweiz am Wochenende, , s. w6/46, Kolumnen
Auch das hoch­deutsche Quäntchen hat mit Quantum nichts zu tun, wie offenbar die Rechtschreib­reformer meinten, als sie vor 20 Jahren die bis­herige Schreibung er­setzten.

Siehe synchronie.

17. 5. 2018

: Warum schreiben wir, wie wir schreiben? , , Kultur, Kulturdebatte
Kraut und Rüben bei WhatsApp, streng nach Regeln im Diktat: Recht­schreibung - wichtig oder egal? Das ist das Thema der Debatte der NDR Kultur­redaktionen in dieser Woche. Vor zwölf Jahren traten die letzten Nach­besserungen der Rechtschreib­reform in Kraft. Doch warum schreiben wir überhaupt so, wie wir schreiben? […] Rechtschreibregeln haben also gar nicht unbedingt den Schreiber im Blick, sondern in erster Linie den Leser, erklärt Astrid Müller. Sie ist Professorin für Didaktik der deutschen Sprache an der Uni­versität Hamburg […]: "Wir haben jetzt ein Schrift­system, das zumindest im Kern­bereich unwahr­scheinlich gut lernbar ist und das sehr, sehr systematisch ist. Die Systematik erkennt man aber nur, wenn man sich die Mühe macht, diesen Kern­bereich an­zuschauen."

Ja, und dann gibt/gab es noch die auswüchse, die eben nicht zum kern­bereich gehören, z. b. die dreikonsonanten­regel, f/v/ph, substantiv­grossschreibung usw.

: Kommt das Gendersternchen jetzt in den Duden? (Potsdamer Neueste Nachrichten), , Politik
Am 8. Juni will der Rat für deutsche Recht­schreibung, der die amtliche Schreib­weise von Worten festlegt, sich bei seiner Sitzung in Wien mit „geschlechter­gerechter Schreibung“ befassen. Mit auf der Tages­ordnung steht das Gender­sternchen. […] Aller­dings sei dieses Thema zualler­erst „sprach­politisch und erst in zweiter Linie ortho­grafisch“, sagt Sabine Krome, die die Geschäfts­stelle des Rats für deutsche Recht­schreibung vertritt […]. Die Sprach­experten werden ver­mutlich empfehlen, zunächst die tat­sächliche Verbreitung von Gendergap, Gender­stern und Binnen-I über Forschung in den großen Text­sammlungen zu erfassen. Nach ein bis zwei Jahren könnte der Rat dann eine Entscheidung treffen. […] Während das neutrale „Studierende“ es in den Duden geschafft hat, blieb dies dem seit Jahr­zehnten be­kannten Binnen-I verwehrt. „Groß­buchstaben kommen traditionell nun einmal nicht im Wort­innern vor“, sagt Horst Simon, Professor für Historische Sprach­wissenschaft an der Freien Universität Berlin. […] Simon sagt aber, er nehme die Vorgaben des Rats für deutsche Recht­schreibung ohnehin nicht allzu wichtig. Sozialisiert in den achtziger Jahren schreibe er noch oft mit Binnen-I – jedoch in radikaler Klein­schreibung, sodass Wörter wie „sprecherinnen­gemeinschaft“ entstehen.

14. 5. 2018

Ihre Meinung: Wie wichtig ist Rechtschreibung? , , Kultur, Kulturdebatte
Schreiben Sie uns über unten stehendes Formular. Hier einige ausgewählte Zuschriften […]. J. Plath, Rostock: Nach mehreren Reformen habe ich es auf­gegeben, up-to-date zu bleiben. […] In der Kindheit ge­lerntes Wissen lässt sich nicht einfach "über­schreiben" […]. K. Steffens, Sörup: Der größte Humbug war mit Abstand die letzte Rechtschreib­reform. War ich einmal der Klassen­beste im Deutschfach, schäme ich mich heute für meine Kenntnisse.

