Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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nachgeführt 2017-10-31 , 2016-6-24

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Lesen und ortografie

Theodor Ickler, Die Recht­schreib­reform auf dem Prüfstand, St. Goar 1997, s. 3

Die Orientierung an den Bedürfnissen des Lesers ist der Schlüssel zum Ver­ständnis der Recht­schreibung und zur Beurteilung der Rechtschreib­reform. Jeder von uns liest tausendmal mehr, als er schreibt.

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Ronald Lötzsch, Utopie kreativ, 11./12. 1997, s. 37f.

Einmal abgesehen von der […] sicher nicht der Realität ent­sprechenden Pro­portion 1:1000, zumal bei »jedem«, halte ich diese These für einen fun­damentalen Trug­schluß. Abweichungen von der ver­ordneten ortho­graphischen Norm, seien es Fehler oder Absicht, beeinträchtigen die Lesbarkeit nicht ernsthaft. Sie stören auch kaum. Oft bemerkt sie auch ein die Recht­schreibung im großen und ganzen beherrschender Leser überhaupt nicht. Die Orthographie muß aber für jeden leicht erlernbar sein, der die zu schreibende Sprache beherrscht oder erlernt. Sie muß so konstruiert sein, daß jedes durch­schnittlich intelligente Kind ihre Regeln an der eigenen Sprach­kompetenz zu überprüfen vermag.

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D. M., Die Welt, 4. 1. 2000

Eigenheiten der Muttersprache beeinflussen das Lesen.

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Stephanie Lahrtz, Neue Zürcher Zeitung, 9. 2. 2000

Italiener lesen anders als Engländer, Aktivierung verschiedener Hirnregionen.

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Thomas Pfluger, NZZ am Sonntag, 13. 10. 2002

Schwerarbeit beim Lesen.

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Lesekompetenz

Fridolin (Schwanden GL), 19. 5. 1994, zu einer befragung von armeerekruten (1991)

Ein Viertel hatte Mühe, den Sinn eines simplen Zeitungs­artikels zu ver­stehen.

Tages-Anzeiger, 12. 5. 2005, zur inter­nationalen vergleichs­studie ALL (Adult literacy and life skills)

überschrift: «Auch Erwachsene lesen nur mittelmässig»

Neue Zürcher Zeitung, 5. 12. 2001, zum OECD-forschungs­projekt Pisa

Rund 20 Prozent der Jugendlichen können vor Beginn ihrer beruflichen Laufbahn höchstens einen einfachen Text verstehen. Zu denken geben muss zudem, dass einem Drittel der Schul­abgänger selbst die elementaren Lese­fähigkeiten ab­gehen.

neu Hans Zehetmair, presse­mitteilung des Rats für deutsche Recht­schreibung, 29. 11. 2011

Der Rat für deutsche Recht­schreibung […] hat sich im Rahmen seines Be­obachtungs­auftrages über den aktuellen Zustand der deutschen Recht­schreibung aus­getauscht. Dabei wurde deutlich, dass der Sprache und insbesondere ihrer Recht­schreibung hohe Bedeutung beigemessen, aber im Umgang mit ihr nach­lässig verfahren wird. In dieser Haltung ist mit eine Ursache dafür zu sehen, dass ungefähr zwanzig Prozent eines Jahrgangs der 15-Jährigen als Analpha­beten gelten müssen; ein Zustand, der nicht hin­genommen werden darf.

neu Hans-Georg Müller, Der Majuskel­gebrauch im Deutschen, 2016

Ein wenig beachtetes Ergebnis der Studie [Bock, Hagen­schneider & Schweer (1989)] ist, dass die nieder­ländischen Versuchs­personen mit durch­schnittlich 361 Wörtern/min erheblich schneller lasen als die deut­schen Probanden (320 Wörter/min). Diese Differenz von über 12% ist weit größer als die zwischen den unter­schiedlichen Schreibungen. Anhand der Experimental­situation ist es nicht möglich, die Gründe für diesen großen Unter­schied zu be­urteilen, doch werfen die Daten kein grund­sätzlich er­mutigendes Licht auf die Effizient des deut­schen ortho­grafischen Systems.

Auswirkungen der neuregelung von 1996

St. Galler Tagblatt, 8. 1. 2008

Die neue Rechtschreibung erschwert das Lesen, meint Peter Müller, Beauftragter für Recht­schreibung der SDA.

Berliner Zeitung, 16. 2. 2005

Wie guckst du? Psychologen testen, ob Schüler die neue oder die alte Recht­schreibung besser lesen können.

Der Tagesspiegel, 17. 6. 2005

Schneller lesen mit den neuen Regeln.

Süddeutsche Zeitung, 1. 8. 2005

Wie lesefreundlich ist die neue Orthografie?

Auswirkungen der eigennamengrossschreibung

Die eigennamengrossschreibung aus der sicht des lesers