Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenstichwort → wort
nachgeführt 17. 11. 2012

wort

definition: Metzler-Lexikon Sprache

Obwohl Sprecher ein intuitives Verständnis davon besitzen, was […] ein W. als Basiseinheit des Wortschatzes ist, tut sich die Lexikologie schwer, diese Grundeinheit klar und allgemeingültig zu definieren. […] Die sprachl. Grundeinheit W. lässt sich (ebensowenig wie Satz und Text) nicht allgemeingültig, sondern immer nur im Rahmen von lexikolog. Theorien definieren, wobei die Definitionen je nach Bestimmung des Gegenstandsbereichs, sprachtheoret. Annahmen und theoret. und/oder prakt. Zielsetzungen notwendig differieren.

neu Petition von juristen zur beendigung des rechtschreib­reform­projekts, 16. 2. 2004

Durch frei erfundene Regeln, die der deutschen Sprache nicht gerecht werden, vor allem zur Getrennt- und Zusammenschreibung, wird ein beträchtlicher Teil des bestehenden Wortschatzes eliminiert.

neu Otto Back, Inter­linguistische Informationen, 1998

Dem deutschen Sprachschatz, sagen manche, gehe ein Wort verloren, wenn es aufgrund der Reform nicht mehr zusammen-, sondern getrennt geschrieben werde, z. B. verloren gehen für bis­heriges verlorengehen. Verhielte es sich so, dann hätten unzählige zwei- und dreiwortige Aus­drücke, die immer schon getrennt geschrieben werden, keinen Platz im Wort­schatz, wie z. B. Wache halten, Wert legen, getrennt schreiben.

Rolf Landolt, stellungnahme zu NZZ

Eine katastrofe ist es, wenn sprachwissenschafter den propagandaspruch von der wortzerstörung nachbeten. Was als wort zu gelten hat, ist einerseits eine unwichtige formalie, anderseits nur dann eindeutig zu definieren, wenn man damit einen zweck verbindet. Es muss offen bleiben, ob «wiedersehen» («Ich wiedersehe dich?») in jeder hinsicht 1 wort ist. Ein solcher zweck ist eine praktikable schreibung. Leerzeichen zwischen den wörtern setzten sich erst nach dem jahr 1000 durch. Wörter gab es schon vorher, sogar vor der verschriftung, also werden sie wegen ein paar leerzeichen mehr oder weniger nicht «zerstört» und «verboten».

presseartikel

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. 4. 2002