5. 5. 2018

: Kreativ oder nur kreatief? Die Presse, , s. VI (42), Spectrum, Literatur (772 wörter)
Gespräche zum Thema Rechtschreibung. […] Die Duden-Redaktion hat alles auf­gezeichnet, bearbeitet und soeben als kleines Handbuch […] veröffentlicht. Je weiter die Sprachkundigen in Rede und Gegenrede vor­dringen, desto deutlicher wird, dass Recht­schreibung und der Umgang mit ihr ein höchst komplexes Unterfangen darstellen. […] Das Duden-Team ist sogar stolz darauf, dass sich Medien per Auto­korrektur auf Neuerungen der Rechtschreib­reform festlegten. Sie folgen dem „Duden gelb“, was zu einer Ver­einheitlichung der Recht­schreibung führe.

2. 5. 2018

Der Streit um den „Gender-Quatsch“. Hamburger Morgenpost, , s. 2 bis 3, Standpunkt
Viele Leser pflichten ihm bei, andere widersprechen vehement. […] Danhardt (Online-Kommentar): Alle halten sich für so unfassbar schlau, aber schaffen es nicht, das bisschen gender­neutrale Sprache zu über­nehmen? Die Rechtschreib­reform muss ja alle wie ein Baseball­schläger vor den Kopf getroffen haben.

25. 4. 2018

: „Ich fühle mich wie ein cooler Opa.“ Berliner Morgenpost (), , s. 24, Stadtleben & Stil
Der Berliner Schauspieler Jürgen Vogel freut sich auf seinen Geburtstag. Am Sonntag wird er 50. […] Schau­spieler über Stand­pauken seiner Kinder, das Schul­system und das Älterwerden. […] Jürgen Vogel: […] Leider wird das Geld an falschen Stellen aus[ge]geben. Die Rechtschreib­reform war zum Beispiel eine totale Geld­verschwendung.

24. 4. 2018

: Deutschstunde: Wenn gewichtige Personen zu Adjektiven werden. (Berliner Morgenpost), , Kolumne
Heißt es a) Ohmsches Gesetz, b) ohmsches Gesetz oder c) Ohm'sches Gesetz? Die Schreib­weise unter a) ("Ohmsches Gesetz") war bis 1996 die einzig korrekte, ist es seit der Rechtschreib­reform jedoch nicht mehr. Die beiden Möglich­keiten unter b) und c) sind ortho­grafisch richtig.

17. 4. 2018

: Omas Hintern. , , Manni kallt platt
Die Rechtschreib­reform hat den meisten Menschen schwer zu schaffen gemacht, die es noch anders gelernt hatten. Ich kann mich da nicht aus­nehmen. Kam bei uns zu Hause er­schwerend dazu, dass Eifeler Platt unsere Mutter­sprache war […].

14. 4. 2018

: „Und zum Abitur tanzen alle ihren Namen“ (1). Märkische Allgemeine, , 73. jg., nr. 87, s. 8, Leserforum
Wie dumm muss man eigentlich in der Landesregierung sein, um solche Beschlüsse zu fassen? […] Schon die Rechtschreib­reform war völlig überflüssig.
: „Und zum Abitur tanzen alle ihren Namen“ (16). Märkische Allgemeine, , 73. jg., nr. 87, s. 8, Leserforum
Ein einheitliches Bildungssystem in ganz Deutschland und generelle Kleinschreibung – das ist wichtig. Und nicht so ein Kikikram.

12. 4. 2018

: Eine Note wäre für die Schüler greifbarer. Märkische Allgemeine, , s. 10, Leserbriefe (145 wörter)
Wohin treibt unser „Bildungs-Chaos“? Nach vor Jahren ein­geführter über­flüssiger Rechtschreib­reform wurden in den ersten Klassen die Noten ab­geschafft.

8. 4. 2018

: Todschick statt todchic. Der Tagesspiegel, , s. 16, Lesermeinung
Neben dem Chic, längst Be­standteil der deutschen Sprache, ist seit der Rechtschreib­reform nur noch todschick statt tod­chic erlaubt. Den Hütern der deutschen Sprache sei empfohlen: […] 2. die Regeln der deutschen Recht­schreibung mit dem Ziel Lesbarkeit statt starrer Regel­konformität zu liberali­sieren.

