Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenstichwort → politik
nachgeführt 15. 12. 2015 , 19. 8. 2015

politik

Vgl. auch staat

Peter Eisenberg, Sprachnachrichten, 1. 2014

Die sog. Orthographiereform war nicht von der Sache her, sie war politisch motiviert.

Nein.

Peter Gallmann, Basler Zeitung, 20. 7. 2005

Politiker, die sich wichtig machen, und selbsternannte Retter der Sprache, die kaum Ahnung haben - sie hatten ihren Einfluss auf die Reform.

neu Gerd Simon, Der Spiegel, 18. 8. 1997, leserbrief

Der eigentliche Skandal liegt darin, daß die deutsche Recht­schreibung zwar von Wissen­schaftlern ent­wickelt wurde, die weiter­hin Wert darauf legen, als Wissen­schaftler angesehen zu werden, daß diese aber – wie weiland die Reformer von 1903 – im Ansatz darauf ver­zichten, die Reform mit den Mitteln der Wissen­schaft anzupacken. Sie gingen von vorn­herein politisch vor, stellten, noch bevor sie mit den Kultus­ministern sprachen, Über­legungen im Sinne der Durch­setzbarkeit an und begaben sich so wehrlos auf das Feld von Dilettanten (Kultus­ministern) und Einzel­interessen (Schulbuch­verlagen).

Bettina Bäumlisberger, Focus Magazin, 25. 7. 2005

[…] CDU-Matador Wulff […] lässt seinem Unmut […] freien Lauf. Es sei ein „großer Fehler“ gewesen, „dass die Politik sich dieses Themas überhaupt angenommen hat. Sie hat da keine Kompetenz“, reflektiert er selbstkritisch.

Jan Fleischhauer und Christoph Schmitz, Der Spiegel, 2. 1. 2006

Mit der Rechtschreibreform hat die Politik […] sich eines Bereichs bemächtigt, für den sie gar nicht zuständig ist.

"Die Politik hätte sich nie an der Sprache vergreifen dürfen", sagt er [Hans Zehetmair] heute, er begreift seine Korrekturarbeit auch als Wiedergutmachung.

Norbert Lammert, Bundestagspräsident, CDU, Neues Deutschland, 4. 3. 2006

Schon vor Beginn dieser jahrelangen quälenden Debatte habe man wissen können, dass die Sprache eines Volkes, eines Landes und folgerichtig auch deren Schreibung sich schlechterdings politischen Kommandos entzieht.

Annette Schavan, Welt am Sonntag, 8. 8. 2004

Es kann nicht sein, dass die Politik entscheidet, wie etwas geschrieben wird.

Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. 12. 2010

Zehetmair weiß, dass es ein Fehler der Politiker war, sich in die Recht­schreibung ein­zumischen.

Hans Zehetmaier, Deutschlandfunk, 1. 8. 2011

Auf jeden Fall gilt die Mahnung: Politiker, lasst die Finger von einer Rechtschreib­reform, das ist nicht euer Metier!

Hans Zehetmaier, donaukurier.de, 17. 5. 2013

Dass die Politik das Thema an sich gezogen hat, das sollte sich aber nie mehr wiederholen. Das ist nicht Aufgabe der Politik, und dafür ist sie auch nicht kompetent.

neu Hans Zehetmaier, zeit.de, 31. 7. 2015

Die Kultus­minister sind auch für den Latein­unterricht zuständig, aber nicht für die latei­nische Sprache ...