Die rechtschreib­reform hat hier nichts geändert. Für gebeugte formen von chic/schick wird nur die deutsche schreibweise empfohlen; das galt schon immer auch für die umgangs­sprachliche zusammen­setzung tod­schick.

7. 4. 2018

: Der große Bluff. Wie der Staat sich die Herrschaft über die Sprache sicherte. , , Ideologiekritik (4944 wörter)
Die Rechtschreib­reform von 1996 hatte mächtige Befürworter, aber zweifelhafte Rechts­grundlagen. Und sie stand am Beginn einer unheil­vollen Ent­wicklung unserer Demokratien. An­passungen der Recht­schreibung folgten bisher dem realen Sprach­gebrauch im Volk. Erstmals in der Geschichte versuchten Politiker nun Sprache von oben zu verordnen. Ein gefährlicher Präzedenz­fall post­demokratischer Macht­anmaßung.

26. 3. 2018

: KMK muss tätig werden. , , Petition
Ab 1987 ließ die Kultusminister­konferenz die deutsche Sprache moderni­sieren. Die um­fangreiche Rechtschreib­reform, die 1998 eingeführt wurde, be­inhaltete keine Abschaffung des ge­nerischen Maskulinums. […] Das generische Maskulinum bildet historische Realitäten ab, die wir seit 1968 über­wunden haben sollten […].

Stellungnahme: KMK muss nicht tätig werden.

13. 3. 2018

: Unsere Sprache hat's schwer. Rechtschreibung wird von vielen nicht mehr geschätzt; doch sie ist eine Visitenkarte. (), , s. 17, Magazin
Wie Kinder nun am besten richtig schreiben lernen, bleibt wohl erst einmal umstritten. Stichhaltige Studien gebe es dazu nicht, sagt Kathrin Kunkel-Razum von der Duden­redaktion. Unabhängig von zu wenig Grammatik­unterricht gibt es ohnehin regelmäßig Ent­wicklungen in unserer Sprache und damit auch in der Recht­schreibung. Die größte Veränderung der jüngsten Ver­gangenheit war für viele die Rechtschreib­reform 1996 - wir erinnern uns: Aus "daß" wurde "dass". "Das hat für Ver­unsicherungen gesorgt", sagt Kunkel-Razum. Doch hier sei die Übergangs­phase schon lange vorbei.

10. 3. 2018

: Waldvogel präsentiert seine 16 Variationen der Erdbeere. Der Journalist plaudert in St. Nikolaus über die „post-orthografische Welt“. Schwäbische Zeitung (Friedrichshafen) (), , s. 20, Kultur lokal
Ein Abend, in dessen Mittelpunkt die Sprache stand: die Schwäbische als solche und die Deutsche insbesondere. Rolf Waldvogel, ehe­maliger Chef der Kultur­redaktion der Schwäbischen Zeitung, ist für seine „Sprach­plaudereien“ bekannt. […] In der heutigen Zeit sei die Sprache oft überlastet. Als Ursachen benennt Waldvogel zum einen die digitalen Medien, die die Schriftlichkeit verändere. […] „Wir leben nicht nur in einer post-faktischen Zeit, sondern auch in einer post-ortho­grafischen“. Zum anderen stifte die Rechtschreib­reform mehr Verwirrungen, als dass sie für Klarheit sorge.
: Fack-News for ju. Thüringer Allgemeine (), , 29. jg., nr. 59, s. 11, Kultur & Freizeit
„Ein hoch­angesehener Schrift­steller wie Johann Wolfgang von Goethe (wurde) posthum in herab­würdigender und vulgärer Weise ver­unglimpft“, „noch dazu in fehler­hafter Recht­schreibung“. Und dies nicht wegen des Wirr­warrs der Rechtschreib­reform – sondern? Sondern weil diese Film­fritzen vor nichts zurück­schrecken. Nicht einmal davor, drei Filme „Fack ju Göhte“ zu nennen. Das ist tat­sächlich fehler­haft ge­schrieben, da hat es schon recht, das Amt der Euro­päischen Union für geistiges Eigentum (Euido).

9. 3. 2018

: Das Streiflicht. Süddeutsche Zeitung (), , 74. jg., nr. 57, s. 1, Politik, Glosse
Auf den Deppen­apostroph reagiert die deutsche Laien­sprachkritik absolut zu­verlässig, ja fast reflexhaft. […] Auch den Apostroph-Tribunalen ist viel Boden unter den Füßen weg­gezogen worden, kurioserweise durch die Rechtschreib­reform, die den Bann von „Heidi’s Stüberl“ und vergleich­baren Etablisse­ments ge­nommen hat […].

7. 3. 2018

: Aus der Schule geplaudert. Märkische Oderzeitung, , s. 18, Frankfurter Stadtbote
Sigrid Suszek hat ein Buch über den Lehrer­alltag geschrieben. […] Sind die An­forderungen und Erwartungen an Lehrer in den ver­gangenen Jahren gestiegen? [Suszek:] Neben unserem Unter­richt mussten wir uns schon immer mit anderen Dingen auseinander­setzen, seien es Eltern­gespräche, Vertretungs­stunden, Schüler­probleme, Klassen­fahrten oder die Rechtschreib­reform.

5. 3. 2018

: Personalien. Ota Filip gestorben. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 54, s. 5, Politik
Dass er die Wahl­sprache so liebte wie die Mutter­sprache, zeigte sich in seiner Unter­stützung, als diese Zeitung gegen Aus­wüchse der Rechtschreib­reform in Wort und Tat pro­testierte.

3. 3. 2018

: Auch das leere Schloss hat viel zu bieten. Das Bayerische Schulmuseum in Ichenhausen ist jetzt ausgeräumt, die Handwerker rücken an. Mittelschwäbische Nachrichten (), , s. 29, Landkreis
Momentan sind die Räume leer und ein Teil der Exponate befindet sich im Depot […]. Auf dem Acryl­täfelchen steht noch „Kom­paß“, und auch die alte Schreib­weise aus der Zeit vor der Rechtschreib­reform ist ein Hinweis darauf, dass die 1984 er­öffnete Aus­stellung eine gründliche Über­arbeitung sicher gut verträgt.

26. 2. 2018

: Die vielleicht letzte Dresdner Rede auf Deutsch. Zum Abschluss der diesjährigen Reihe warnt Schriftsteller Eugen Ruge vor dem Verschwinden der Muttersprache. Dresdner Neueste Nachrichten, , s. 8, Kultur
„Je länger ich über die Chancen der deutschen Sprache in Zeiten der Globalisie­rung und Digitalisie­rung nachdenke, desto mehr komme ich zu der Über­zeugung, dass sie unter­gehen wird. […]“ Mit einem solchen Menetekel […] wollte Eugen Ruge […] seine Hörer durchaus er­schrecken. […] Doch es lauern nicht nur äußere Feinde. Für ihn als Sprach­liebhaber hatte auch die Rechtschreib­reform eine ab­schreckende Wirkung. Das Argument der Ver­einfachung lässt er nur bedingt gelten. „Ist denn der Zweck der Schule, uns das Schwierige zu ersparen?“, fragt er.
: Smartphone statt Uhr. Saarbrücker Zeitung, , s. A4, Standpunkt
Das Wort „uralt“ müsste heute eigent­lich „uhralt“ ge­schrieben werden. Das ist keine neue Reform der Rechtschreib­reform. […] offenbar tragen nur noch Menschen ab einem gewissen Alter tat­sächlich eine Armband­uhr, sind also dann „uhralt“.

23. 2. 2018

: Warum sollen wir richtig schreiben? (Märkische Allgemeine), , Gastkommentar
Es ist das große Verdienst von Konrad Duden, den Grundstein für eine ein­heitliche Orthografie im deutschen Sprachraum gelegt zu haben, deren Einhaltung uns die Ver­ständigung erleichtert und von Respekt dem Empfänger unserer Nachrichten gegenüber zeugt. Das spricht nicht gegen die kreative Weiter­entwicklung von Normen – die sehen wir im Augenblick zum Beispiel bei der Ein­beziehung von Emojis in geschriebene Texte oder bei der Entwicklung neuer Formen für das Gendern.

19. 2. 2018

Versal-Eszett: Neuigkeiten und Hintergründe. , , Versales Eszett
Seit 1879 gibt es nachweis­bare Bemühungen, einen Groß­buchstaben für das ß zu schaffen. In den ver­gangenen 129 Jahren gab es in dieser Hinsicht mehrere Vorstöße, Teil­erfolge und auch praktisch-typo­graphische Um­setzungen – jedoch keinen Durch­bruch, der dem versalen Eszett (oder „Scharf-S“) einen festen Platz im deutschen Alphabet gesichert hätte. Doch dieser Durch­bruch ist nun erfolgt.

17. 2. 2018

Matthias Biskupeks Rentnerlehrling. Vortrag bei der Goethe-Gesellschaft. Ostthüringer Zeitung, , 28. jg., nr. 41, s. 16, Saalfeld-Rudolstadt
Bei der neuen deutschen Reform aber tun sich Probleme auf, von denen Goethe nichts ahnen konnte. Darüber und über das Leben hat Biskupek seine „66 Lebens­geschichten“ verfasst, von denen er einige bei der Goethe-Ge­sellschaft zum Besten gibt.

8. 2. 2018

: Viel Lärm um nichts. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 33, s. 8, Bildungswelten (622 wörter)
Einen ungünstigeren Zeitpunkt für ihr Manifest für eine Grammatik­reform als im vergangenen Herbst hätten sich die französischen Grundschul­lehrer, sowie Lehrer weiter­führender Schulen und einiger Hochschulen kaum aus­suchen können. 314 von ihnen hatten im Oktober an­gekündigt, die Kinder künftig regel­widrig nach einer „inklusiven Grammatik“ (grammaire inclusive) unter­richten zu wollen. […] Hier­zulande hätte ein ähnlicher Vorstoß alle Aussicht auf Erfolg gehabt, denn welcher Kultus­minister würde sich nach den Er­fahrungen mit der Rechtschreib­reform ohne Not noch einmal die Finger an Sprach­reformen verbrennen? Schon damals hat sich niemand für die obrig­keitlichen Eingriffe interessiert, das wäre dieses Mal kaum anders.

7. 2. 2018

: „Für mich ist das eine Unterwerfungsgeste.“ Der Linguist Peter Eisenberg über die Veränderung der Sprache durch politisch einflussreiche Gruppen. , , Feuilleton, Forum (1127 wörter)
[…] als es um die Rechtschreib­reform ging und zuletzt bei der Diskussion um die so­genannte „gendergerechte“ Sprache. Was stört Sie denn daran? [Eisenberg:] Daran stört mich vor allem, dass die Gruppe von Sprechern und Sprecherinnen, die politischen Einfluss hat, diesen Einfluss geltend macht, um der deutschen Sprache Dinge auf­zuzwingen, die man ihr nicht auf­zwingen sollte, die man ihr unter normalen Be­dingungen auch nicht auf­zwingen kann. Das geht bis weit in die Grammatik hinein […]. Das schlagende Beispiel ist für mich die Orthographie­reform, die tief in die Grammatik des Deutschen ein­gegriffen hat. Und die deshalb nicht nur scheitern musste, sondern die zu nach­lassender Kompetenz in der Recht­schreibung bei der jungen Generation bei­getragen hat. Die Leute, die so etwas be­trieben haben, die haben eine Ver­antwortung auf sich geladen, die niemand tragen kann.

3. 2. 2018

: Sprachlabor. Süddeutsche Zeitung (), , nr. 28, s. 14, Forum & Leserbriefe
Apropos Rechtschreib­reform: Es war ein Riesenhallo, als der Duden das Adjektiv spinne­feind als Substantiv prä­sentierte, und zwar mit dem Zusatz: „nur in jdm. Spinne­feind sein.“ Der Spinne­feind ist schnell wieder ver­schwunden […].

1. 2. 2018

: Darf man das? Leser fragen, die Weltwoche antwortet. Die Weltwoche, , 86. jg., nr. 5, s. 84, Leserbriefe (174 wörter)
Um beim Beispiel 21 zu bleiben: Sie haben recht. […] Im Deutschen wird anders ge­sprochen als ge­schrieben. Logisch ist das nicht. […] Aber wollen Sie nach der Rechtschreib­reform nun auch noch eine Aussprache­reform?

29. 1. 2018

: Viel zu reden in Dresden. Vier Referenten für die Vortragsreihe im Schauspielhaus. Dresdner Morgenpost, , s. 33, Kultur
Vier Referenten an vier aufeinander­folgenden Sonntagen im Februar, diesem Prinzip haben sich die Dresdner Reden verpflichtet. […] Letzter Redner ist der Schrift­steller Eugen Ruge […]. Sein Vortrag ist ein „Versuch über eine aus­sterbende Sprache“. Gemeint ist das Neuhoch­deutsche unter der Frage, ob es „in Zeiten von Frei­handel, Digitali­sierung und Rechtschreib­reform“ über­leben kann. Termin ist am 25. Februar.
Kiepenkerl-Blog: Des Kaisers neue Kleider. , , Westfalen aktuell
Im Grunde möchten die schrift­gelehrten Reformatoren den Buch­staben “ß” im Hand­streich aus unserem Schrift­bild tilgen. Doch das wäre gerade so, als würden reform­wütige Franzosen die Akzente streichen, die der franzö­sischen Schrift und Sprache ihren un­verwechselbaren Charakter geben. Was bei unseren Nachbarn völlig un­vorstellbar ist, wird bei uns gerade Realität.

27. 1. 2018

: Leuchtendes Knöllchen. Braunschweiger Zeitung, , Wochenend, Lebensart
Rote Bete oder, wie es mittler­weile auf vielen Speisen­karten zu lesen ist, Beete? Das Wort Bete be­deutet „Rübe“. Und nach der Rechtschreib­reform ist auch Beete „erlaubt“. Der Duden aber empfiehlt die quasi klassische Schreib­weise: Rote Bete.

«Beete» steht seit etwa 1942 als nebenform im duden. Neu ist hingegen die 1996 eingeführte gross­schreibung «Rote Bete».

25. 1. 2018

: Schlechtschreibung ist lernbar. Die Weltwoche, , 86. jg., nr. 4, s. 18 bis 21, Bildung (2050 wörter)
Viele Schweizer Schüler lernen «nach Gehör» schreiben. Die Lust am kreativen Text steht dabei im Vorder­grund, die Ortho­grafie spielt keine Rolle. Doch jetzt zeigen neue Studien: Die hoch­gelobte Methode ist mit­verantwortlich für die Erosion der Rechtschreib­fähigkeit.

23. 1. 2018

: Deutschstunde: Gegen Sturm und falsche Sprache versichert sein. Berliner Morgenpost, , s. 2, Meinung
Häufig treffen wir auf die Bedeutung „etwas ver­sprechen, fest zusagen“: Ich ver­sichere dir, dass die Rechtschreib­reform viele Er­leichterungen ge­bracht hat. Derjenige, der der Ver­sicherung Glauben schenken soll, wird dabei in den Dativ (3. Fall) gesetzt (dir, wem?).
: Deutschstunde: Es ist noch kein Meister aus dem Duden gefallen. Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung
Eine der wichtigsten Regeln der Rechtschreib­reform lautet „Verb und Verb immer getrennt“ (obwohl uns die über­flüssige Reform der Reform im Jahr 2006 einige Aus­nahmen ins Nest gelegt hat). Wenn wir das Verb schwimmen und das Verb gehen zu schwimmen gehen zusammen­bringen, wissen wir also, dass wir auch tanzen gehen, spazieren gehen, einkaufen gehen, schlafen gehen oder essen gehen getrennt schreiben müssen.

20. 1. 2018

: Friedrich Denk vs. Peter Schlobinski: Ist die Rechtschreibung am Ende? , , Streitkultur
Friedrich Denk […] gehörte zu den schärfsten Kritikern der Rechtschreib­reform […]. "Seit 1996 aber haben wir eine nie da­gewesene Ver­wirrung. Von Michael Endes Momo gibt es beispiels­weise inzwischen fünf rechtschreib­reformierte Ausgaben. Immer dort, wo die Rechtschreib­reform ver­einfachen wollte, hat sie Verwirrung ver­ursacht." […] Peter Schlobinski ist Professor für Germanistik […] und Vor­sitzender der Gesellschaft für Deutsche Sprache. […] "Nein, die Recht­schreibung ist ebenso wenig am Ende wie leider das ewige Lamento von rotstift­liebenden Oberlehrern und regelungs­wütigen Besser­wissern."

17. 1. 2018

: „Lehrkräfte sollen vermitteln, was sie selbst nicht können.“ , , Gesellschaft, Hochschule
Am Institut für Germanistik der Uni­versität Duis­burg-Essen (UDE) ist man besorgt: Nicht wenige Lehramts­studierende im Fach Deutsch haben große Probleme im Bereich der Recht­schreibung und Grammatik – und stehen bald vor Schul­klassen, um genau diese Stoffe zu ver­mitteln.

12. 1. 2018

: Typografische Tricks bedrohen die Sprache. Der Bund (), , s. 8, Meinungen, Sprachlupe
Französischen Amts­stellen hat der Premier­minister kurz nach dem Alarmruf der Akademie Formen wie «tou·te·s» für «alle» verboten. Der hier ver­wendete Mediopunkt (·) ist im Deutschen ein Kenn­zeichen der Leichten Sprache […]; als Mittel zum Gendern ist er mir erst selten begegnet. Gender­bewusste Schrei­berInnen, Korrektor_innen oder Leser*innen bevorzugen die soeben gezeigten Schreibweisen. […] Die korrekte Aus­sprache der Zeichen wäre erst noch zu erfinden. Auch in Öster­reich hat […] eine Amtsstelle solche Schreib­weisen abgelehnt: Die Volks­anwaltschaft, eine Art Ombuds­stelle, hat einer Be­anstandung recht gegeben. Es ging um «die Verwendung des Binnen-I und ähnlicher Formen als Beurteilungs­kriterium an Schulen und Pädagogi­schen Hochschulen, weil sie in den Rechtschreibe­regeln nicht vorgesehen sind.

10. 1. 2018

: Hautstrafende Körperlotion und Verkehrsfürungen: Ist fehlerfreies Schreiben wichtig? , , Region
Generell scheint sie immer mehr Menschen, besonders einigen, die in den sozialen Medien aktiv sind, eine offen­bar über­flüssige, weil zeit­raubende Äußerlich­keit zu sein: korrekte deutsche Recht­schreibung. Vor vielen Jahren war fast jede Schul­form dazu in der Lage, dem über­wiegenden Teil der Lern­willigen korrektes Schreiben bei­zubringen.

Vor vielen jahren, 1912, sah das Oskar Kosog anders: stichwort schreiben.

7. 1. 2018

Rechtschreib-Quiz: Kannst du diese Wörter richtig schreiben? , , kmpkt
In unserem Quiz stellen wir euch Wörter und Wort­verbindungen vor, die laut Duden ortho­grafisch offen­bar be­sonders tückisch sind.

3. 1. 2018

: Kommentar: Kein Gender mehr, bitte! , , Feuilleton, Forum
Über die letzten deutschen Rechtschreib­reformen kann niemand wirklich glücklich sein. Die Un­sicherheit über die richtige Schreib­weise hat nicht ab­genommen, sondern erheblich zu­genommen und die Gender­schreibweise, wie sie an Universitäten ver­pflichtend geworden ist, reicht oft ins Absurde. Der neue Duden „Richtig gendern! Wie Sie an­gemessen und ver­ständlich schreiben“ wird das Problem noch ver­schärfen, weil er neue Fakten schafft.